| Hauptstädte | Berlin, Königsberg |
| Dynastie | Hohenzollern |
| Bestehen | 1618 - 1701 |
| Entstanden aus | Mark Brandenburg und Herzogtum Preußen |
| Aufgegangen in | Königreich Preußen |
| Umgebungskarte | |
Brandenburg-Preußen unter Johann Sigismund und Friedrich Wilhelm
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Der Name Brandenburg-Preußen bezieht sich auf die Zeit von 1618 bis 1701. Das Herzogtum Preußen und das Kurfürstentum Brandenburg wurden seit Joachim Friedrich in Personalunion regiert. Dieser Ausdruck wird aber auch manchmal für die Zeit nach 1701 verwendet. König Sigismund hatte 1415 Kurbrandenburg dem Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern, zu Lehen gegeben, nachdem das zuvor regierende Fürstenhaus der Askanier ausgestorben war.
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Johann Sigismund heiratete am 30. Oktober 1594 Anna, die Tochter Albrecht Friedrichs. Der Vater Johann Sigismunds, der brandenburgische Kurfürst Joachim Friedrich, hatte 1605 für Herzog Albrecht Friedrich die Regentschaft auch über das Herzogtum Preußen übernommen, nachdem der geisteskranke Albert Friedrich regierungsunfähig geworden war. 1608 erbte Johann Sigismund die Regierungsgeschäfte von seinem Vater, und mit dem Tod seines Schwiegervaters Albrecht Friedrich wurde Johann Sigismund auch offiziell Herzog von Preußen. Brandenburg und Preußen waren zu einer Personalunion geworden.
Die beiden Länder waren entweder dem Kaiser oder dem König von Polen (bis 1657) lehenspflichtig. Erst nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs 1648, gelang es Kurfürst Friedrich Wilhelm beide Territorien effektiv miteinander zu verbinden. Für die Übergangszeit bis zur Gründung des Königreichs Preußen im Jahr 1701 bezeichnet die Geschichtswissenschaft die hohenzollernschen Gebiete als Brandenburg-Preußen.
Bereits vor dem Erwerb des Herzogtums Preußen hatte Brandenburg im Zuge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites 1614 den Anspruch auf das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark und die Grafschaft Ravensberg erfolgreich durchsetzen und damit erstmals im Westen des Reiches Fuß fassen können.
Brandenburg-Preußen blieb bis 1626 vom Dreißigjährigen Krieg verschont. Am 3. April 1625 brach der Dänisch-Niedersächsische Krieg aus, in dem Dänemark, England und Holland sich gegen die Katholische Liga verbündeten. Brandenburg wollte sich weder der einen noch der anderen Seite anschließen, sodass sich seine Lage immer bedrohlicher entwickelte, da es sich geopolitisch zwischen allen am Konflikt beteiligten Parteien befand. Dänische Kontingente rückten inzwischen in die Altmark und die Prignitz ein. Infolgedessen nahmen die kaiserlichen Generäle an, der brandenburgische Kurfürst stehe insgeheim mit dem Dänenkönig im Bunde. Nachdem die dänische Armee in der Schlacht bei Dessau geschlagen wurde, strömten die geschlagenen dänischen Soldaten nach Norden zurück, wobei sie die Kurmark verwüsteten. Da ganz Norddeutschland den kaiserlichen Truppen offen lag, nahm der Kurfürst Georg Wilhelm Verhandlungen mit dem Kaiser auf. Infolgedessen musste der Kurfürst das Land den kaiserlichen Truppen öffnen. Diese plünderten die Mark bei ihrem Durchmarsch, wodurch der Wohlstand, der in den friedlichen Jahrzehnten seit dem Augsburger Religionsfrieden aufgebaut worden war, zusammenbrach. Die Kurmark wurde in dieser Zeit von den kaiserlichen Truppen beherrscht, während der Kurfürst nach Preußen geflohen war. Durch die Flucht des Kurfürsten war die Kurmark jeder Willkür preisgegeben. Eine vorübergehende Entlastung gab es erst nach dem Sturz Wallensteins im Jahre 1630.
Am 6. Juli 1630 landete der Schwedenkönig Gustav Adolf mit 13.000 Mann auf Usedom. Damit begann ein neuer Abschnitt im Dreißigjährigen Krieg. Der Kurfürst setzte, da sein Land von kaiserlichen Truppen besetzt war, auf die Erhaltung seiner Neutralität, damit die Mark nicht zum Kriegsschauplatz wurde. Er musste jedoch ein Bündnis mit den Schweden eingehen, als diese im Frühjahr 1631 in Brandenburg einzogen. Nachdem die schwedischen Truppen in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634 vernichtend geschlagen wurden, brach die protestantische Allianz auseinander. Brandenburg ging ein neues Bündnis mit dem Kaiser ein. Georg-Wilhelm versuchte im Jahr 1638 auf militärischem Weg das von den Schweden besetzte Pommern (welches durch den Erbschaftsanspruch Brandenburgs nach dem Tod des Herzog von Pommern Bogislav XIV. an Brandenburg fiel) militärisch zu erobern. Sein Feldzug scheiterte, es fehlte an geschulten Truppen, Munition und Verpflegung. Pommern blieb schwedisch besetzt. Die Kurmark wurde abwechselnd von Feind und „Freund“ besetzt. Der Kurfürst Georg Wilhelm zog sich daraufhin wieder nach Preußen zurück. Am 1. Dezember 1640 verstarb er in Königsberg.
Neuer Kurfürst wurde sein Sohn Friedrich Wilhelm. Das brandenburgische Söldnerheer bestand zu diesem Zeitpunkt aus 6700 Mann[1], wobei Friedrich-Wilhelm nicht den Oberbefehl ausübte, da die Truppen in erster Linie auf den Kaiser und erst in zweiter Linie auf den Kurfürsten vereidigt worden waren. Deswegen entließ der neue Kurfürst seine angeworbene Armee bis auf einen Stamm von 300 Reitern und 2000 Garnisonssoldaten. Durch Hungersnot und Pest infolge der vielen Truppendurchzüge war die Bevölkerungszahl in der Kurmark Brandenburg dramatisch zusammengeschrumpft. Die Einwohnerzahl von Berlin-Cölln ging von einstmals 12.000 Menschen im Jahre 1619 auf weniger als 6000 im Jahr 1640 zurück. Die Stadt Brandenburg verkleinerte sich von einst 12.000 Menschen im Jahre 1619 auf nur noch 2500 Menschen im Jahr 1643. Beelitz hatte statt 1000 noch 50 Bewohner, Prenzlau statt 9000 noch 600, Osterburg statt 2500 noch 125, Strausberg war von 2000 auf 150, Potsdam von 1400 auf 600 Bewohner geschrumpft. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen. Die Zahl der bewohnten Dörfer war auf die Hälfte des Vorkriegsstandes, nämlich von 8000 auf 4000, zurückgegangen. Im Frühjahr wurden die Felder nicht bestellt und in der Folge nicht geerntet. Auch die kurfürstlichen Domänen waren von dem allgemeinen Ruin des Landes nicht ausgenommen. Vor dem Krieg hatten die Domäneneinkünfte der Mark Brandenburg 260.000 Taler betragen, 1640 kamen noch 35.000 Taler zusammen.[2]
Das erste Ziel der kurfürstlichen Politik war es nun, das Land zu befrieden. Dies versuchte der Kurfürst durch einen Ausgleich mit Schweden zu erreichen, der ab dem 24. Juli 1641 für zwei Jahre galt. In der Folgezeit standen die Schweden zwar noch immer in der Mark, aber offiziell nicht mehr als Feind. Der Waffenstillstandsvertrag sah vor, dass die kurfürstliche Regierung monatlich 10.000 Taler an die schwedischen Truppen zu bezahlen hatte. In Verhandlungen mit dem schwedischen Reichskanzler Axel Oxenstierna gelang es den Brandenburgern am 28. Mai 1643, einen Vertrag auszuhandeln, der das ganze Land formell der kurfürstlichen Verwaltung zurückgab. Dennoch blieben die Kontributionen von 120.000 Talern an die Schweden bestehen. Bis zum Westfälischen Frieden 1648 blieb Brandenburg von den Schweden besetzt. Im Westfälischen Frieden konnte Brandenburg-Preußen dann Hinterpommern, die Anwartschaft auf das Erzstift Magdeburg (Anfall 1680) sowie das Hochstift Halberstadt und das Fürstentum Minden erwerben, welche zusammengenommen einer Fläche von etwa 20.000 km² entsprachen.
Kurfürst Friedrich Wilhelm, später der „Große Kurfürst“ genannt, betrieb nach dem Krieg eine vorsichtige Schaukelpolitik zwischen den Großmächten, um sein wirtschaftlich und militärisch schwaches Land zu entwickeln. Er führte Wirtschaftsreformen durch, baute ein schlagkräftiges stehendes Heer auf, entmachtete die Stände zugunsten einer absolutistischen Zentralverwaltung und holte tausende aus Frankreich vertriebene Hugenotten ins Land.
Friedrich Wilhelm betrieb zudem den Aufbau einer eigenen kurbrandenburgischen Marine und verfolgte Kolonialprojekte in Westafrika und Westindien. Diese Pläne zeigten aber erst gegen Ende seiner Regentschaft Erfolge. So kam es 1683 zur Gründung der Festung Groß Friedrichsburg im heutigen Ghana, die aber bereits 1718 an die Niederlande verkauft wurde. 1685 bis 1721 war die Insel Arguin vor der Küste des heutigen Mauretanien brandenburg-preußische Kolonie. In der Karibik wurde ein Teil der dänischen Besitzung St. Thomas zum brandenburgischen Handelsstützpunkt. Um einen geeigneten Stützpunkt in Deutschland zu besitzen, schloss Friedrich Wilhelm am 2. Mai 1683 einen Vertrag mit der Stadt Emden und machte sie zum Sitz seiner Afrikanischen Handelskompanie.
Als infolge schwedisch-polnischer Auseinandersetzungen Polen geschwächt war, konnte der Kurfürst 1657 im Vertrag von Wehlau das Herzogtum Preußen aus der polnischen Oberhoheit lösen. Im Frieden von Oliva von 1660 wurde die Souveränität des Herzogtums endgültig anerkannt. Dies war eine entscheidende Voraussetzung für seine Erhebung zum Königreich unter dem Sohn des Großen Kurfürsten. Durch den Sieg im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg (1674-1679) konnte das Land seine Machtstellung trotz fehlender Landgewinne weiter ausbauen. Ein weiteres Verdienst des Großen Kurfürsten für sein Land war es, in der Außenpolitik aus einem hilflosen, zerrissenen, sich in einer ungünstigen geostrategischen Lage befindlichen Land eine von allen Großmächten der damaligen Zeit anerkannte Mittelmacht zu schaffen. Der Ausbau der Armee und wechselnde Bündnisse stellten neben militärischen Erfolgen den Garant für das Gelingen seiner Außenpolitik dar. Friedrich Wilhelm hatte das zuvor vergleichsweise unbedeutende Brandenburg zum nach Österreich mächtigsten Territorium im Reich gemacht und es mit dem nunmehr souveränen Herzogtum Preußen verbunden. Damit war der Grundstein für das spätere Königreich gelegt.
Im Laufe seiner Regierungszeit hatte er das Land um 33.150 km² auf insgesamt 112.660 km² und 1,5 Mio Einwohner (1640: etwa 1 Million Einwohner) erweitert. Beim Tode des Kurfürsten belief sich das Steueraufkommen auf 1,677 Mio Taler, die Subsidienzahlungen betrugen 1688 1,7 Mio Taler. Zusammen verfügte der Staat Brandenburg-Preußen also über ein Staatsbudget von 3,4 Mio Talern, welches eine Verdreifachung der Staatseinkünfte im Vergleich zum Amtsantritt des Kurfürsten im Jahre 1640 (insgesamt 1 Mio Taler, 400.000 Taler aus Steuern) darstellt. Friedrich Wilhelm hinterließ also ein finanziell gesundes Land.
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Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg wurde als Friedrich I. König in Preußen 1701 der erste brandenburgisch-preußische König. Für die Genehmigung, die Königswürde zu erlangen, musste er jedoch einen hohen Preis von 2 Mio. Goldtalern an Kaiser Karl VI. und 600.000 an die deutsche Geistlichkeit zahlen. Überdies verpflichtete sich Friedrich, sich an dem vom Kaiser mit geführten Spanischen Erbfolgekrieg mit mehreren Tausend Soldaten zu beteiligen. Außerdem durfte er sich nur König in Preußen, nicht von Preußen nennen, weil der ihm unterstehende Teil Preußens nicht ganz Preußen umfasste, sondern nur den östlichen Teil davon. Der andere Teil, Preußen königlichen Anteils, unterstand bis 1772 der polnischen Krone.
Brockhaus-1809: Das Königreich Preußen · Das Königreich Preußen · Brandenburg, die Mark Brandenburg · Brandenburg
Brockhaus-1911: Preußen · Preußen [2] · Preußen [3] · Brandenburg-Schwedt · Brandenburg [2] · Brandenburg · Brandenburg-Ansbach · Brandenburg [3]
DamenConvLex-1834: Elisabeth Ludovika, Kronprinzessin von Preußen · Friedrich II., König von Preußen · Luise, Auguste Wilhelmine Amalia, Königin von Preußen · Elisabeth Christine, Königin von Preußen · Auguste Friederike Christine, Prinzessin v. Preußen · Adelheid von Brandenburg · Brandenburg (Geographie)
Herder-1854: Preußen · Brandenburg [1] · Brandenburg [3] · Brandenburg [2]
Meyers-1905: Preußen [2] · Preußen [1] · Prinz von Preußen · Preußen [3] · Brandenburg-Kulmbach · Brandenburg-Schwedt · Brandenburg [3] · Brandenburg [2] · Brandenburg [1] · Brandenburg-Bayreuth · Brandenburg-Ansbach · Brandenburg [4]
Pataky-1898: Brandenburg, Kurfürstin Louise Henriette von · Brandenburg-Baireuth, Friederike Sophie Wilhelmine, Markgräfin von · Brandenburg, Frau N. von · Brandenburg, Bernhard · Luise Henriette von Brandenburg
Pierer-1857: Preußen [1] · Ost-Preußen · Preußen [3] · Preußen [2] · Alt-Preußen · Brandenburg [2] · Brandenburg [1] · Brandenburg · Brandenburg [5] · Brandenburg [4] · Brandenburg [3] · Neu- Brandenburg