Bienenwabe

Bienenwabe mit teilweise verdeckelten Honig-Zellen
Bienenwabe mit teilweise verdeckelten Honig-Zellen

Eine Bienenwabe ist ein von den Honigbienen aus Bienenwachs errichtetes Gebilde mit sechseckigen Zellen, das zur Aufzucht von Larven und zur Lagerung von Honig und Pollen dient. Das Wachs produzieren die Bienen mit den Wachsdrüsen ihres Körpers.

Wenn in der Bienenhaltung von einer Wabe (Honig-, Pollen- oder Brutwabe) gesprochen wird, ist dabei immer ein Holzrähmchen aus einer Beute (künstliche Behausung) gemeint, in das die Bienen die eigentliche Wabe gebaut haben. Durch dieses zusätzlichen Rähmchen können Waben dem Bienenvolk entnommen und auch wieder zugefügt werden, z.B. zur Honigernte, ohne dass dabei der Wabenbau zerstört wird. Ohne Rähmchen erstellte Waben, z.B. von einem Bienenschwarm, werden Wild- oder Naturbau genannt.

Inhaltsverzeichnis

Wachsproduktion

Ausgeschwitzte Wachsplätten und vorgeprägte Mittelwand
Ausgeschwitzte Wachsplätten und vorgeprägte Mittelwand
Fast vollständig verdecktelte und  schleuderreife Honigwabe
Fast vollständig verdecktelte und schleuderreife Honigwabe
Natürlicher Wabenbau von Bienen
Natürlicher Wabenbau von Bienen
Ausgebaute Mittelwand mit Arbeiterinnenzellen (oben) und frei gebaute Drohnenzellen (unten)
Ausgebaute Mittelwand mit Arbeiterinnenzellen (oben) und frei gebaute Drohnenzellen (unten)
Weiselzelle (noch leer)
Weiselzelle (noch leer)

Ein Wachsplättchen wiegt etwa 0,8 mg, so dass für ein Kilogramm Bienenwachs rund 1,25 Millionen Plättchen erforderlich sind. Für die Wachsproduktion hängen sich die Bienen traubenförmig aneinander. Aus den Wachsdrüsen an den hinteren Bauchschuppen schwitzen sie das Wachs als dünne Plättchen aus. Wachs wird jedoch nur im Frühjahr von April bis Juli erzeugt, wenn ein gutes Nektarangebot herrscht. Dann können mehrere Waben innerhalb einer Woche entstehen. Grundsätzlich sind Bienen in der Lage, alle ihre Waben selbst zu errichten. Am deutlichsten wird das beim weggeflogenen Bienenschwarm, der sich z. B. an einem geschützten Ort (hinter Hausfassade) niederlässt und innerhalb kürzester Zeit Waben errichtet.

Wabenbau

Das natürliche Bestreben der Bienen zum Wabenbau wird als Bautrieb bezeichnet. Er ist am stärksten bei Bienenschwärmen ausgeprägt, die sich für ihr Überleben innerhalb kürzester Zeit eine neue Behausung schaffen müssen. Naturgemäß besteht der oben begonnene Wabenbau aus Wachs zunächst aus einer Lage fünfeckiger Deckenzellen, denen dann nach unten der Bau gleichgeformter sechseckiger Zellen folgt. Es werden nebeneinander hängende Waben gebaut, die einen Abstand (von Wabenmitte zu Wabenmitte) von 35 mm aufweisen. Der freie Raum zwischen den Waben wird mit 1 cm bemessen.

Die Waben sind für das Bienenvolk nicht nur der Geburts- und Lebensraum, sondern auch der Vorratsraum. In die sechseckigen Wabenzellen werden die Sammelgüter Nektar und Pollen eingelagert. In den Zellen entstehen die Bienen, die von der Königin zunächst als Ei abgelegt werden. Während der Aufzucht mit Fütterung durch die Arbeitsbienen entsteht aus dem Ei eine Larve, die nach 21 Tagen aus der mit einem Wachsdeckel versehenen Zelle schlüpft.

Zellarten

Bei den Zellarten wird unterschieden in die Arbeiterinnenzelle (5,37 mm Durchmesser, Tiefe 10-12 mm), der Drohnenzelle (6,91 mm Durchmesser, Tiefe 14 mm) und den wesentlich größeren, frei gebauten Weiselzellen (Tiefe bis 25 mm) zur Schaffung einer Bienenkönigin.

In der Imkerei beschleunigt der Imker den Vorgang des Wabenbaus durch die Gabe von vorgefertigten etwa 1 mm starken Bienen-Wachsplatten (Mittelwände) in den Bienenstock. Auf den beiderseits vorgefertigten Sechskantprägungen mit Arbeiterinnenzellen oder Drohnenzellen baut die Biene dann ihre Waben. Die Bienen ziehen das Material nach außen heraus und sparen damit Zeit und Material bei der eigenen Wabenproduktion.

Im natürlichen Wabenbau fertigen Bienen auf einer Wabe Arbeiterinnen- und Drohnenzellen. Da von den Bienen geschaffener, natürlicher Wabenbau aufwändiger ist und Honig nur in Arbeiterinnenzellen abgelagert wird, greift der Imker regulierend durch die Gabe von Mittelwänden ein. Die Drohnenzellen lässt der Imker aber meist durch die Bienen als freien Wildbau errichten, in dem er ein bis zwei leere Rähmchen in den Stock einhängt.

Nestordnung

In jedem Bienenvolk gibt es zur Nutzung des Wabenbaus eine Ordnung. In der Mitte befindet sich der Bereich des Brutnestes, in dem sich die meisten Bienen aufhalten und wo hauptsächlich die Aufzucht der jungen Bienen erfolgt. In den Wabenzellen neben und unter dem Brutnest wird Blütenpollen eingelagert und über der Brut befinden sich die Honigvorräte.

Siehe auch

Quelle:
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