Biber (Brückenlegepanzer)

Brückenleger ohne Panzerschnellbrücke

Brückenleger "Biber"
Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 2 (Kommandant, Fahrer)
Länge 11,82 m (mit Brücke)
Breite 4 m
Höhe 3,55 m
Gewicht 45,3 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung bis zu 70 mm
Hauptbewaffnung keine, da Brückenlegepanzer
Sekundärbewaffnung Nebelmittelwurfanlage
Beweglichkeit
Antrieb MTU MB 838 CA M500, 10 Zylinder, Mehrstoffmotor-Dieselmotor
830 PS (610 kW)
Federung Torsionsstab (Leopard 1 Chassis)
Höchstgeschwindigkeit 62 km/h (Straße)
Leistung/Gewicht 18,35 PS/ t
Reichweite

Der Biber ist ein Brückenlegepanzer und gehört zur Gruppe der Kampfunterstützungsfahrzeuge. Er basiert auf dem Fahrgestell des Leopard 1.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Mit Einführung des Leopard 1 und der Forderung, das Fahrgestell als Basis zu benutzen, entwickelte die Firma MaK (seit 1992 Rheinmetall Landsysteme) einen Nachfolger für den amerikanischen Brückenleger M48 A2 Armored Vehicle Launched Bridge (AVLB).

Insgesamt lieferte MaK in den Jahren 1973 bis 1975 als Generalunternehmer 105 Brückenleger an die Panzerpionierkompanien der Bundeswehr.

Allgemein

Der Brückenleger mit seiner Panzerschnellbrücke Biber wird eingesetzt, um je nach Geländebeschaffenheit, Geländeeinschnitte wie Gewässer und Schluchten im Gefecht bis 20 m zu überwinden. Die Panzerschnellbrücke ist 22 m lang, 4 m breit und kann innerhalb von 2 bis 8 Minuten unter Panzerschutz ausgelegt werden. Ihr Gewicht beträgt etwa 9,94 Tonnen. Die Auslegung ist für die Militärische Lastenklasse 60 beziehungsweise bis etwa 55 Tonnen zugelassen. Die Besatzung besteht aus zwei Soldaten, dem Fahrer und dem Kommandanten. Der Brückenleger ist unbewaffnet, verfügt aber über eine Nebelmittelwurfanlage.

Zum Eisenbahntransport muss die Brücke in zwei Längshälften getrennt werden. Die Panzerpionierkompanien der Bundeswehr verfügen darüber hinaus über einen 3-achsigen Flachbettanhänger 15 t der Firma Kögel (Typ 2300269) mit Spezialzwischenrahmen, auf dem sich die Panzerschnellbrücke zusammengesetzt wie auch zerlegt transportieren lässt.

Verlegevorgang

Panzerschnellbrücke (PzSchnBr) Biber verlastet auf Transportanhänger (TrspAnhg) 15
Panzerschnellbrücke (PzSchnBr) Biber verlastet auf Transportanhänger (TrspAnhg) 15
Trennstelle der Brückenhälften
Trennstelle der Brückenhälften

Im Gegensatz zu anderen Brückenlegern, die ihre Brücke im Scherenverfahren verlegen, erfolgt der Verlegevorgang beim Biber horizontal im freien Vorbau. Der Vorteil dieser Verlegeart ist die Silhouette, die deutlich niedriger ist.

In Transportstellung liegen die jeweils 11 m langen symmetrischen Brückenhälften horizontal übereinander auf dem Haupt- und Heckausleger des Fahrzeugs. Zum Verlegen werden die beiden Elemente angehoben und die untere Brückenhälfte nach vorne verschoben. Nach dem Verbinden wird die gesamte Festbrücke mittels Hauptauslegers über dem Hindernis abgelegt. Die Aufnahme der Brücke erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Während des Verlegevorgangs ruht die gesamte Last auf dem am Bug befindlichen Stützschild, das die Standfestigkeit erhöht.

Nutzer

Neben Deutschland nutzen Australien, Chile, Dänemark, Italien, Kanada, Niederlande und Polen den Brückenleger. Die Gesamtanzahl beläuft sich auf 145 Fahrzeuge.

Zukunft

Mit der Kampfwertsteigerung des Leopard 2 zum A5, A6 und die damit auf 70 gestiegene militärische Lastenklasse ist der Brückenleger ebenfalls an seine Grenzen gekommen. Die Bundeswehr ersetzt seine Brückenleger durch die neue Panzerschnellbrücke 2 auf dem Chassis des Leopard 2.

Weblinks

Quelle:
Artikel Biber (Brückenlegepanzer) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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