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Die Bravo (eigene Schreibweise: BRAVO) ist die größte Jugendzeitschrift im deutschsprachigen Raum. 1956 erschien sie zum ersten Mal, damals noch mit dem Untertitel „Die Zeitschrift für Film und Fernsehen“. Das Konterfei von Marilyn Monroe zierte die erste erschienene Bravo-Titelseite, die nicht erschienene Nullnummer dagegen ein Bild von Elvis Presley.
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Erfinder der Zeitschrift war der Kolumnist Peter Boenisch. Die am 26. August 1956 erschienene Erstausgabe kostete ursprünglich 50 Pfennig. Die Startauflage lag bei 30.000 Exemplaren (laut Pressesprecherin der Bravo). Das Heft 13/57 erschien am 31.März 1957 mit dem neuen Untertitel „Die Zeitschrift mit dem jungen Herzen“ und dem Zusatz „Film, Fernsehen, Schlager“, der aber bald verschwand. Ab Heft 34/57 (13.August 1957) gab es keine Untertitel mehr.
Seit 1968 erscheint sie jede Woche bei der Bauer Verlagsgruppe, die ihren Hauptsitz in Hamburg hat; Redaktionssitz ist aber in München. Mitte der 70er Jahre erreichte das Magazin eine Auflage von über einer Million Exemplaren. Noch 1996 wurden pro Ausgabe etwa 1,4 Millionen Hefte verkauft.[1] Danach brach die Auflage drastisch ein. Von der wöchentlich erscheinenden Bravo werden heute durchschnittlich 460.379 Exemplare pro Ausgabe verkauft (Stand 4. Quartal 2006). [2]
Die Bravo behandelt Themen, die bevorzugt Jugendliche interessieren, darunter aktuelle Informationen über Stars aus der Musik- und Fernsehwelt, aber auch Beziehungs- und Sexualberatung.
Unter den Pseudonymen „Dr. Christoph Vollmer“ und „Dr. Kirsten Lindstroem” lieferte die damals 47-jährige Erfolgsautorin diverser Liebesromane Marie Louise Fischer mit den "aufsehenerregenden" Serien Knigge für Verliebte und Liebe ohne Geheimnis als erste Ratschläge in Beziehungsfragen. 1969 übernahm es ein Arzt, dem die Redaktion den Namen „Dr. Jochen Sommer“ gab, die Fragen der Jugendlichen zu beantworten. Dabei handelte es sich um den Arzt, Psychotherapeuten und Religionslehrer Dr. Martin Goldstein (* 1927 in Bielefeld). Goldstein hatte sich mit den Publikationen Anders als bei Schmetterlingen und Lexikon der Aufklärung als Jugend-Aufklärer einen Namen gemacht. Für die speziell sexuellen Fragen schrieb er später als „Dr. Korff“, während „Dr. Sommer“ sich mehr den psychologischen Problemen widmete.
Seit Beginn der 1970er Jahre ist es eine ganze Gruppe, die die Fragen beantwortet. Dabei legt die Redaktion großen Wert darauf, dass in diesem „Dr.-Sommer-Team“ weiterhin Experten arbeiten, wie zum Beispiel Gynäkologen, Kinder- und Jugendärzte und Jugendpsychologen. In der Hochphase gingen wöchentlich zwischen 3000 und 5000 Briefe in der Redaktion zu Fragen der Pubertät und Sexualität ein, im Jahr 2006 waren es noch etwa 400 pro Woche.
Aufgrund der Sexualberatung wurden 1972 zwei Ausgaben mit Artikeln zum Thema Selbstbefriedigung indiziert, da man diese als jugendgefährdend einstufte.
Auffallend an der Sprache der Bravo ist die verstärkte Nutzung von Anglizismen bzw. "Denglisch". Diese Entwicklung begann schon Mitte der 1980er Jahre, also lange bevor dies ein verbreitetes Phänomen wurde.
Die Bravo war – vor allem in den 1970er und 1980er Jahren – prägend und Stil bildend für Generationen von Jugendlichen.[3], was auch ihr Spitzname „Pickel-Prawda“ ausdrückt. Das Heft wurde teilweise in Schulen von den Lehrern konfisziert. Viele heutige Erwachsene verdanken ihre sexuelle Aufklärung fast vollständig den Artikeln des Dr.-Sommer-Teams, die sie damals vielleicht noch als Jugendliche lasen.[4] In der DDR war das Magazin verboten, war unter der Hand sehr begehrt und wurde zu hohen Preisen gehandelt. Viele Musiker oder Pop-Gruppen hätten ohne das Zutun der Bravo wohl nicht annähernd die Popularität erreicht, die sie in Deutschland hatten.
Neben der Rubrik des Dr.-Sommer-Teams war eine frühe Erfindung der Bravo der so genannte Bravo-Starschnitt, bei dem man wie bei einem Puzzle die von Heft zu Heft erscheinenden einzeln auszuschneidenden Teile zusammenfügen konnte, um dann ein Poster des Stars in Lebensgröße zu erhalten - ein perfektes Mittel zur Leserbindung. Die erste Starschnitt-Aktion fand 1959 statt und war ein Poster von Brigitte Bardot.
Ursprünglich gab es nur eine Bravo-Zeitschrift, inzwischen haben sich aber verschiedene Bravo-Formate entwickelt. Dies ist auf eine stärkere Individualisierung zurückzuführen. Viele Leser wollen eine Zeitschrift, die auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Die Mitglieder der „Bravo Family“ (Bravo-Formate) sind:
Jugendzeitschriften wie die Bravo sind für die Musikindustrie als Werbeträger von großer Bedeutung. Durch Artikel können neue Künstler bekannt gemacht werden und Werbung ist in allen Bravo-Formaten zu finden.
Ab dem 16. Mai 1993 wurde die Sendung Bravo TV wöchentlich erst auf RTL 2 ausgestrahlt und später im ZDF. Die erste Moderatorin war Kristiane Backer, der Heike Makatsch folgte. Nach einer längeren Pause startete Bravo TV wieder am 5. November 2005 auf ProSieben.
Von der Zeitschrift wird in mehreren Kategorien der Preis „Bravo Otto“ verliehen, eine kleine Indianer-Statue. Optisch inspiriert ist dieser Preis von der berühmten Spielfilm-Figur Winnetou, verkörpert von Pierre Brice, der in seiner cineastischen Rolle jahrelang eng mit der Bravo verbunden war. Zu den Preisträgern gehörten bereits Pierre Brice (Winnetou), Inge Meysel mit 11 Ottos, Manuela (Sängerin), , Joachim Fuchsberger, Stefan Raab, David Hasselhoff, Mariah Carey, Boris Becker, Bro'Sis, Heike Makatsch, Horst Janson und viele mehr. Die meisten Ottos bisher (13 Stück) gingen an Bon Jovi, in der Rangliste gefolgt von Pierre Brice mit 12 Ottos. Außerdem wählen die Leser wöchentlich die Bravo-Charts, die manchmal im Gegensatz zu den Verkaufscharts stehen und ein Gradmesser der Popularität der Künstler der jeweiligen Zeit sind und waren. Einen Überblick der jeweiligen Jahre geben die Bravo-Jahrescharts.
2006 wurde pünktlich zum Jubiläum ein Sammelband herausgegeben, der einen Überblick über die Sichtweise der Bravo auf die Welt in den letzten 50 Jahren bietet.
Kritischer mit der Bravo und ihrer Wirkung und Möglichkeiten setzt sich der Band "50 Jahre Bravo" aus dem Archiv der Jugendkulturen auseinander, der bereits im Herbst 2005 erschien und in stark erweiterten Auflage im Dezember 2006 erneut auf den Markt kam.
Chefredakteur der Bravo ist Tom Junkersdorf.