Bi Sheng (chin. 畢昇, † 1052), ein Mann niedriger Abstammung, erfand zwischen 1041 und 1048 im Kaiserreich China eine Methode des Drucks mit beweglichen Lettern. Näheres über sein Leben ist nicht aufgezeichnet.
Seine Erfindung wird detailliert von Shen Huo (沈活) in dessen Werk Mengxi Bitan (夢溪筆談; dt. „Pinselunterhaltungen am Traumbach“) beschrieben: Bi Sheng hatte für die einzelnen Schriftzeichen Druckstempel aus gebranntem Ton gefertigt, die er mit einer Mischung aus Wachs und Harz zum Druckstock einrichtete.
Um die Zeichen erneut verwenden, wurde die Eisenplatte neuerlich erhitzt, bis die schmelzende Paste die Stempel wieder freigab. Für größere Druckflächen waren Bi Shengs Keramiklettern aber zu empfindlich (Lit. Sohn).
Wáng Zhēn (1260—1330) nutzte deshalb später bewegliche Lettern aus Holz, aber dennoch setzte sich der Druck mit beweglichen Lettern in China bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts nicht durch. Sachbeweise für die praktische Nutzung von Bi Shengs Erfindung existieren nicht, die Erfindung geriet wieder in Vergessenheit.
Der Grund liegt wohl nahe: Die Tausende chinesischer Schriftzeichen vereiteln das einfache und schnelle Zusammenstellen von Druckplatten auf diese Art.
Erst Ende des 17. Jahrhunderts druckten europäische Jesuiten-Missionare nach dem Prinzip des Johannes Gutenberg erstmals auf chinesischem Boden im Auftrag des Kaisers Kangxi Bücher mit beweglichen Lettern.