Das Bildreihengedicht ist eine Gedichtform, die einen meist allgemeingültigen Gedanken oder Sujet, die in der Überschrift, am Anfang und Schluss des ganzen Gedichts oder einer einzelnen Strophe formuliert werden, als eine Reihe verwandter Bilder, d. h. als Kette von Variationen veranschaulicht und ausschmückt. Der Kette der Bilder liegt ein gemeinsamer Sinn zugrunde.
Besonders häufig tritt dieser aus dem Dualismus von Bild und Wesen entstehende Typus daher in der Barockdichtung auf, so z. B. in Andreas Gryphius’ Menschliches Elende, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldaus Die Welt oder Georg Philipp Harsdörffers Was ist die arge Welt. Bildreihengedichte finden sich daneben vereinzelt in Volksliedern und in der romantischen Dichtung bei Theodor Storm und im 20. Jahrhundert bei Hugo von Hofmannsthal, Georg Heym und Ruth Schaumann.