Der Hauptbahnhof Bochum ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Bochum und zentraler Knotenpunkt aller öffentlichen Stadtverkehrsmittel. Er wurde ab 1955 neu errichtet und 1957 seiner Bestimmung übergeben. Sein Empfangsgebäude gilt als einer der bedeutendsten deutschen Bahnhofs-Neubauten der 1950er Jahre, dessen Gesamtwirkung von dem großen Foyer mit seinem geschwungenen Stahlbetondach und der Glasfassade bestimmt wird.
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An den vier Bahnsteigen (8 Gleise) des Bochumer Hauptbahnhof halten Fernreisezüge (ICE und InterCity) wie auch Regionalzüge (S-Bahn-, RegionalBahn- und RegionalExpress-Züge), außerdem einzelne Nachtzüge.
Vier im Personenverkehr wichtige Eisenbahnstrecken verlaufen durch den Hauptbahnhof Bochum:
Siehe auch: S-Bahn Rhein-Ruhr
Auf dem Bahnhofsvorplatz, der den Namen Kurt-Schumacher-Platz trägt, befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) für den Stadt- und den Reisebusverkehr. Unter dem eigentlichen Bahnhof liegen die drei Ebenen der gleichnamigen Stadtbahnstation. Die erste (Ebene -1) ist eine Verteilerebene. Auf der zweiten (Ebene -2) liegen die Seitenbahnsteige für zwei meterspurige Gleise, auf der die Linien 306 nach Wanne-Eickel und 308/318 nach Hattingen und in die Bochumer Vororte Grumme, Gerthe, Weitmar, Linden und Dahlhausen halten. In der dritten Ebene liegen die Gleise für die Stadtbahn U35, die Linie 302 nach Gelsenkirchen, Altenbochum und Laer und die Linie 310 nach Wattenscheid-Höntrop und über Laer hinaus nach Langendreer und Witten, in Form zweier Mittelbahnsteige in zwei räumlich getrennten Stationen. Diese führen entweder nach Bochum Rathaus bzw. kommen von dort. Der Buddenbergplatz am Hinterausgang des Bahnhofs wird für den Wochenmarkt genutzt. An der gleichnamigen Haltestelle halten eine Reihe von Bussen, die vom Hauptbahnhof in den Süden fahren. Durch den südlichen Nebenausgang besteht auch hier eine Umsteigemöglichkeit von und zu den Nah-und Fernzügen bzw. den Linien der Stadtbahn.
Nach der Eröffnung 1957 folgte Ende der 1970er Jahre der erste große Umbau des Bahnhofs. Dieser bestand aus drei Elementen:
In den Jahren 2004 bis 2006 wurde das Empfangsgebäude einschließlich der Zugangsanlagen und Bahnsteige während des laufenden Betriebes umfassend renoviert und im Inneren neu gestaltet. Offizielle Eröffnung des renovierten Hauptbahnhofs war am 29. Mai 2006. Bis zum Jahr 2006 wird auch der Bahnhofsvorplatz erneut modernisiert. Noch im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist weiterhin mit einem Ersatz der aus dem Jahr 1957 stammenden Eisenbahn-Signalanlagen zu rechnen (Die Arbeiten daran begannen im April 2007).
Der ursprüngliche Bochumer Hauptbahnhof befand sich einige hundert Meter weiter westlich an der Königsallee. Im Zweiten Weltkrieg wurde sein Empfangsgebäude bei britischen Bombenangriffen nahezu vollständig zerstört, wie auch große Teile der Innenstadt Bochums. Der nötige Wiederaufbau wurde von der Stadtplanung dazu genutzt, den Grundriss der Innenstadt und die Führung einiger Hauptverkehrsstraßen zu verändern, um eine zuvor nicht erfolgte Anpassung an die stark gestiegene Einwohnerzahl der Stadt zu erreichen. Auch der in seiner alten Lage nicht mehr erweiterbare Hauptbahnhof sollte näher an die Innenstadt heran verschoben werden.
Um aber den Bau des neuen Hauptbahnhofes am jetzigen Platz möglichst ungestört durchführen zu können, wurde an Stelle des zerstörten Empfangsgebäudes rechtzeitig zum Deutschen Katholikentag 1949 der Katholikentagsbahnhof als Provisorium errichtet. Das heute unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde nach der Eröffnung des jetzigen Hauptbahnhofes bis etwa 1990 von der Deutschen Bundesbahn als Schulungsstätte genutzt und steht seitdem leer.
Der alte Hauptbahnhof entstand aus dem Bahnhof Bochum der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft, die mit ihrer Hauptstrecke Duisburg – Mülheim – Essen – Steele – Bochum – Langendreer – Dortmund zu Beginn der 1860er Jahre die erste Eisenbahnstrecke durch das Bochumer Stadtgebiet in Betrieb nahm. Am südwestlichen Rand des historischen Stadtkerns, nördlich des entstehenden Stadtteiles Bochum-Ehrenfeld, gelegen, befand er sich in günstiger Position zu den wichtigen Schwerindustriebetrieben wie den Stahlwerken des Bochumer Vereins oder verschiedenen Kohlenzechen. Der Zugang für Passagiere war durch die Randlage aber nicht ideal, außerdem waren die Platzverhältnisse im Gleisdreieck zwischen der Hauptstrecke und der abzweigenden, 1870 eröffneten Strecke nach Herne-Rottbruch sowie der Königsallee angesichts des steigenden Verkehrsaufkommens unzureichend.
Nach der Verstaatlichung der großen Eisenbahngesellschaften durch den preußischen Staat wurde dem Bergisch-Märkischen Bahnhof der Name Bochum Süd zugeordnet, um ihn von dem östlich der Innenstadt gelegenen Bahnhof Bochum der Rheinischen Eisenbahngesellschaft zu unterscheiden. Letzterer bekam den Namen Bochum Nord und trägt ihn auch als reiner Güterbahnhof im frühen 21. Jahrhundert noch. Aus Bochum Süd wurde schließlich der alte Bochumer Hauptbahnhof.