| Bibertbahn | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kursbuchstrecke: | 898 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Länge: | 32,8 Kilometer | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bundesland: | Bayern | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verlaufsrichtung: | Ost-West | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ausbau: | eingleisig nicht elektrifiziert |
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| Verlauf | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bibertbahn war eine Nebenbahn ins Biberttal über Großhabersdorf nach Unternbibert-Rügland und zweigte westlich des Bahnhofs Nürnberg-Stein im Nürnberger Stadtteil Gebersdorf von der Hauptstrecke Nürnberg–Ansbach ab. Sie war eingleisig mit Begegnungsabschnitten in den Bahnhöfen Zirndorf-Altenberg, Ammerndorf, Großhabersdorf, Dietenhofen und Unternbibert-Rügland. Die Bibertbahn war nicht elektrifiziert, alle Züge verkehrten von bzw. nach Nürnberg Hauptbahnhof über Nürnberg-Schweinau. Besondere Bedeutung hatte die Bahn für Leichendorf wegen der dort ansässigen Ziegeleien.
Neben den Namen Bibertbahn und Biberttalbahn war auch der Kosename „Bibertbärbala“ (Verniedlichung von Bärbel bzw. Barbara) üblich.
Inhaltsverzeichnis |
Im Februar 1894 trafen sich 200 Männer aus dem Biberttal und beraten über den Bahnanschluss des Oberen Bibertgrunds. Daraus gründet sich ein Eisenbahnkomitee, das am 17. März 1894 bei der Lokalbahn Aktien-Gesellschaft (LAG) die Verlängerung der Rangaubahn von Cadolzburg nach Großhabersdorf beantragt. Der Antrag wird abgelehnt, auch weil der Untergrund einen Eisenbahnbau zu teuer erscheinen lässt.
Am 4. Dezember 1894 stellt das Komitee den Antrag eine Lokalbahn von Zirndorf über Ammerndorf nach Rügland zu errichten. Dieses Projekt wird am 28. August 1896 gestoppt. In den Jahren 1903 und 1905 folgen weitere erfolglose Versuche.
Am 10. und 27. März 1907 schreibt der Großhabersdorfer Pfarrer Gruber Eingaben. Per Gesetz wird am 23. Juni 1908 der Bayerischen Staatseisenbahnverwaltung die Genehmigung für Bau und Betrieb einer Lokalbahn vom Bahnhof Stein nach Unternbibert-Rügland genehmigt. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 1912.
Am 30. September wird die Rednitzbrücke bei Fürth Süd einer Belastungsprobe durch zwei Dampflokomotiven mit angehängten beladenen Güterwagen unterzogen.
Am 22. Mai 1914 wird der Betrieb bis Dietenhofen aufgenommen, am 1. Juni 1915 auf dem Restabschnitt bis Rügland.
1926 übernimmt die Gruppenverwaltung Bayern der Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) den Betrieb von den Bayerischen Staatseisenbahnen.
In der Zeit zwischen 1955 und 1960 werden 10 der insgesamt 74 Bahnübergänge mit Blinklichtern ausgestattet. Zwischen 1958 und 1962 werden die Gleise auf der kompletten Strecke erneuert. Zur 125-Jahr-Feier der ersten Deutschen Eisenbahn besucht 1959 der Adler-Nachbau den Bibertgrund, in Ammerndorf wird ein Film gedreht.
Als Anfang der 1980er Jahre die geplante Stilllegung der Bibertbahn im Rahmen des sogenannten "Dollinger-Gohlke-Plans" bekannt wurde formierte sich Widerstand in der Bevölkerung. Die gegründete Bürgerinitiative "Rettet die Bibertbahn" veranstaltet unter anderem anlässlich des 70jährigen Jubiläums Sonderfahrten am 9. September 1984 zur Großhabersdorfer Kirchweih.
Hauptforderung waren:
Obwohl die Bürgerinitiative einen Privatinvestor gefunden hatte, lässt die Bundesbahn im Dezember 1986 die Gleise entfernen, da weder die Bürgerinitiative, noch der Privatinvestor bereit waren, den bereits von der Bundesbahn bestellten Gleisbauzug zu bezahlen.
Am 15. März 1919 stellte die Stadt Fürth den Antrag auf Errichtung eines Haltepunktes zwischen Stein und Zirndorf-Altenberg, am 26. Oktober 1921 hielt der erste Zug in Fürth Süd.
Bei Schwaighausen existierte ein Haltepunkt.
Am 17. August 1931 genehmigt die DRG die Errichtung eines Haltepunktes in Leonrod, dieser erscheint wenige Wochen später erstmals im Winterfahrplan 1931/32.
Im Rahmen der geplanten Stadt-Umlandbahn im Landkreis Fürth sollte unter Einbeziehung der Rangaubahn und des Gleisstumpfs nach Leichendorf ein Netz aus vier Linien aufgebaut werden. Die beiden Linien in Richtung Nürnberg hätten auf einer im INTRAPLAN-Gutachten für die Stadt Nürnberg vorgeschlagenen Straßenbahnlinie bis nach Nürnberg durchgebunden werden sollen. Wegen Vorbehalten der Stadt Zirndorf, der laut Kosten-Nutzen-Analyse fehlenden Wirtschaftlichkeit und dem Beschluss Nürnbergs eine U-Bahn ins „Tiefe Feld“ zu bauen wurde dieser Plan verworfen.
Darauf folgte der Vorschlag der Kombi-Bahn, einer Bahn, die im Landkreis oberirdisch als Eisenbahn verkehrt und im Stadtgebiet ins U-Bahn-Netz eingeführt wird. Diese Pläne wurden verworfen, als sich die Stadt Nürnberg entschloss statt der U21 Gebersdorf – Maxfeld, eine vollautomatische U3 (RUBIN) zu bauen. Geplant ist es die U3 nach der Verbindungsstraße West zu gabeln, der Südast soll mit einem U-Bahnhof auf Höhe der Bushaltestelle Altenberg West Altenberg erschließen, der Nordast soll am Zirndorfer Bahnhof eine Umsteigemöglichkeit zur Rangaubahn bieten.
Kritiker entgegnen,dass es noch offen sei, ob dieses Vorhaben wirtschaftlich ist, wann die automatische U-Bahn den Betrieb aufnimmt, wann und ob sie jemals die Landkreisgrenze beim Haltepunkt Fürth Süd, der dann Gebersdorf Nord heißen soll, erreichen wird. Inzwischen hat sich eine Interessengemeinschaft Bibertbahn (IG Bibertbahn) gegründet, welche die Reaktivierung der Bibertbahn als moderne Regionalbahn vorschlägt.
Die Stadt Nürnberg plant, gemäß einer mit der Deutschen Bahn getrofffenen Absprache, die in Gebersdorf ungenutzten 1,3 Hektar Bahnkörper anderweitig zu nutzen. Auf einem Teilstück sind die Gleise bereits seit längerem entfernt, dennoch müsste der Bereich hierzu erst von Bahnbetriebszwecken freigestellt werden, da er bisweilen noch als Eisenbahnstrecke „gewidmet“ ist. Der Stadtplanungsausschuss hat sich bereits dafür ausgesprochen, dass dort ein Rad-/Gehweg angelegt und Teile der Fläche anliegenden Grundstücksbesitzern zum Kauf angeboten werden soll. Die Städte Zirndorf und Oberasbach, die Grünen in Nürnberg, Zirndorf und Oberasbach sowie die Interessengemeinschaft Bibertbahn und der VCD fordern den Beschluss, den der Nürnberger Stadtrat am 16. Mai 2007 fällen will, aufzuschieben. Die Aufgabe der Flächen würde die Reaktivierung der Bibertbahn unmöglich machen, eine Option die sich die Städte Zirndorf und Oberasbach angesichts noch immer fehlender Ergebnisse einer Wirtschaftlichkeitsberechnung zur Verlängerung der U3 in den Landkreis Fürth offenhalten wollen. [1]
Ohne das Engagement Pfarrer Grubers, dem „Eisenbahnpfarrer“, hätte es die Bibertbahn wohl nie gegeben, deswegen verlieh ihm Großhabersdorf bereits 1914 die Ehrenbürgerwürde. Der Markt Ammerndorf stiftete ihm 1931, drei Monate vor dessen 80. Geburtstag, eine Gedenktafel, die an einem Sandsteinobelisken am Marktplatz zu finden ist.