Bezirk Braunau am Inn

Basisdaten
Bundesland: Oberösterreich
Verwaltungssitz: Braunau am Inn
Fläche: 1.040,38 km²
Einwohner: 95.189 (15. Mai 2001)
Bevölkerungsdichte: 91 Einw./km²
Kfz-Kennzeichen: BR
Website: http://www.bh-braunau.gv.at
Karte
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Der politische Bezirk Braunau am Inn ist der westlichste Bezirk Oberösterreichs. Er grenzt im Osten an die Bezirke Ried im Innkreis und Vöcklabruck, im Süden an den Bezirk Salzburg-Umgebung, im Westen und Norden an die bayerischen Landkreise Traunstein, Altötting und Rottal-Inn

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Während des bayerischen Volksaufstandes 1705 und 1706 tagte in Braunau der Landesdefensionskongress („Braunauer Parlament“). Neben dem in Weng geborenen Anführer Johann Georg Meindl berichtet Christian Probst von weiteren Anführern aus dem Gericht Braunau: der alte Hofbauer von Wuerlach, der rotbartete Schwaiger, der Schienkhueber zu Mitterndorf, der Neuhauser zu Hochburg, der Meindlsberger im Amt Eggelsberg, der Wirt von Ibm und ein Freiherr von Taufkirchen, der dort Beamter war.

Am 11. August 2006 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig in acht Gemeinden des Bezirkes Braunau am Inn 11 Stolpersteine für NS-Opfer verlegt.

Stolpersteine

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat seit 1996 etwa 9.000 Stolpersteine im Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Am 11./12. August 2006 verlegte er in acht Gemeinden des Bezirkes Braunau am Inn elf Stolpersteine. Der ehemalige „Heimatkreis des Führers“ ist damit der erste Bezirk oder Landkreis, der flächendeckend in dieser Form an NS-Opfer erinnert. Die Steine liegen im Boden vor den ehemaligen Wohnhäusern von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen zu Opfern der NS-Herrschaft wurden. Die elf Stolpersteine erinnern an die Zeugin Jehovas Anna Sax (Braunau am Inn), die vier Kommunisten und Sozialisten Franz Amberger, Adolf Wenger (beide Braunau am Inn), Johann Lenz und Josef Weber (beide Hackenbuch/Moosdorf), an den Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter (Sankt Radegund), an Pater Ludwig Seraphim Binder (Maria Schmolln), den Sinto Johann Kerndlbacher (Hochburg-Ach), die Opfer der NS-Militärjustiz Franz Braumann (Sankt Veit im Innkreis) und Engelbert Wenger (Altheim) sowie an den in der Gestapo-Haft ermordeten Michael Nimmerfahl (Braunau am Inn). Die Stolpersteine wurden im Beisein von Lokalpolitikern, Medien und der örtlichen Bevölkerung verlegt. Innerhalb letzterer führte diese Aktion zu neuem Interesse an den lange Zeit nahezu vergessenen NS-Opfern und konnte diese dadurch wieder in das öffentliche Bewusstsein rücken.

Vorgeschichte

Die Kunstinitiative KNIE hatte Demnig bereits 1997 nach Oberndorf bei Salzburg eingeladen. Nachdem die in Sankt Georgen bei Salzburg für die Zeugen Jehovas Johann und Matthias Nobis verlegten Stolpersteine unabsichtlich zerstört worden waren, hat der aus dieser Gegend stammende Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Maislinger Gunter Demnig eingeladen die Steine zu erneuern und im angrenzenden Bezirk Braunau am Inn weitere Stolpersteine zu verlegen.

Die Aktion soll durch etwa 30 Stolpersteine für ermordete Sinti und Euthanasie-Opfer, u. a. in Zusammenarbeit mit dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim und dem Verein Ketani fortgesetzt werden.

Verwaltung

Der Bezirk Braunau am Inn gliedert sich in 46 Gemeinden, darunter 3 Städte.

Städte

  1. Braunau am Inn (16.372)
  2. Mattighofen (5.087)
  3. Altheim (4.875)

Marktgemeinden

  1. Aspach (Oberösterreich) (2.339)
  2. Helpfau-Uttendorf (3.243)
  3. Mauerkirchen (2.297)
  4. Ostermiething (2.880)
  5. Eggelsberg (2.105) seit 2006

Gemeinden

  1. Auerbach (504)
  2. Burgkirchen (2.546)
  3. Feldkirchen bei Mattighofen (1.829)
  4. Franking (845)
  5. Geretsberg (1.063)
  6. Gilgenberg am Weilhart (1.221)
  7. Haigermoos (545)
  8. Handenberg (1.329)
  9. Hochburg-Ach (2.978)
  10. Höhnhart (1.397)
  11. Jeging (595)
  12. Kirchberg bei Mattighofen (1.008)
  13. Lengau (4.411)
  14. Lochen (2.317)
  15. Maria Schmolln (1.271)
  16. Mining (1.166)
  17. Moosbach (916)
  18. Moosdorf (1.388)
  19. Munderfing (2.680)
  20. Neukirchen an der Enkach (2.102)
  21. Palting (867)
  22. Perwang am Grabensee (718)
  23. Pfaffstätt (948)
  24. Pischelsdorf am Engelbach (1.641)
  25. Polling im Innkreis (919)
  26. Roßbach (943)
  27. Sankt Georgen am Fillmannsbach (399)
  28. Sankt Johann am Walde (2.064)
  29. Sankt Pantaleon (3.054)
  30. Sankt Peter am Hart (2.394)
  31. Sankt Radegund (580)
  32. Sankt Veit im Innkreis (366)
  33. Schalchen (3.510)
  34. Schwand im Innkreis (846)
  35. Tarsdorf (1.938)
  36. Treubach (749)
  37. Überackern (590)
  38. Weng im Innkreis (1.389)

(alle Einwohnerzahlen Stand: 15. Mai 2001)

Persönlichkeiten

Im Bezirk Braunau am Inn sind geboren: Friedrich Achleitner, Edmund Glaise von Horstenau, Franz Xaver Gruber, Adolf Hitler, Franz Jägerstätter, Christoph Kotanko, Johann Georg Meindl, Lukas Perman, Egon Ranshofen-Wertheimer, Susanne Riess-Passer, Theophil Ruderstaller, Rudi Schneider, Willi Schneider, Franz Wasner, Franz Winkelmeier,

Literatur

  • Florian Schwanninger: Im Heimatkreis des Führers. Nationalsozialismus, Widerstand und Verfolgung im Bezirk Braunau 1938-1945. Edition Geschichte der Heimat. Buchverlag Franz Steinmaßl, Grünbach 2005.

Weblinks

Quelle:
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Herausgeber: Landesdenkmalamt Berlin
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Bearb. v. Jürgen Tomisch, Matthias Donath, Angelika Kaztenbach u. a.
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Für d. Bezirk Oberpfalz hrsg. v. Ralf Heimrath
16,90 €



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