| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Anhalt-Bitterfeld | |
| Verwaltungsge- meinschaft: |
Bitterfeld-Wolfen | |
| Koordinaten: | 51° 37′ N, 12° 19′ O | |
| Höhe: | 75–90 m ü. NN | |
| Fläche: | 27,85 km² | |
| Einwohner: | 15.646 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 562 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 06731–06749 | |
| Vorwahl: | 03493 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ABI | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 82 015 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 7 06749 Bitterfeld-Wolfen (OT Bitterfeld) |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. Werner Rauball (SPD) | |
Bitterfeld ist ein Ortsteil der Stadt Bitterfeld-Wolfen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt und ein Zentrum der chemischen Industrie. Bis zum 30. Juni 2007 war Bitterfeld eine eigenständige Stadt und Kreisstadt des Landkreises Bitterfeld.
Inhaltsverzeichnis |
Bitterfeld liegt etwa 25 km nordöstlich von Halle (Saale) und etwa 35 km nördlich von Leipzig. Östlich befindet sich der Muldestausee. Südöstlich der Stadt schließt sich die Goitzsche und im Norden der Ortsteil Wolfen an. Die Stadt liegt im Naturraum Bitterfelder Bergbaurevier.
Angrenzende Gemeinden sind Friedersdorf, Greppin, Holzweißig, Mühlbeck, Muldenstein, Pouch, Sandersdorf und Zscherndorf.
Die durchschnittlich Lufttemperatur in Bitterfeld beträgt 10,0 °C, der jährliche Niederschlag 518 Millimeter.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Bitterfeld ein modernes Industriezentrum, in Zeiten der späten [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurde es zu einem Symbol für die marode Ausstattung der Wirtschaft und gefährliche Umweltverschmutzung. In jenen Jahren trug die Stadt auch den wenig schmeichelhaften Titel „dreckigste Stadt Europas“. Mit der Wende nach 1989 und den sich ergebenden Industriestilllegungen konnten Menschen, Pflanzen und Natur bildlich gesprochen wieder aufatmen. Wenn auch der Wegfall vieler Arbeitsplätze vielfach eine enorme Belastung für die Menschen bedeutete, konnte nun daran gedacht werden, die geschundene Region wieder lebenswerter zu machen. Mit milliardenschweren Rekultivierungsleistungen wurde die Bergbaufolgelandschaft um Bitterfeld in eine Seenlandschaft verwandelt, welche heute Wanderern und Wassersportlern ein kleines Paradies beschert. Stück für Stück kann beobachtet werden, wie die Natur ihre alten Narben heilt. Monika Maron porträtierte in ihrem Roman Flugasche die äußerst schwierigen Produktionsbedingungen in Bitterfelder Chemiebetrieben. Trotz Stilllegung von zahlreichen Industriebetrieben und wirtschaftlichen Problemen ist Bitterfeld als Teil des „Mitteldeutschen Chemiedreiecks“ um Halle (Saale) und Leipzig mit dem neuen „Chemiepark“ (siehe unten) noch immer ein bedeutender Standort der modernen chemischen Industrie.
Das Bitterfeld-Syndrom bezeichnet eine anthropogen bedingte Bodendegradation durch lokale Kontamination, Abfallakkumulation und Altlasten. In Bitterfeld wurde dieses Syndrom erstmals diagnostiziert. Die Ursachen für die starken Umweltprobleme in Bitterfeld lagen in der Ansiedelung von Schwerindustrie ohne ausreichende Umweltschutzmaßnahmen.
Bitterfeld ist am 1. Juli 2007 mit der Nachbarstadt Wolfen und den Gemeinden Greppin, Holzweißig und Thalheim zur neu gegründeten Stadt Bitterfeld-Wolfen fusioniert. Die Stadt Bitterfeld-Wolfen wird voraussichtlich entweder zum 1. Juli 2009 oder erst 2011 mit Bobbau fusionieren (laut Bürgeranhörung sind 54% der Einwohner Bobbaus gegen die Fusion mit Bitterfeld-Wolfen). Die Stadt Bitterfeld-Wolfen hat zusammen etwa 50.000 Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt Sachsen-Anhalts.
Zudem schlossen sich im Zuge des Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt die Landkreise Bitterfeld und Köthen mit großen Teilen des Landkreises Anhalt-Zerbst zum Landkreis Anhalt-Bitterfeld zusammen.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1840 31. Dezember):
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1840 bis 1939
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1946 bis 1995
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2000 bis 2006
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1 29. Oktober
2 31. August
3 03. Oktober
4 30. Juni
Der Ortschaftsrat des Ortsteils Bitterfeld hat 19 Sitze. Bei der letzten Wahl zum Ortschaftsrat am 22. April 2007 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Blasonierung: „In Silber auf gewölbtem grünen Schildgrund einen roten Rundturm mit grünem, rot bekreuztem Spitzdach und offenem Rundbogenfenster über offenem Rundbogentor; der Turm beseitet von je einem schwebenden Dreieckschild, rechts: neunmal von Schwarz über Gold geteilt, schrägrechts belegt mit einem grünen Rautenkranz (Sachsen), links: in Silber drei (2:1) rote Seeblätter (Grafen von Brehna).“
Hinweis: Die bildhafte Darstellung des Wappens ist nicht richtig: Rundbogenfenster und Rundbogentor sind in Silber darzustellen.
Bitterfeld unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten:
In dem 1839 in der Stadtmitte als Schulgebäude errichteten Kreismuseum befinden sich neben Dauerausstellungen zur Regionalgeschichte, Geologie, Biologie, Archäologie. Daneben ist eine Dauerausstellung der Ballonfahrt gewidmet, die in Bitterfeld auf eine 90jährige Tradition zurück blicken kann. Im Keller ist eine ständige Ausstellung zum Bitterfelder Bernstein zu sehen, die die einzige deutsche, im Abbau befindliche Bernsteinlagerstätte nach dem Zweiten Weltkrieg beschreibt.
Mit Beginn des Braunkohletagebaus 1839 südlich von Bitterfeld nahm der Ort einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung. Die über den Kohlefeldern lagernden Tonschichten begünstigten ein schnelles Wachstum der Steinzeugindustrie, die neben der im Rheinland zu den wichtigsten des Deutschen Reiches gehörte. 1893 errichtete Walther Rathenau die Elektrochemischen Werke, denen noch im gleichen Jahr die Chemische Fabrik Griesheim als weiterer Betrieb der Elektrochemie folgt. Hiermit war der Grundstein für Bitterfeld als bedeutendster Ort der europäischen Chlorchemie gelegt. Ausschlaggebender Grund für die Ansiedlung waren die ausgiebigen und preiswerten Kohlevorkommen, die zur Herstellung von elektrischer Energie benötigt wurden. Die chemische Industrie expandierte enorm und gewann während des Ersten Weltkrieges zusätzlich an Bedeutung, als das rohstoffarme Deutschland gezwungen war, auf chemischem Wege gewonnene Ersatzprodukte zu schaffen. In Bitterfeld wurde 1915 eine der größten Aluminiumhütten errichtet, daneben entstanden Großkraftwerke. Auch der Braunkohletagebau erweiterte sich zusehends, was negative Auswirkungen auf die Landschaft hatte. Mit Bildung der I.G. Farben AG 1925 wurde Bitterfeld ab 1926 Sitz der I.G. Farben Betriebsgemeinschaft Mitteldeutschland. In den Folgejahren kamen die Braunkohlengruben in den Besitz der I.G. Farben.
Nach Kriegsende wurden die Betriebe 1946 in Sowjetische Aktiengesellschaften überführt, um dann als Volkseigene Betriebe der DDR übereignet zu werden. In Bitterfeld entstanden so die VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld (EKB) die 1969 in den VEB Chemiekombinat Bitterfeld (CKB) übergingen. Bitterfeld beherbergte mit dem VEB Industrie- und Kraftwerksrohrleitungsbau Bitterfeld (IKR) einen weiteren bedeutenden Betrieb der DDR-Wirtschaft. Die Betriebe der Steinzeugwerke wurden in den VEB Steinzeugwerke Bitterfeld überführt, der bis 1959 bestand. Ein weiteres bedeutendes Unternehmen war das Braunkohlenkombinat Bitterfeld (BKK). Die Umweltprobleme, die die Bitterfelder Industrie aufgrund einer stark überalterten Ausstattung ohne Umweltschutzmaßnahmen verursachte, sind legendär. Plakativ aber nicht ganz ohne Anlass wurde Bitterfeld daher als „schmutzigste Stadt Europas“ bezeichnet.
1990 erfolgte die großflächige Stilllegung von Industriebetrieben und das Ende des Braunkohlenbergbaus. Die Tagebaubrachen wurden größtenteils geflutet und mit erheblichen Fördermitteln renaturiert. Das Gelände der chemischen Industrie wurde privatisiert und daraus hervorgegangene Betriebe führten zusammen mit namhaften Neuansiedlern (Bayer, Heraeus, Akzo Nobel, Degussa) die Tradition Bitterfelds als bedeutenden Chemiestandort fort. Im Bayer-Werk Bitterfeld werden z.B. fast alle Aspirin-Tabletten für den europäischen Markt produziert. Als Standortvorteil erweist sich ein Stoffverbund, der über ein weitverzweigtes Rohrbrückensystem innerhalb des Chemieparks zwischen verschiedenen Anliegern, speziell im Bereich der Chlorchemie, durchgeführt wird. Der politische Wechsel 1989/1990 und die anschließende Umgestaltung und Privatisierung der Industrie führte zu einer Arbeitslosigkeit von über 20%, die seit längerer Zeit mit Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit abgemildert wird. Gegenwärtig nimmt die hiesige Wirtschaft eine zunehmend positive Entwicklung. Die Gründung des Q-Cells-Konzerns mit seinen Töchterfirmen hat Bitterfeld-Wolfen und das angrenzende Thalheim zu einem Weltzentrum der Solarindustrie gemacht. Bereits über 1000 hochqualifizierte Mitarbeiter wurden eingestellt und sorgen für eine zunehmende Wirtschafts- und Kaufkraft am Standort Bitterfeld.
Anschluss an ein reguläres Wegenetz erhielt der Kreis Bitterfeld 1823 mit Anbindung an die Chaussee von Berlin über Halle (Saale) nach Kassel. Ihr Verlauf entspricht auf Kreisgebiet dem der heutigen Bundesstraße 100. Die im Jahr 1840 eröffnete Bahnverbindung Magdeburg - Halle (Saale) schließt den Kreis Bitterfeld an das noch junge deutsche Bahnnetz an. Allerdings ist der Nutzen gering, da die Linie nur den westlichen Teil des Kreises berührt. Die Situation verbessert sich, als Bitterfeld 1857 eine Bahnverbindung nach Dessau erhält und an das Netz der Berlin-Anhalter Eisenbahn angeschlossen wird. Bereits zwei Jahre später entstehen Verbindungen nach Leipzig, Halle (Saale) und Wittenberg. Bitterfeld wird damit 1859 zu einem Bahnknoten und bietet eine hervorragende Ausgangslage für die Entwicklung der einheimischen Braunkohlen- und Steinzeugindustrie. Ergänzt wird das Bahnnetz 1897 mit der Linie Bitterfeld - Stumsdorf, die den Bahnknoten Bitterfeld direkt mit der Linie Magdeburg - Halle (Saale) verbindet. 1868 wird die Kreischaussee Bitterfeld - Zörbig eröffnet. Ab 1911 ist Bitterfeld an den elektrischen Zugverkehr angeschlossen. Die erste normalspurige Vollbahnstrecke des deutschen Reiches nimmt zwischen Bitterfeld und Dessau ihren Betrieb auf. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wird der elektrische Betrieb eingestellt und erst 1922/1923 wieder aufgenommen. Bitterfeld ist nun Teil des Mitteldeutschen Ringes, der von Magdeburg über Dessau nach Halle (Saale) und Leipzig verläuft. Die Reichsautobahn von Berlin nach Nürnberg (die heutige A9) berührt den Kreis und wird 1936 eröffnet. Drei Auf- und Abfahrten befinden sich im Kreis: Dessau-Süd, Wolfen und Brehna.
Folgende Unternehmen (Auswahl) sind im neu entstandenen Preiss-Daimler ChemiePark Bitterfeld Wolfen [1] angesiedelt:
Hinweis: Die Ehrenbürgerwürde ist ein Recht, das nach § 34 der Gemeindeordnung von Sachsen-Anhalt nur an lebende Personen verliehen werden kann. Es erlischt mit dem Tod. Gleiches galt auch für die vorher geltende Provinzialverfassung des Landes Sachsen-Anhalt. Aus diesem Grund hat Bitterfeld zurzeit strenggenommen mit Ernst Thronicke nur einen Ehrenbürger.
Der Rat der Stadt bestand aus dem Bürgermeister und des bis zu drei Ratsfreunden. Sie alle wurden jährlich neu gewählt, sodass jeder von ihnen im Abstand von drei Jahren mindestens einmal den Vorsitz des Rates ausübte.
Bürgermeister des 17. bis in das 18. Jahrhundert hinein sind bis auf einen Valentin Becker, der 1661 starb, nicht bekannt.
Sehen wir uns nicht in dieser Welt, dann sehen wir uns in Bitterfeld.
Dieser Spruch zierte den Giebel der Gaststätte „Preußische Krone“ am Kreuzeck, eine von zahlreichen Reisenden frequentierte Station am Schnittpunkt wichtiger Reise- und Handelsrouten. Hier kreuzten sich die Wege Berlin - Wittenberg - Halle und Magdeburg - Dessau - Leipzig, so wie bis heute die beiden wichtigen Eisenbahnlinien. Dieses Zitat wird auch weiterhin heutzutage als Running Gag im Usenet oder in Foren häufig verwendet, allerdings in etwas abgewandelter Form.
WIM, Berlin, Koprod.: MDR, 2005/06, Bestell.: info@wim-berlin.de, Priv.Nutz.: 25,00€, Ö+V Rechte: 79,00€,
Juni 88, eineinhalb Jahre vor dem Fall der Mauer: Einer kleinen Gruppe Ost- und Westdeutscher Umweltaktivisten und Journalisten gelingt es, heimlich ein Video über die katastrophale Umweltsituation in Bitterfeld zu drehen. Und das, obwohl Umweltdaten in der DDR absolutes Staatsgeheimnis sind. Der Film rekonstruiert, wie es möglich war, trotz der Präsenz von 18 000 Stasi-Leuten in der Region unentdeckt die Aufnahmen zu machen, sie in den Westen zu schmuggeln und dort als Magazinbeitrag im Westfernsehen unterzubringen. Von der Belegschaft des Chemiekombinats und aus der Bevölkerung kommen immer bohrendere Fragen. Die SED-Funktionäre stehen Kopf und setzen die Stasi unter Erfolgsdruck. Riesige Giftmülldeponien werden panisch einplaniert. Aber unter der Erde liegt nun eine Zeitbombe.....
Gefördert durch: Stiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur, Hans-Böckler-Stiftung, Das Land Sachsen-Anhalt