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Bleistiftrock

Ein Bleistiftrock (engl. hobble skirt oder pencil skirt) ist ein besonders enger langer Rock. Er kam erstmals im 19. Jahrhundert in Mode. Synonyme und verwandte Bezeichnungen sind: Fesselrock, Mumienrock, Schlauchrock oder Humpelrock.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bleistiftröcke tauchten mehrfach in der Mode auf. Ein frühes Beispiel sind die Röcke um 1880, die allerdings wenige Jahre später wieder weiter wurden. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff Bleistiftrock die besonders engen und langen Röcke ab 1910/11. Bekannt wurden vor allem die Bleistiftröcke des französischen Modedesigners Paul Poiret. Der enge Schnitt des Bleistiftrocks ist geeignet, die Körperform der Trägerin besonders schlank erscheinen zu lassen, vor allem in der Kombination mit figurbetonten Oberteilen, etwa mit einem Korsett. Das Korsett wurde bereits seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder getragen, allerdings in Kombination mit der Krinoline und später dem Cul de Paris, was eine völlig andere Körpersilhouette hervorrief. Poiret war möglicherweise vom Geisha-Look inspiriert. Wenige Jahre später verzichtete er bei seinen Entwürfen auf das Korsett und lancierte das Hosenkleid. Das gemeinsame und namensgebende Merkmal ist, dass die Trägerinnen nur kleine Schritte darin machen können, also zum unbeholfenen Trippeln oder Humpeln gezwungen sind. Um 1910 gab es immer wieder Presseberichte über Unfälle als Folge der bewegungsfeindlichen Bleistiftröcke: Frauen fielen häufig Treppen hinunter, kamen nicht schnell genug über die Straße oder verletzten sich beim Aussteigen aus Kutschen und Automobilen. In amerikanischen Bahnhöfen wurden zusätzliche Stufen angebracht, damit Frauen überhaupt in die Züge gelangen konnten, und in Dallas (USA) dachte man ernsthaft darüber nach, ob man die Bürgersteige aus Sicherheitsgründen absenken sollte. Angeblich geht die um 1915 eingeführte Form der Coca-Cola-Flasche auf den Bleistiftrock zurück.

Eine zweite Blütezeit erlebten die engen Röcke in den 1950er und 1960er Jahren, besonders in den USA, allerdings waren sie nicht mehr bodenlang. Und wie die Oscar-Preisverleihung im Jahre 2005 zeigte, bei welcher beispielsweise Mariah Carey einen Bleistiftrock trug, finden die Röcke auch heute noch Trägerinnen. Die Form wird immer wieder von Modeströmungen aufgenommen, so kreierte Madonna in ihrer Modelinie für das Modehaus H&M u.a. auch einen Bleistiftrock.[1]

Sexuelle Aspekte

Der enge Schnitt schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Wer so gekleidet ist, läuft nicht weg - jedenfalls nicht schnell. Dementsprechend könnte der Bleistiftrock als Symbol des Wunsches nach (männlicher) Dominanz interpretiert werden, ähnlich wie die kleinen, durch spezielle Bandagierung verkrüppelten Füße, die in China vormals als attraktiv galten. Dies kann auf Männer sexuell anziehend wirken.

Diese symbolische Unterwerfung der Trägerin kann als Modetrend verschleiert sein oder auch im Vordergrund stehen. Besonders im Bondage- oder Fesselungsbereich kann die Bewegungsmöglichkeit so stark eingeschränkt sein, dass Gehen fast unmöglich ist. Wenn diese Bewegungseinschränkung im Vordergrund steht, sind die Synonyme „Fesselrock“ oder „Mumienrock“ gebräuchlich. In diesen Fällen dient der Bleistiftrock als Fetisch und der Befriedigung eines gewissen Masochismus.

Quellen

  1. Werbeplakat mit Madonna im Bleistiftrock

Weblinks

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