|
Neukölln |
||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
||||||||||||||||||||||
| Koordinaten | 52° 29' 0" n. Br., 13° 27' 0" ö. L. | |||||||||||||||||||||
| Fläche | 44,9 km² | |||||||||||||||||||||
| Einwohner | 305.458 (30. Nov. 2006) | |||||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte | 6799 Einwohner/km² | |||||||||||||||||||||
| Website | BA Neukölln | |||||||||||||||||||||
| Bezirksschlüssel | 08 | |||||||||||||||||||||
| Politik | ||||||||||||||||||||||
| Bürgermeister | Heinz Buschkowsky (SPD) | |||||||||||||||||||||
| Sitzverteilung (BVV 2006) | ||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||
| Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | ||||||||||||||||||||||
Der Bezirk Neukölln ist der achte Verwaltungsbezirk von Berlin, benannt nach dem Ortsteil Neukölln. Von den ca. 300.000 Einwohnern hat rund ein Drittel einen Migrationshintergrund.
Inhaltsverzeichnis |
Neukölln liegt im südlichen Bereich der Bundeshauptstadt zwischen den Bezirken Tempelhof-Schöneberg im Westen und Treptow-Köpenick im Osten sowie Friedrichshain-Kreuzberg im Norden. Im Süden grenzt Neukölln an das Bundesland Brandenburg.
Neukölln hieß bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1360 Richardsdorp, später Ricksdorf (Rieksdorf) und schließlich Rixdorf. Der Ortskern befand sich am Richardplatz. Das Dorf gehörte anfangs dem Johanniterorden, die den Ort von den Tempelrittern übernahmen, die in Tempelhof ansässig waren. Aus diesem Grund trägt das Wappen des Bezirks das Johanniterkreuz.
1737 gestattete Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exilanten in Rieksdorf, die wegen ihres evangelischen Glaubens vertrieben wurden. Diese Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeine bauten ihre eigene Kirche und siedelten in einem eigenen Bereich abseits des Dorfangers, entlang der heutigen Richardstraße, der im Jahre 1797 als Böhmisch-Rixdorf eine eigene Verwaltung bekam.
Bei der Wiedervereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden am 1. Januar 1874 hatte Rixdorf 8000 Einwohner. Seit dem 1. Mai 1899 bildete Rixdorf, bis dahin als größtes Dorf Preußens zum Kreis Teltow gehörig, einen eigenen Stadtkreis.
Die Änderung von Rixdorf zu Neukölln erfolgte im Jahre 1912 und wurde von den Behörden deshalb beschlossen, weil es um das Image des Ortes nicht zum Besten bestellt war. Rixdorf galt schon zu jener Zeit als Hochburg von Kriminalität und „schlechten Sitten“. Mit dem 1. Oktober 1920 wurde Neukölln zusammen mit den Dörfern Britz, Rudow und Buckow als 14. Verwaltungsbezirk nach Groß-Berlin eingemeindet.
Am Ende des 20. Jahrhunderts sind die Geschehnisse um die Umbenennung Rixdorfs vergessen. Statt dessen gibt es immer wieder Bestrebungen der Rückbenennung des Ortsteils Neukölln in Rixdorf, zum einen als Abgrenzung zum größeren Bezirk Neukölln, als auch wegen der größeren Prägnanz des Namens, der älter ist und häufig im Stadtbild auftaucht.
1987 wurde der Bezirk Berlin-Neukölln mit dem Europapreis für seine hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.
Der Bezirk zeigt eine unterschiedliche bauliche Struktur: Altbaubestand der Gründerzeit im Norden des Bezirks (Hermannplatz), Einfamilienhausgebiete und Großsiedlungen (zum Beispiel Gropiusstadt) mit vielen Hochhäusern im Süden. Darin eingebettet haben sich die alten Dorfkerne von Rixdorf mit Böhmischen Dorf, Britz mit Gutshof und Schloss und Buckow mit der ältesten Feldsteinkirche Berlins erhalten. Das bekannteste Beispiel für den Reformwohnungsbau der 1920er und 1930er Jahre findet sich in Britz mit der Hufeisensiedlung von Bruno Taut.
1972 wird die Großsiedlung Berlin-Buckow-Rudow erstellt und ihr wird der Name des Bauhausgründers Walter Gropius verliehen, 1976 wurde die Gropiusstadt fertig gestellt und 2002 als eigener Ortsteil abgetrennt. Teile von Neukölln sind vom Berliner Senat als „Gebiete mit besonderem Entwicklungsbedarf“ ausgewiesen worden. Von den 17 Gebieten dieser Art in ganz Berlin liegen neun in Neukölln: Reuterplatz, Rollbergsiedlung, High-Deck-Siedlung, Schillerpromenade, Richardplatz Süd, Gropiusstadt /Lipschitzallee, Flughafenstraße, Weiße Siedlung und Körnerpark. Hier wurde jeweils ein Quartiersmanagement zur integrativen Entwicklung des Wohnumfeldes eingerichtet.
Gerade um das Rollbergviertel (Neukölln-Nord) herum entwickelten sich teilweise Ghettos, bekannte der Innensenator Ehrhart Körting (SPD) im Januar 2004 vor dem Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Auffällig sei die deutlich erhöhte Kriminalitätsrate in diesen Bereichen, insbesondere Drogendelikte, Einbrüche und gefährliche Körperverletzungen seien alltäglich. Hinzu komme eine mangelnde Integrationsbereitschaft der ausländischen Bevölkerung sowie die Tendenz, Polizeigewalt nicht anzuerkennen, Beamte anzugreifen und Streitigkeiten möglichst intern zu regeln. Körting: „Dort bewohnen bestimmte Nationalitäten ganze Straßenzüge.“
Diese Kieze seien jedoch nicht wegen eines hohen Migrantenanteils sondern wegen großer sozialer Probleme Brennpunkte, ergänzt der Integrationsbeauftragte des Berliner Abgeordnetenhauses. Diese lassen sich genau benennen: Hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung, eine große Zahl jugendlicher Schulabbrecher. Eng mit diesen Problemen verflochten sei die soziale Verwahrlosung ganzer Straßenzüge.
Diese sozialen Probleme, insbesondere das Problem der fehlenden Bildung, betreffen – anders als es manche Schlagzeilen vermuten lassen – keinesfalls nur Immigranten sondern auch Deutsche, treten in manchen Bezirken aber häufiger auf als in anderen.
Anderlecht bei Brüssel, Belgien, seit 17. Juni 1955
Boulogne-Billancourt bei Paris, Frankreich, seit 17. Juni 1955
Zaanstad bei Amsterdam, Niederlande, seit 17. Juni 1955
Hammersmith and Fulham (London), Großbritannien, seit 17. Juni 1955
Bat Jam bei Tel Aviv, Israel, seit 21. September 1978
Marino bei Rom, Italien, seit 4. Oktober 1980
Ústí nad Orlicí Tschechien, seit 6. November 1989 bzw. 24. November 1989
Sankt Petersburg, Russland, seit 3. Juni 1991
Standortsanitätszentrum Berlin der Bundeswehr, seit 6. Juli 2001
Prag/Bezirk 5, Tschechien, seit 8. September 2005
Izmir-Cigli, Türkei, seit 29. Oktober 2005
Wetzlar, seit 25. September 1959
Köln, seit 15. November 1967
Leonberg, seit 17. Oktober 1970
Auf 632 Hektar Verkehrsfläche befinden sich 715 Straßen und Plätze.
Anmerkung: Der Reuterkiez im Norden des Ortsteils Neukölln überschneidet sich mit der gegenwärtig (2007) aufkommenden Bezeichnung Kreuzkölln. „Kreuzkölln“ ist dabei eine zunächst scherzhaft gemeinte Bezeichnung für den an Kreuzberg grenzenden Teil des Bezirks Neukölln. Diese findet in Wohnungsanzeigen, Blogs, auf T-Shirts und in sonstigen Teilen der Alltagskultur zunehmend Verwendung.
Dieser nördliche Teil Neuköllns wird nach Westen vom Kottbusser Damm (zwischen Hermannplatz und dem Landwehrkanal) und nach Norden vom Landwehrkanal entlang des Maybachufers begrenzt. Wie weit „Kreuzkölln“ nach Süden reicht ist nicht klar bestimmbar, eine katastermäßige Grenze gibt es nicht. Als gefühlte Grenze ist eher die Sozialstruktur heranzuziehen, und damit verbundene Effekte wie die Art der Kneipen und Läden oder die Wahlergebnisse.
Kreuzkölln ist „gefühltes Kreuzberg in Neukölln“. Vielen nicht Ortskundigen ist hierbei nicht bewusst, dass diese Gegend zu Neukölln und nicht zu Kreuzberg gehört.
| Commons: Bezirk Neukölln – Bilder, Videos und Audiodateien |