Bonifatius (auch Bonifacius) († 432) war ein weströmischer Feldherr und Patricius im 5. Jahrhundert n. Chr.
Er tat sich 413 bei der Verteidigung von Marseille gegen den Westgoten Athaulf hervor. In Africa später als Comes Africae bezeugt, stand er auch im persönlichen Kontakt mit Augustinus von Hippo.
429 widersetzte er sich dem Befehl seiner Vorgesetzten, nach Italien zurückzukehren; angeblich hatte er, nach Prokopios von Caesarea, deshalb die Vandalen unter Geiserich ins Land gerufen, was aber zweifelhaft ist. Jedenfalls bekämpfte er kurz darauf Geiserich, konnte sich gegen ihn jedoch nicht durchsetzen und wurde bald auch nach Italien abberufen; offenbar waren die Streitigkeiten mit dem Hof in Ravenna beigelegt. Bonifatius genoss nun wieder die Gunst der Galla Placidia, zumal in Italien der ehrgeizige Aëtius (der mit ihm und dem im Jahre 430 ermordeten Heermeister Felix um die militärische Macht im Westreich konkurrierte) den Aufstand geprobt hatte und Bonifatius ihn nun bekämpfen sollte. In der Schlacht bei Ariminum (Rimini) konnte Bonifatius sich gegen Aëtius durchsetzen, wurde aber in den Kämpfen verwundet und starb kurz darauf.
Bonifatius war mit Pelegia verheiratet, die wohl Arianerin war. Nach seinem Tod heiratete Aëtius die Witwe, um so Zugriff auf die beträchtliche Hinterlassenschaft des Bonifatius zu haben.