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| Boston | |
|---|---|
| Spitznamen: Beantown, The Hub of the Universe | |
| Siegel | Flagge |
| Basisdaten | |
| Gründung: | 1630 |
| Staat: | Vereinigte Staaten |
| Bundesstaat: | Massachusetts |
| County: | Suffolk County |
| Geographische Lage: | 42° 20' N 71° W |
| Zeitzone: | Eastern Standard Time (UTC-5) |
![]() Lage in Massachusetts |
|
| Einwohner: - Agglomeration: |
596.638 (2005) 7.465.649 |
| Bevölkerungsdichte: | 4.540 Einwohner je km² |
| Höhe: | 43 m ü. NN |
| Fläche: | 232,1 km² davon 125,4 km² Land |
| Stadtgliederung: | 23 Stadtbezirke |
| Postleitzahlen: | 02101–02117 |
| Vorwahl: | 617 |
| Website: | www.cityofboston.gov |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Thomas Menino |
| Satellitenbild | |
Boston [ˈbɔstən] ist die größte Stadt in Neuengland und Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Massachusetts an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Sie hatte im Jahr 2005 596.638 Einwohner.
Boston ist eine der ältesten, wohlhabendsten und kulturell reichsten Städte der USA.
Sie beheimatet in ihrem Großraum sowohl die weltberühmte Harvard University (Cambridge), als auch das fast ebenso bekannte MIT. Im kulturellen Bereich sind die Symphony Hall (eines der drei akustisch besten Konzerthäuser weltweit) und das in ihr (neben dem Boston Pops Orchestra) residierende Boston Symphony Orchestra weltbekannt. Die Wirtschaftskraft der Region wird hauptsächlich durch Bildungseinrichtungen, Gesundheitswesen, Finanzwirtschaft und Technologie bestimmt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt wurde 1630 von englischen Puritanern auf einer Halbinsel gegründet, die von den indianischen Ureinwohnern Shawmut genannt wurde. Damals war die von der Massachusetts Bay umgebene Halbinsel nur durch eine sehr schmale Landverbindung mit dem Festland verbunden. Die englischen Siedler gaben der jungen Stadt zunächst den Namen Trimountain. Erst später wurde sie in Boston umbenannt. Der Name geht zurück auf eine Stadt gleichen Namens in Lincolnshire, England, aus der einige der Puritaner stammten. Der erste Gouverneur der puritanischen 'Massachusetts Bay Colony', John Winthrop, hielt in der jungen Stadt eine als 'City upon the Hill' berühmt gewordene Predigt, in der er zum Ausdruck brachte, dass die Puritaner sich in einem besonderen Vertrag mit Gott verbunden wussten. Die puritanischen Werte, insbesondere Arbeit, Bildung und Gottesfürchtigkeit stabilisierten die Gesellschaft in hohem Maße und sind auch noch heute Bestandteil des gesellschaftlichen Leitbildes in Boston und Neuengland. So wurde bereits 1635, wenige Jahre nach der Siedlungsgründung, eine erste Lateinschule und 1636 die Harvard University, die erste Universität Amerikas gegründet.
Bekannt wurde die Stadt durch die Boston Tea Party vom 16. Dezember 1773. Damals lösten Proteste gegen eine Erhöhung der Teesteuer durch das britische Parlament den Unabhängigkeitskrieg aus. Eine rote Pflasterspur, der ca. vier km lange Freedom Trail, Amerikas "Pfad der Freiheit", führt zu sechzehn historischen Stätten in der Stadt, darunter der Boston Common, das Massachusetts State House sowie das Old State House.
Nach der amerikanischen Revolution wurde Boston einer der reichsten Handelshäfen der Welt. Zu den wichtigsten Handelsgütern gehörten Fische, Rum, Salz und Tabak. Seit den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts begann sich, bedingt durch die zunehmende Einwanderung, auch das Bild der Bevölkerung deutlich zu verändern: Gaben bislang fast ausschließlich protestantische Abkömmlinge englischer Einwanderer den Ausschlag, so nahm nun der Anteil der Katholiken insbesondere irischer, später auch italienischer Abstammung deutlich zu.
Der Flächenbedarf, der durch die wachsende Einwohnerzahl entstanden war, wurde auf eine eigene Art angegangen: Zwischen 1630 und 1890 verdreifachte sich das Stadtgebiet, jedoch nicht durch Eingemeindungen, sondern durch Landgewinnungen, insbesondere in den flachen Gewässern des Charles River und der Massachusetts Bay. Die dafür erforderlichen Erdmassen wurden vor allem durch die allmähliche Abtragung der drei Hügel gewonnen, die sich ursprünglich auf der Halbinsel befanden (daher 'Trimountain'). Nur in den Straßen von 'Beacon Hill' kann man noch Reste der einstigen Steigungen erahnen. Das dortige 'State House', der Sitz des Gouverneurs von Massachusetts, befindet sich auf der Spitze des verkleinerten Hügels.
1872 wurde die Stadt Boston von dem größten Brand in ihrer Geschichte heimgesucht. Die umfangreichen Trümmer der verbrannten Gebäude wurden danach ebenfalls als Füllmaterial für Landgewinnungen verwendet. Am 15. Januar 1919 ereignete sich ein weiteres schweres Unglück in der Nähe von North End Park, bei dem 21 Menschen zu Tode kamen und weitere 150 verletzt wurden. Ein Melasse-Tank hielt aufgrund fehlerhafter Konstruktion dem Druck seines Inhalts nicht mehr stand und zerbarst, woraufhin sich 14.000 Tonnen Melasse in die Straßen Bostons ergossen und Passanten unter sich begruben.[1]
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts durchlebte die Stadt Boston einen Strukturwandel, der durch den Rückzug alter Industrien gekennzeichnet war und die auch im Zusammenhang mit einer im Vergleich zu anderen Gebieten in Neuengland hohen Lohnstruktur zu tun hatte. Der Faktor Arbeit war für viele Industriebetriebe zu teuer geworden, so dass sie abwandern mussten.[2] In der Folge reagierte die Stadt mit verschiedenen Initiativen, die unter dem Namen Urban Renewal bekannt geworden sind. Diese Initiativen beinhalteten diverse Stadtentwicklungsprogramme, welche durch die Boston Redevelopement Authority (BRA) nach der Initiierung im Jahr 1957 durchgeführt wurden. Bei den frühen Projekten wurde viel Kredit verspielt, da die Stadterneuerungsaktivitäten in vielen Fällen zu Lasten der Bevölkerungsgruppen mit unterdurchschnittlichem Einkommen ging. Diese Politik führte zu der Verdrängung großer Bevölkerungsteile aus der Kernstadt.[3] In späteren Projekten wurde diese Politik abgeändert und es wurde das sogenannte Linkage-Prinzip als eine Art sozialer Ausgleich eingeführt. Dieses Prinzip, welches bis heute fortgeführt wird, ist durch einen finanziellen Ausgleich zwischen strukturstarken und -schwachen Kernstadtgebieten gekennzeichnet. Den Entwicklern lukrativer Bauprojekte wird eine Abgabe auferlegt, die im Anschluss für die Revitalisierung verfallender Wohn- und Gewerbegebiete eingesetzt wird.[4] [5]
Mit dem in den 70er Jahre einsetzenden Wirtschaftswachstum, welches insbesondere durch das Wachstum im Medizinsektor zustande kam, entwickelte sich die wirtschaftliche Dynamik zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren wieder positiv. In dieser Zeit zählten die in Boston ansässigen Kliniken Boston Massachusetts General Hospital, Beth Israel Deaconess Medical Center und Brigham and Women's Hospital zu den national führenden medizinischen Einrichtungen unter anderem in punkto medizinischer Innovation. Doch auch der allgemeine Wissenschaftssektor, der in Boston schon immer für das wirtschaftliche Wachstum von Bedeutung war, konnte in dieser Zeit vermehrt Studenten anziehen.
Der bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts sich stark bemerkbar machende zunehmende Autoverkehr führte allerdings auch zu neuen Problemen. Dieses war gerade in Boston nicht einfach zu lösen, da die Innenstadt zu den ältesten und am dichtesten bebauten in den ganzen USA gehörte. Genau diesen Umstand sahen die verantwortlichen Lokalpolitiker am Ende der 1940er Jahre jedoch als Teil des Problems. So wurde in den folgenden Jahren eine ca. vier Kilometer lange, sechsspurige Stadtautobahn (vgl.Central Artery (Boston)) als aufgeständerte Hochstraße quer durch das Herz der Stadt gelegt. Dies löste die Verkehrsprobleme nur für kurze Zeit und hatte auch eine Zerschneidung der Innenstadt bewirkt. In der Folge wurde in den 80er Jahre das bis heute größte Straßenbau- und Revitalisierungsprojekt der USA, das sogenannte Central Artery/Tunnel Project (auch BigDig genannt) initiiert.[6]
Im Frühen 21. Jahrhundert wuchs Boston schließlich zu einem internationalen intellektuellen und technologischen Zentrum. Auch spielte die Stadt eine national bedeutende Rolle im politikwissenschaftlichen Bereich. Allerdings kam es auch zu einem Bedeutungsverlust von regionalen Institutionen im Finanzbereich und innerhalb des journalistischen Sektors. So wurde die Zeitung The Boston Globe von der New York Times und die in Boston ansässige Versicherung FleetBoston Financial von der Bank of America übernommen.[7] Weitere problematische Enticklungen waren Gentrifizierungsprozesse, welche seit den 1990er Jahre mit steigenden Grundstücks- und Wohnungspreisen einher gingen. Im Jahr 2004 hatte der Großraum Boston das national höchste Niveau bei den Lebenshaltungskosten und der Staat Massachussetts war der einzige US-Bundesstaat, bei dem die Bevölkerungszahl rückläufig war.[8]
Ein weiterer Trend der Stadtentwicklung seit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist auch die Revitalisierung brachgefallener Hafenflächen. Projekte, die in Boston in diesem Bereich voran getrieben wurden und werden, sind der sogenannte Harborwalk, ein durchgängiger Gehweg entlang der sogenannten Waterfront, der durch Querungen auch an die Downtown anschließt, die Revitalisierung vom Kai Rowes Wharf durch einen Mischnutzungskomplex (beides Projekte innerhalb des North Ends) , im South End die Revitlisierung des Areals „Fort Point Channel und der Bau des Boston Exhibition und Convention Center sowie die Revitalisierung des Charlestown Navy Yard (größtes zusammenhängendes Revitalisierungsgebiet der USA) .[9]
Boston (Fläche: 232,1 km²) liegt im Nordosten der Vereinigten Staaten an der Nordamerikanischen Ostküste mit der Massachusettes Bay, deren starke Zergliederung die Anlage natürlicher Häfen ermöglichte. Mystic, Neponset und Charles River mit ihren Mündungen durchschneiden beziehungsweise begrenzen die Stadt. Die ursprünglichen im Stadtgebiet vorhandenen Hügel wurden mit der Zeit abgetragen und im Bereich Back Bay und South End abgelagert, um dem Atlantik zusätzliche Landflächen abzuringen.
Der zentrale Bereich Bostons bildet sowohl den Kern von Greater Boston (3,8 Millionen Einwohner), das die Städte von Cambridge, Brookline, Quincy und vieler suburbaner Gemeinden umfasst, wie auch die Boston CMSA (Consolidated Metropolitan Statistical Area), der siebtgrößten in den USA (nach anderen Rankings an zehnter Stelle). An Boston grenzen die Städte von Revere, Chelsea, Everett, Somerville, Cambridge, Watertown, Newton, Quincy, Winthrop, Brookline, Needham, Dedham, Canton, und Milton an.
Boston gehört zum Suffolk County des Commonwealth of Massachusetts und ist beider Hauptstadt. Am 4. Oktober 2002 schloss die Stadtverwaltung Bostons die Neueinteilung des Stadtgebietes ab, welches nun in 23 Neighborhoods untergliedert ist: Allston; Back Bay; Bay Village; Beacon Hill; Brighton; Charlestown; Chinatown; Dorchester; East Boston; Fenway Kenmore; Hyde Park; Jamaica Plain; Mattapan; Mid Dorchester; Mission Hill; North End; Roslindale; Roxbury; South Boston; South End; West End; West Roxbury.
Boston ist dafür bekannt, einen der attraktivsten und lebenswertesten urbanen Stadtkerne des Landes zu besitzen. Jede Nachbarschaft weist ein einzigartiges Flair auf, welches durch die ansässigen Bewohner und ihre soziale und ethnische Zugehörigkeit bestimmt wird. Downtown, die Innenstadt, ist der Sitz des Finanzdistrikts und dort befinden sich auch Chinatown und Government Center mit dem Rathaus (Boston City Hall). Back Bay, westlich des Öffentlichen Gartens (Public Garden, 97 000 m²) gelegen, ist einer der reichsten Stadtteile der USA. Nicht weniger wohlhabend ist Beacon Hill mit dem Regierungssitz des Staates Massachusetts (State House). South End war früher Heimstatt einer starken Mittelstandsgesellschaft von Händlern und Seeleuten sowie deren Familien. Heutzutage herrscht eine LGBT-Bevölkerung vor, daneben Künstler, Yuppies, Afroamerikaner und Latinos. Anziehungspunkte sind die dortigen Restaurants und die Bohème-Atmosphäre. North End und East Boston haben einen dominierenden italienischen Einfluss, beherbergen aber auch andere Ethnien. Am Nordufer des Charles River gibt es mit Charlestown eine irische Enklave. Diese Bevölkerungsgruppe findet sich auch in South Boston. Allston und Brighton werden hauptsächlich von Studenten der nahegelegenen Northeastern University, Boston University und des Boston College bewohnt. Auch Absolventen residieren gerne weiterhin in diesem Umfeld. Die größte Vielfalt, ethnische Diversität weist Dorchester auf. Latinos und Afroamerikaner stellen gemeinsam, mit aus teurer gewordenen Wohnvierteln vertriebenen Mittelklassenfamilien (Stichwort: Outpricing), den größten Anteil in den südlich an die Innenstadt angrenzenden Bezirken Roxbury und Mattapan.
Das politische System der Stadt Boston ist durch ein starkes exekutives System gekennzeichnet. Der Bürgermeister, dessen reguläre Amtszeit vier Jahre beträgt, ist mit weitreichenden Entscheidungskompetenzen ausgestattet. Die Wahl erfolgt nach einem einfaches Mehrheitswahlsystem. Dabei gewinnt derjenige Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann, unabhängig von einer absoluten Mehrheit o.Ä. Der amtierende Bürgermeister ist der im Jahr 2005 zum dritten Mal bestätigte Bürgermeister Thomas Menino, der dieses Amt seit 1993 ausübt. In dieser Amtszeit wird er aller Voraussicht nach die längste Amtszeit eines Bostoner Bürgermeisters brechen und damit Kevin White, der von 1968 bis 1983 15 Jahre lang regierte, in dieser Rangliste ablösen.
Das Stadtparlament (City Council) wird alle zwei Jahre neu zusammengesetzt. Aus den neun Wards oder Neighborhoods wird je ein Vertreter gesandt. Hinzu kommen vier von der gesamten Stadtbevölkerung bestimmte Kandidaten. Das Schulkommitee wird vom Bürgermeister, wie auch die einzelnen Ressortleiter in der Stadtverwaltung ernannt.
Darüber hinaus haben weitere Behörden einen großen Einfluss auf die Stadtentwicklung. Hier wären vor allem das Massachusetts Department of Conservation and Recreation, die Massachusetts Port Authority (Massport) und die Boston Redevelopment Authority genannt, die einen besonders großen Einfluss für das Leben in der Stadt Boston haben.
Als Hauptstadt des US-Bundesstaats Massachusetts besitzt Boston aber auch überregionale Regierungsfunktionen. Durch zahlreiche Politiker, einschließlich mehrerer US-Präsidenten (z.B. wurde John F. Kennedy im Bostoner Nachbarort Brookline geboren), hat Boston bzw. der Staat Massachusetts ebenfalls ein starkes politisches Gewicht bei der Bundespolitik der Vereinigten Staaten. Dieser bedeutende Einfluss kommt auch durch verschiedene staatliche Behördeneinrichtungen der USA in Boston zum Ausdruck. So befinden sich hier unter anderem das John F. Kennedy Federal Office Building und das Thomas P. O'Neill Federal Building und neuerdings auch das John Joseph Moakley United States Courthouse, dem Hauptsitz des United States Court of Appeals for the First Circuit
Im Jahr 2006 wurde die Stadt Boston respektive ihr Wahlamt vom Innenminister des Staats Massachusetts dafür gerügt, dass nicht genügend Wahlurnen für eine ordnungsgemäße Durchführung einer Wahl aufgestellt wurden.[10]
Die Stadt Boston ist in den letzten Jahren durch eine sehr niedrige Kriminalitätsrate bekannt geworden. Dieses wird auch der engen Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Polizeiapparat und den in den Stadtteilen vorhandenen lokalen Aktionsgruppen zugeschrieben, welche maßgeblich zum Nicht-Abgleiten von Jugendlichen in die Kriminalität beiträgt.[11][12][13]
Die Wirtschaftsstruktur Bostons wird maßgeblich durch die hier ansässigen höheren Bildungseinrichtungen mitgeprägt. So zählen diese Einrichtungen nicht nur zu den größten Arbeitgebern der Stadt, sondern sind auch Kristallisationspunkt für die Ansiedlung vieler High-Tech-Unternehmen, wie zum Beispiel aus dem IT-Bereich und dem Biotechnologiesektor. Im Großraum Boston spielen zudem viele produzierende Unternehmen aus dem Verteidigungsbereich ein große Rolle.
An den insgesamt 32 Hochschulen (inkl. sonstigen höheren Bildungseinrichtungen) sind bezugnehmend auf einen Bericht der Boston Redevelopment Authority aus dem Jahr 2003 mehr als 135.000 Studenten eingeschrieben. Diese tragen mit jährlich 4.8 Mrd. US-Dollar zum Wirtschaftswachstum der Stadt Boston bei.[14] Gleichzeitig nimmt die Stadt Boston den ersten Platz aller US-amerikanischen Städte bei der Akquisition von Forschungsgeldern im Gesundheitssektor ein.[15]
Darüber hinaus nimmt inzwischen auch der Tourismus ein zentrale Rolle beim Wirtschaftswachstum der Stadt Boston ein. Im Jahr 2005 besuchten geschätzte 17,6 Mio. Personen die Hauptstadt des Bundesstaats Massachusetts. Diese große Zahl an Besuchern verteilten sich auf die Typen klassischer Tourismus, Geschäftsreisende und Messe-/Kongressbesucher. Hieraus wurden geschätzte 9,8 Mrd. US-Dollar für Hotelübernachtungen, Verpflegung, Unterhaltungs-/Freizeitaktivitäten und die Benutzung der Verkehrsmittel generiert.[16] Weitere wichtige Wirtschaftszweige sind der Finanzsektor, hier insbesondere der Versicherungsbereich, das Druck- und Verlagswesen (beispielsweise The Boston Globe). Darüber hinaus existieren in Boston inzwischen vier Messe- und Kongresszentren. Dies sindunter anderem das Hynes Convention Center im Stadtteil Back Bay und das neu erbaute World Trade Center Boston an der Waterfron des Stadtteils South Boston. Aufgrund des Regierungssitz' des Staates Massachussetts sind auch die politik- und wirtschaftsnahen Dienstleistungen, wie z.B. Unternehmens- und Politikberater sowie Juristen stark in Boston vertreten.
Führende Unternehmen mit Hauptsitz in Boston sind unter anderem Gillette im Besitz der Gruppe Procter & Gamble und Teradyne, einer der weltweit führenden Hersteller von Mikroprozessoren und weiteren elektronischenc Bausteinen. Darüber hinaus stammt die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group aus Boston und hat noch heute hier Ihren Hauptsitz.[17] Weitere Unternehmen befinden sich im Umland der Stadt. Hier sei insbesondere auf die sogenannte Route 128 verwiesen.
Boston ist Standort eines Internationalen Flughafens. Der General Edward Laurence Logan International Airport (kurz: Logan International Airport) steht nach Passagierzahlen von 27,7 Mio. auf Nr. 19 der US-amerikanischen Flughäfen, aber die Nummer 1 in den Neuenglandstaaten. Der Seehafen ist die nach dem Containerumschlag die Nummer 12 an der Atlantikküste der USA. Sowohl der Flughafen wie auch der Hafen sind im Eigentum der Massachusetts Port Authority (Massport), einer von der Stadt Boston unabhängigen Gesellschaft.
Das öffentliche Nahverkehrssystem wird von der Massachusetts Bay Transportation Authority (MBTA) betrieben. Das System besteht aus S- (commuter-rail) und U-Bahnlinien (subway) sowie lokalen Buslinien und Umland-Express-Bussen. Im allgemeinen Sprachgebrauch der Bostonians wird das öffentliche Transportsystem einfach als The T bezeichnet. Bedeutende Bahnhöfe in Boston sind South Station und North Station. South Station wird unter anderem auch von der amerikanischen Eisenbahngesellschaft Amtrak als Endpunkt der lukrativste Strecke zwischen Washington DC, New York und Boston, dem sogenannten Nord-Ost-Korridor angefahren. Unter anderem kommt hier der Acela Express, ein Hochgeschwindigkeitszug auf Basis des französischen TGVs zum Einsatz.
Der Individualverkehr wird durch verschiedene Hauptverkehrsachsen bedient. Der sogenannte Massachusetts Turnpike, die U.S. 90 führt westwärts in Richtung der Staatsgrenze zum US-Bundesstaat New York. U.S. 95 verbindet als Nord-Süd-Trasse Boston mit Portland in Maine (nordwärts) bzw. New York City und Washington DC (in südlicher Richtung). Hinzu kommt die U.S. 93, ein weiterer Nord-Süd Interstate-Highway, welcher vom südlichen Ende der Stadt bis in den Norden nach New Hampshire führt.
Boston ist ein künstlerisches und intellektuelles Zentrum. Das Boston Symphony Orchestra genießt ebenso Weltruf, wie die Universitäten Harvard und MIT, die in der Vorstadt Cambridge liegen. Weitere Hochschulen in Boston sind das Berklee College of Music, Boston College, Boston University, Tufts University und Suffolk University.
Die Stadt ist ebenfalls Heimat verschiedener Sportvereine:
Außerdem ist Boston Zielort des Boston-Marathons, der kontinuierlich seit 1897 ausgerichtet wird und damit eine Tradition aufweist, die dem Marathon der Olympischen Spiele ebenbürtig ist.
Seit Ende 2006 bestehen Bestrebungen eine weitere europäische Partnerschaft mit Frankfurt am Main zu begründen.
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