Blindprägung, Blindpressung oder auch Blinddruck nennt man in der Buchherstellung das Einprägen von Mustern, Motiven oder Schrift auf Leder- und Pergamenteinbände ohne Farbe oder Gold. Blindpressung bezeichnet dabei die Prägung mit großen Stempeln oder Platten unter Einsatz maschineller Hilfsmittel, Blinddruck die rein handwerkliche Arbeit.
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Der Blinddruck ist die älteste Technik der Einbandverzierung. Schon aus der Spätantike sind blindbedruckte koptische Einbände bekannt. Der Kodex II von Nag Hammadi zählt dabei zu den frühesten bekannten Exemplaren.[1] In Europa trat der Blinddruck erstmals um 700 n. Chr. auf und blieb die bestimmende Art des Einbandschmuckes bis in die Renaissance. Im 19. Jahrhundert erfuhr die Technik noch mal eine Wiederbelebung.[2]. Heute wird der Blinddruck in der Regel nur noch für Liebhaber in Einzelfertigung hergestellt.
Für den Blinddruck erhitzt der Buchbinder seine Werkzeuge auf 80-90° Celsius. Entscheidend ist dabei die genaue Überprüfung der Temperatur, da zu große Hitze das Leder verbrennen oder sogar durchschneiden würde. Anschließend wird mit gleichbleibendem Druck in das angefeuchtete Leder gedruckt. Durch das Zusammenwirken der Temperatur und der Feuchte entsteht eine dunklere Färbung der gepressten Stellen. Der Glanz, die Glätte, die Gleichmäßigkeit des Abdrucks und die Konturschärfe hängen dabei sowohl vom ausgeübten Druck, von der Temperatur der Werkzeuge, von der Feuchtigkeit des Leders als auch von der möglichen Wiederholung des Vorgangs ab.
Für den Handblinddruck am besten geeignet sind pflanzlich gegerbte Leder mit offener Oberfläche. Sie dürfen zwar gefärbt, nicht jedoch mit Deckfarben beschichtet sein. Für den Einsatz in der Presse sind die sogenannten gedeckten Leder zwar geeignet, die charakteristische Färbung bleibt aber aus.[3]
Im Mittelalter geschah der Blinddruck noch einzig mithilfe von Stempeln und des Streicheisens, dem ältesten Werkzeug des Buchbinders, das für Linien gebraucht wurde. Die Motive der Stempel variierten von geometrisch und ornamental hin zu von der Natur inspirierten Formen menschlicher, tierischer und pflanzlicher Herkunft. Auch heraldische Darstellungen zählten zum gängigen Repertoire.
Zu diesen einfachen Werkzeugen entwickelten sich im Laufe der Zeit weitere Hilfsmittel:
Sowohl Stempel als auch Platten können positiv oder negativ geschnitten werden. Gängiger ist aber das negative Stechen, so dass Konturen und Hintergrund niedergedrückt werden und das Motiv erhaben erscheint. Eine detailreichere Darstellung erreicht man durch Reliefstempel, die dem Druck eine dreidimensionale Anmutung geben.[5]