Billy Joel

Billy Joel bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Syracuse University am 14. Mai 2006
Billy Joel bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Syracuse University am 14. Mai 2006

Billy Joel (* 9. Mai 1949 als William Martin Joel in der Bronx, New York City) ist ein US-amerikanischer Sänger, Pianist und Songschreiber jüdischer Abstammung.

Leben

Billy Joel wurde in der Bronx geboren und wuchs in Hicksville auf der Insel Long Island im Bundesstaat New York auf.

Sein Großvater Karl Amson Joel stammte aus Deutschland und war Inhaber eines Wäsche- und Konfektionsversandhauses in Nürnberg und Berlin. Nach der Flucht Karl Joels und der Arisierung und Enteignung 1938 eignete sich Josef Neckermann das Versandhaus an. Aus der Wäsche- und Kleiderfabrik Josef Neckermann ging der spätere Neckermann-Versand hervor. Ein arrangiertes und von der Dokumentarfilmerin Beate Thalberg festgehaltenes Treffen der Enkel-Generation im Jahr 2001 blieb ohne Ergebnis. Die erhoffte Versöhnung der Familien blieb aus, da unter anderem die „Neckermänner“ Lukas, Julia und Markus keinen Grund sahen, sich vom Handeln ihres Großvaters zu distanzieren.

Als Joel 14 Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Joel blieb bei seiner Mutter Rosalind Joel, geb. Nyman, während sein Vater Helmut (bzw. amerikanisiert Howard) nach Europa zurückkehrte. Aus der dort geschlossenen zweiten Ehe stammt Billys Halbbruder Alexander Joel, der in Wien lebt und als Musiker und Dirigent arbeitet.

Schon als Kind war Billy Joel Liebhaber klassischer Musik und nahm Klavierunterricht. Mit 15 Jahren begann er in Rockbands zu spielen, unter anderem mit der auf Long Island bekannten Gruppe „The Hassles“, mit der er zwei LPs („The Hassles“ – 1967 und „Hour of the Wolf“ – 1968) aufnahm. Ein Jahr später spielte er mit Jon Small unter dem Namen „Attila“ eine Rockplatte ein. Weiterhin arbeitete er Ende der 1960er als Studiomusiker verschiedener namhafter Künstler (u. a. Chubby Checker und The Shangri-Las) und trat unter dem Künstlernamen Billy Martin in Piano-Bars auf. 1970 lernte er den Musikproduzenten Artie Ripp kennen. Dieser verhalf Joel zu seinem Debütalbum Cold Spring Harbor, jedoch blieb der kommerzielle Erfolg aus.

1972 wurde Columbia Records auf ihn aufmerksam, nahm ihn unter Vertrag und mit dem Album Piano Man (1973) gelang ihm die erste Platzierung in den Charts. Die beiden Nachfolgealben konnten nicht ganz an den Erfolg anknüpfen, aber mit The Stranger (1977) erreichte er den großen Durchbruch. Das Album wurde mit einem Grammy ausgezeichnet und erzielte Platin-Status. Dieser Erfolg wird auch auf seine Zusammenarbeit mit dem Produzenten Phil Ramone zurückgeführt, die insgesamt fast zehn Jahre andauerte.

Nach elf Jahren Ehe ließ Joel sich 1982 von seiner Frau Elizabeth Weber scheiden. 1985 bis 1994 war er mit dem Model Christie Brinkley verheiratet, mit der er eine Tochter (Alexa Ray, *1985) hat.

Als erster amerikanischer Rockstar ging Billy Joel 1987 in der Sowjetunion auf Tournee. Die sechsteilige Konzertreihe, die das Live-Album Концерт hervorbrachte, inspirierte ihn auch zum Titel Leningrad. Für das dazugehörige Album Storm Front (1989) trat erstmals Foreigner-Gitarrist Mick Jones an die Stelle von Produzent Ramone. Ein weiterer Hit aus dem Album Storm Front ist We Didn’t Start the Fire, dessen Text die wichtigsten Ereignisse, Personen und Gegenstände der Geschichte zwischen 1949 und 1989 enthält. Dieses Lied belegte Platz eins in den US-Charts und wurde für einen Grammy nominiert.

Auch das vier Jahre später erschienene Album River of Dreams bescherte Joel große Erfolge, darunter vier Grammy-Nominierungen. 1994 begann er zusammen mit Elton John eine gemeinsame Tour unter dem Titel Face to Face. Im August desselben Jahres wurde die Ehe mit Christie Brinkley geschieden. In den folgenden Jahren trat Billy Joel hauptsächlich durch Gemeinschaftsprojekte und bei Benefizkonzerten in Erscheinung. Im März 1999 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Am 31. Dezember 1999 trat er im New Yorker Madison Square Garden auf, das Konzert wurde auf dem Doppel-Album 2000 Millennium Concert veröffentlicht. Darüberhinaus gab es 1998 und 2001 Fortsetzungen der Face to Face-Tour mit Elton John. Am 2. Oktober 2004 heiratete der damals 55-jährige Joel die 23-jährige Restaurantkritikerin Katie Lee.

2006 war Joel wieder auf einer Tournee, die ihn am 29. Juni (Hamburg) und 2. Juli 2006 (Frankfurt) zum ersten Mal seit zwölf Jahren für zwei Konzerte auch nach Deutschland führte. Im Rahmen dieser Tour hat er zwölf Mal in Folge im ausverkauften Madison Square Garden gespielt, was vor ihm noch nie jemand erreicht hat. Diese zwölf Auftritte sind als Querschnitt am 9. Juni 2006 ein neues Live-Album mit dem Titel 12 Gardens Live veröffentlicht worden. Als Abschluss des Europa-Teils der Tour spielten er und Bryan Adams am 31. Juli 2006 vor 500.000 Zuschauern bei einem Gratis-Konzert vor dem Kolosseum in Rom.

Am 7. Februar 2007 erschien mit "All My Life" nach 17 Jahren wieder eine neue Single von Billy Joel.

Diskographie

  • 1971: Cold Spring Harbor (LP)
  • 1973: Piano Man (LP)
  • 1974: Streetlife Serenade (LP)
  • 1976: Turnstiles (LP)
  • 1977: The Stranger (LP)
  • 1977: Movin' Out
  • 1977: Only The Good Die Young
  • 1978: 52nd Street (LP)
  • 1980: Glass Houses (LP)
  • 1981: Songs In The Attic (Live-Album)
  • 1982: The Nylon Curtain (LP)
  • 1983: An Innocent Man (LP)
  • 1985: Greatest Hits Volume I & II (Compilation)
  • 1986: The Bridge (LP)
  • 1987: Концерт (Live in Leningrad) (LP)
  • 1989: We Didn’t Start the Fire
  • 1989: Storm Front (LP)
  • 1990: Souvenir - The Ultimate Collection (Live At The Yankee Stadium)
  • 1993: River Of Dreams (LP)
  • 1994: Live From The River Of Dreams (Live-Album)
  • 1997: Greatest Hits Volume III (Compilation)
  • 2000: 2000 Millennium Concert (Live-Album)
  • 2001: The Essential Billy Joel (Compilation)
  • 2001: Fantasies And Delusions (von Joel komponierte Klavierstücke, gespielt von Richard Joo)
  • 2001: The Ultimate Collection (Compilation)
  • 2002: Movin' Out (Movin' Out Original Cast Recording)
  • 2005: My Lives (5 CD/DVD Box-Set)
  • 2006: 12 Gardens Live (Live-Album)

Weblinks

Quelle:
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