Bodhgaya (Hindi, बोधगया, wörtlich „Ort der Erleuchtung“, von: bodhi = Erleuchtung) ist eine kleinere Stadt, die etwa 96 km von Patna entfernt im nordindischen Bundesstaat Bihar liegt.
In der Antike hieß die Stadt Uruvela (Pali) bzw. Urubilva (Sanskrit). Sie lag im Königreich Magadha, rund 90 km südlich von Pataliputra, wo Siddhartha Gautama um das Jahr 534 v. Chr. unter einer Pappel-Feige (Bodhi-Baum) die Erleuchtung (bodhi) erlangte. In Bodh-Gaya befindet sich eine der heiligsten Stätten des Buddhismus, der Mahabodhi-Tempel, wo der Mahabodhi wächst, der nach der Überlieferung ein Abkömmling jenes Baumes ist.
Auffassungen des Mahayana-Buddhismus zufolge sollen in unserem Weltzeitalter (Kalpa) 1000 Buddhas erscheinen, die alle in Bodhgaya Erleuchtung erlangen. Der historische Buddha Shakyamuni war der 4. Buddha in dieser Reihe. Bodhgaya wird im Mahayana-Buddhismus auch Vajrasana, der „Diamantene Thron“ genannt.
Bodhgaya ist seit 1953 ein internationales buddhistisches Pilgerzentrum. Buddhisten aus Sri Lanka, Thailand, Burma, Tibet, Butan und Japan errichteten in Bodhgaya zahlreiche Klöster und Tempel. 2002 wurde der Ort in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.