| Karte | |
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat | Deutschland |
| Erzbistum | Hamburg |
| Bischof | Norbert Trelle |
| Weihbischöfe | Hans-Georg Koitz Nikolaus Schwerdtfeger |
| Emeritierter Bischof | Josef Homeyer |
| Generalvikar | Werner Schreer |
| Fläche | 30.000 km² |
| Dekanate | 24 (31. Dezember 2006) |
| Pfarreien | 243 (31. Dezember 2006) |
| Einwohner | 5.700.000 (2004) |
| Katholiken | 645.861 (31. Dezember 2006) |
| Anteil | 11,33 % |
| Diözesanpriester | 360 (2004) |
| Ordenspriester | 66 (2004) |
| Ordensbrüder | 75 (2004) |
| Ordensschwestern | 409 (2004) |
| Ständige Diakone | 88 (31. Dezember 2006) |
| Katholiken je Priester | 1.516 |
| Kathedrale | Hildesheimer Dom |
| Anschrift | Domhof 18-21 31134 Hildesheim |
| Webpräsenz | www.bistum-hildesheim.de |
| Kirchenprovinz | |
Das Bistum Hildesheim (lat. Dioecesis Hildesiensis) ist eine römisch-katholische Diözese in Norddeutschland. Ihr Gebiet entspricht dem östlich der Weser gelegenen Anteil Niedersachsens und dem Norden des Bundeslandes Bremen (Bremen-Nord, also die Anteile der Stadt Bremen nördlich der Lesum, und Bremerhaven). Es ist eines der flächengrößten Bistümer Deutschlands, umfasst jedoch fast ausschließlich Regionen, in denen die Katholiken eine Minderheit bilden und damit in der Diaspora leben. Nur das im Süden des Bistums gelegene Dekanat Untereichsfeld sowie die Dörfer des alten "(kleinen) Stifts" im Raum Hildesheim haben eine katholische Bevölkerungsmehrheit.
Inhaltsverzeichnis |
Um 800 gründet Karl der Große ein Missions-Bistum in Elze (damals Aula Caesaris und Aulica genannt, etwa 19 km westlich vom heutigen Hildesheim gelegen). Das Bistum wurde 815 von seinem Sohn Ludwig dem Frommen nach Hildesheim verlegt (siehe auch Gründungssage).
Das Bistum umfasste zur Zeit seiner Gründung die 17 sächsischen Gaue Astfala (um Hildesheim, Hannover, Peine, Braunschweig, Leine bis Oker), Flutwidde (Dreieck Meinsen, Celle, Burgdorf), Liergewe (Braunschweig Wolfenbüttel süd-westwärts der Oker), Saltgau (um Salzgitter), Wenzigau (Dreieck Bilderlahe, Liebenburg, Lutter am Barenberge), Ambergau (um Bockenem bis Woldenberg und Seesen), Flenithgau (Gandersheim, Winzenburg), Aringo (Gronau bis Alfeld), Tilithigau (Viereck Lauenstein, Lauenau, Bad Münder, Hameln), Valingau (Gronau, Poppenburg, Elze), Gudingau (um Eime zwischen Saale und Leine), Scotelingau (nördlich von Steuerwald), Muldese (um Isernhagen) , Marstemgau (Calenberg, Spiegelburg, Hannover, Deister), Osterwalde (Zwischen Erse und Aller), Helingau (um Gifhorn) und Muthiwide (Zusammenfluss von Aller und Oker).[3]
Unter Bischof Altfrid entstand 852-872 der erste steinerne Dombau, dessen Grundriss bis heute unverändert blieb.
Seine größte Bedeutung erlangte das Bistum Hildesheim zur Zeit der Sachsenkaiser durch die heiligen Bischöfe Bernward (993-1022) und Godehard (1022-1038). Architektur- und Kunstschätze aus dieser Zeit prägen bis heute das Bild der Stadt.
Von 1235 bis 1802 war der Bischof von Hildesheim zugleich Reichsfürst. Sein Territorium, das Fürstbistum Hildesheim, war kleiner als die Diözese. Ab 1500 gehörte es zum Niedersächsischen Reichskreis. Als Folge der Hildesheimer Stiftsfehde (1518-1523) wurde das Gebiet um die Hälfte verkleinert.
Rat und Bürgerschaft der Stadt Hildesheim sowie die welfischen Territorien, die den größten Teil des Hildesheimer Diözesangebiets ausmachten, gingen im 16. Jahrhundert zum lutherischen Bekenntnis über. Nur der Dom und mehrere Klosterkirchen der Stadt sowie die Dörfer des Stiftsgebiets nach 1523 (sog. Stiftsdörfer Algermissen, Bettmar, Borsum, Detfurth, Diekholzen, Dinklar, Förste, Giesen, Harsum, Ottbergen u.a.) blieben katholisch. Von den norddeutschen Bischofssitzen bestand außer Osnabrück nur Hildesheim ununterbrochen fort.
Die kirchlichen Diözesangrenzen von 815 wurden bis 1823 nicht verändert, auch als die Nachbarbistümer Minden, Verden und Halberstadt untergegangen waren und ihre Diözesangebiete zu den Nordischen Missionen, später dem Apostolischen Vikariat des Nordens gehörten.
Im Zuge der territorialen Neuordnung des Reichs als Folge des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Fürstbistum Hildesheim 1643 in den Grenzen vor 1523 wiederherhergestellt. Die inzwischen lutherischen Gebiete, die nun wieder zur Herrschaft des Hildesheimer Stuhls gehörten, wurden jedoch nicht rekatholisiert. Lediglich einzelne Pfarreien, Klöster und Gottesdienststationen entstanden neu (Bolzum, Gronau, Lamspringe, Peine, Poppenburg, Ringelheim, Ruthe, Westfeld u.a.).
Im 18. Jahrhundert hielt sich das kleine Fürstbistum Hildesheim durch Personalunionen mit mächtigeren geistlichen Staaten Nordwestdeutschlands. Fürstbischof Clemens August aus dem Hause Wittelsbach regierte fast vier Jahrzehnte lang zugleich Köln, Münster, Paderborn, Osnabrück und Hildesheim.
Nach dem Ende der geistlichen Fürstentümer wurden die Grenzen des Bistums Hildesheim 1824 neu gezogen (Zirkumskriptionsbulle Impensa Romanorum Pontificum). Es umfasst seitdem, mit wenigen Abweichungen, den östlich der Weser gelegenen Teil der preußischen Provinz Hannover beziehungsweise des Landes Niedersachsen, damit auch das ehemals kurmainzische, katholisch gebliebene Untereichsfeld mit Duderstadt.
Die Zahl der Diözesanen ist durch den Zuzug ostdeutscher Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg stark angewachsen (zur Zeit etwa 646.000). Für diese wurden in allen Teilen der Diözese neue Pfarreien und Kirchen errichtet. Diese neuen Kirchen wurden häufig in einfacher Beton-Bauweise erbaut, so dass man sie gegebenenfalls schnell wieder abreißen kann, da man zunächst davon ausging, dass die Flüchtlinge eines Tages in die ehemals Deutschen Ostgebiete zurückkehren würden und dadurch die Katholikenzahlen ebenso schnell wieder abfallen, wie sie nach dem Krieg angestiegen waren. Im Zuge der Einsparungen nach dem Rückgang der Kirchensteuereinnahmen zum Jahrtausendwechsel ist auch die Schließung vieler Kirchen vorgesehen. Hierbei kommt einem die oft einfache, provisorische Bauweise der Kirchengebäude entgegen, da gegebenenfalls ein Abriss des Gebäudes ohne großen Aufwand möglich ist.
Seit der Gründung des Erzbistums Hamburg am 7. Januar 1995 gehört das Bistum Hildesheim zur Hamburger Kirchenprovinz (vorher Erzbistum Paderborn). Die südlich der Elbe auf Hamburger Stadtgebiet gelegenen Pfarren (Harburg) wurden an die benachbarte Erzdiözese abgetreten.
Seit dem 13. November 1983 war Dr. Josef Homeyer Bischof von Hildesheim. Nachdem Papst Johannes Paul II seinem Rücktrittsgesuch zum 75. Geburtstag stattgegeben hatte, übernahm im August 2004 der dienstälteste Weihbischof Hans-Georg Koitz die Leitung der Diösese und wurde vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt. Die Sedisvakanz bis November 2005 war eine der längsten der jüngeren Kirchengeschichte.
Am 29. November 2005 um 12 Uhr wurde der Name des neuen Bischofs in Hildesheim und Rom bekannt gegeben. Es ist der Kölner Weihbischof Norbert Trelle. Am 11. Februar 2006 war die feierliche Amtseinführung (Inbesitznahme der Cathedra) im Dom zu Hildesheim.
Das Amt des zweiten Weihbischofs hat Dr. Nikolaus Schwerdtfeger inne.
Bis zu seiner Emeritierung lud Bischof Josef über 20 Jahre die Jugendlichen des Bistums zur Chrisammesse ein. Diese Tradition ist in dieser Form einzigartig. Bischof Norbert führte diese Tradition gleich nach seiner Amtsübernahme fort.
(Auswahl)
(Auswahl)
(Auswahl)
(Auswahl)
In Hildesheim direkt befinden sich eine Reihe von Schulen in der Trägerschaft des Bistums Hildesheim: Zum Beispiel das Bischöfliche Gymnasium Josephinum Hildesheim, das Gymnasium Marienschule und die Realschule Albertus Magnus sowie die St.-Augustinus-Schule und die Don-Bosco-Schule. Dazu werden über das gesamte Bistum verteilt noch ein weiteres Gymnasium und viele Haupt-, Real-, und vor allem Grundschulen unterhalten.
Ökonomische Zwänge durch Rückgang der Kirchensteuereinnahmen sowie Priestermangel und Rückgang der Zahl praktizierender Katholiken führen dazu, dass einerseits Gemeinden zu Seelsorgeeinheiten fusionieren, andererseits aber auch Kirchen geschlossen werden (Siehe auch: Kirchenschließung). Die Gebäude werden als Wohnraum umgebaut, an andere Glaubengemeinschaften abgetreten oder abgerissen. Folgende Kirchen sind u.a. betroffen:
Gegenwärtig befindet sich die Kirche von Hildesheim in einem Neuorientierungsprozess. Das gesamtdeutsche Phänomen der "Glaubensverdunstung" verschärft sich in der Diasporasituation. Den noch vom Herkunftsmilieu geprägten katholischen Vertriebenen ist eine zweite und dritte Generation gefolgt, die schlesisches oder ermländisches Brauchtum nicht mehr kennen gelernt hat. Auch im Eichsfeld und in den Stiftsdörfern lässt die prägende Kraft des Festkalenders und der katholischen Verbände nach. In der Statistik der Gottesdienstbesucher bildet Hildesheim (hier wiederum das Dekanat Verden) unter den deutschen Diözesen das Schlusslicht (11 %). Ein gewichtiger Grund für den Rückgang der Kirchenmitglieder sind - mehr noch als Kirchenaustritte - ein Ungleichgewicht zwischen Taufen und Beerdigungen bei einem weiter steigenden Altersdurchschnitt der Katholiken.
Auf diese Entwicklung reagiert die Bistumsleitung mit Zusammenlegung von Pfarreien, Verringerung des Personals, mittelfristig auch mit Schließung von Kirchen. Gleichzeitig wird durch die Förderung "kleiner geistlicher Gemeinschaften" und der Subjektwerdung der Laien eine Erneuerung und Intensivierung des kirchlichen und spirituellen Lebens angestrebt.
Wegen der Abnahme der Katholikenzahlen und des Priestermangels im Bistum Hildesheim, so wie der zunehmend schlechter werdenden finanziellen Situation des Bistums, wurde 2003 das Konzept "Eckpunkte 2020" erarbeitet, das neben direkten Einsparungen (z.B. durch Schließung von Einrichtungen) auch eine durch Zusammenlegung erreichte Verringerung der Anzahl der Gemeinden von damals 350 auf 124 im Jahr 2014 vorsieht. Mit der Umsetzung des Konzeptes wurde bereits 2004 mit der Zusammenlegung von 49 Pfarrgemeinden zu 19 größeren Gemeinden begonnen. Insgesamt sollen die Ausgaben des Bistums bis zum Jahr 2020 jährlich nur noch etwa 2/3 des Haushalts 2003 betragen.
Die Erstreckung der Kirchensteuer im Bistum Hildesheim auf nicht der katholischen Kirche angehörige Ehepartner 2006 hatte zur Folge, dass im Bistum Hildesheim 2006 rund 6.000 gemischt-konfessionelle Ehepartner aus der katholischen Kirche ausgetreten sind.
Seite des Bistums zu diesem Thema
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