Robert "Bobby" Kerr (* 9. Juni 1882 in Enniskillen, Irland, † 12. Mai 1963 in Hamilton, Ontario, Kanada) war ein kanadischer Leichtathlet, Olympiasieger und späterer Sportfunktionär.
Der gebürtige Ire wanderte im Alter von 5 Jahren mit seinen Eltern nach Kanada aus, wo er nach seiner Schulzeit als Feuerwehrmann arbeitete. In seiner Freizeit trainierte er verschiedene Laufdisziplinen und wurde schnell zum regional schnellsten Sprinter. Bei seiner ersten Teilnahme an den III. Olympischen Sommerspielen 1904 in St. Louis schied er in den Vorentscheidungen in allen drei von ihm belegten Disziplinen (60 m, 100 m, 200 m) aus. In der Folgezeit wurden seine Zeiten besser und er brach alle kanadischen Rekorde in den Sprintdistanzen von 40 bis 220 Yards.
1908 gewann er die britischen Meisterschaften über 100 und 200 Yards. Bei den IV. Olympischen Sommerspielen 1908 in London gewann er die Bronzemedaille im 100-Meter-Lauf, hinter dem Südafrikaner Reginald Walker (Gold) und dem US-Amerikaner James Rector (Silber) und am nächsten Tag die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf vor den beiden US-Amerikanern Robert Cloughen (Silber) und Nate Cartmell (Bronze).
Nach seiner aktiven Zeit als Sportler trainierte er die Athleten und Football-Teams von Hamilton und war bei den Olympiaden 1928 und 1932 einer der offiziellen Funktionäre. Danach wurde er Mitglied der Canadian Olympic Association und einer der Organisatoren der British Empire Games 1930 in Hamilton.
1900: John Tewksbury | 1904: Archie Hahn | 1908: Bobby Kerr | 1912: Ralph Craig | 1920: Allen Woodring | 1924: Jackson Scholz | 1928: Percy Williams | 1932: Thomas Edward Tolan | 1936: Jesse Owens | 1948: Melvin Patton | 1952: Andy Stanfield | 1956: Bobby Morrow | 1960: Livio Berrutti | 1964: Henry Carr | 1968: Tommie Smith | 1972: Walerij Borsow | 1976: Donald Quarrie | 1980: Pietro Mennea | 1984: Carl Lewis | 1988: Joe DeLoach | 1992: Mike Marsh | 1996: Michael Johnson | 2000: Konstantinos Kenteris | 2004: Shawn Crawford