Für die Biosphäre [bioˈsfɛːrə] (von griechisch βίος, bíos = Leben und σφαίρα, sfaera = Kugel) gibt es verschiedene Definitionen.
Zum einen wird die Biosphäre als Teil der obersten Erdkruste, der Erdoberfläche und der Atmosphäre definiert, die von lebenden Organismen bewohnt wird (Lit.: Murawski), bzw. den Organismen einen Lebensraum bietet.
Zum anderen als Gesamtheit der lebenden organischen Substanzen, Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und nicht zuletzt uns Menschen (Lit.: Mason & Moore, 85).
Nach der ersten Definition ist die Biosphäre eine Zone, der drei Geosphären angehören, die Hydrosphäre, der oberste Teil der Lithosphäre und der unterste Teil der Atmosphäre (Lit.: Hohl, 85). Anstelle der Lithosphäre wird häufig der Boden auf den Kontinenten gewertet und als Pedosphäre einbezogen. Die Schichtdicke dieser Zone ist im Mittel recht gering und wird nur mit etwa 1000 m angesetzt.
Nach der zweiten Definition wird als Biosphäre die Biomasse aller Organismen betrachtet. Damit werden die gesamte Hydrosphäre, die Pedosphäre und die untere Atmosphäre in die Betrachtungen einbezogen.
Werden allein die Lebensräume der Gewässer betrachtet, spricht man von der Hydro-Biosphäre, bei den Landlebensräumen von der Geo-Biosphäre. Je nach Betrachtungsperspektive betrachtet man Biosphären geografisch (siehe Biogeographie), in ihrer zeitlichen Entstehung (siehe Sukzession) oder in ihrer Bedeutung für bestimmte Organismengruppen wie etwa Pflanzen oder Tiere.
Der Begriff „Biosphäre“ wird aber des Weiteren auch für die Namen von Projekten verwendet:
„Biosphäre 1“, die Erde, ist ein beschränkt offenes System. Im Gegensatz hierzu handelt es sich bei Biosphäre 2 und 3 um unvollkommene, kurzfristige Versuche, ein solches System eines kompletten, in sich dauerhaften Lebensraumes im Kleinen nachzubilden. Computergestützte Nachbildungen der Biosphäre 1 als Biosphären-Modelle sind Gegenstand der Forschung. An diesem Thema arbeitet beispielsweise eine Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena.
Des weitern wurde in den Geisteswissenschaften eine Semiosphäre in Analogie zur Biosphäre entwickelt. Hauptvertreter dieses semiotischen Ansatzes ist Juri Michailowitsch Lotman. Es handelt sich um einen abgeschlossenen Raum, innerhalb dessen kommunikative Prozesse stattfinden.