| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Brazil |
| Originaltitel: | Brazil |
| Produktionsland: | Großbritannien |
| Erscheinungsjahr: | 1985 |
| Länge (PAL-DVD): | 136 Minuten |
| Originalsprache: | englisch |
| Altersfreigabe: | FSK 12 |
| Stab | |
| Regie: | Terry Gilliam |
| Drehbuch: | Terry Gilliam, Tom Stoppard und Charles McKeown |
| Produktion: | Arnon Milchan und Patrick Cassavetti |
| Musik: | Michael Kamen |
| Kamera: | Roger Pratt |
| Schnitt: | Julián Doyle |
| Besetzung | |
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Brazil ist ein dystopischer Spielfilm aus dem Jahr 1985. Es wird ein fiktiver Staat dargestellt, welcher seinen Anspruch auf Unfehlbarkeit mit aller Gewalt durchsetzt.
Inhaltsverzeichnis |
Sam Lowry ist ein kleiner Angestellter in der Abteilung für Informationswiederbeschaffung des allmächtigen „Ministeriums für Information“ (M.O.I.) in einer düsteren, bürokratisierten Welt. Seine einflussreiche Mutter bestimmt seine Karriere und sein Leben, soweit es ihr möglich ist. Die einzige Fluchtmöglichkeit aus dieser Dystopie bieten ihm seine Träume.
Durch einen Druckfehler kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung, bei der statt eines Terroristen namens Tuttle ein Familienvater namens Buttle verhaftet wird. Sam wird die bürokratische Nachbearbeitung dieses Irrtums aufgetragen, dabei begegnet er der Frau aus seinen Träumen. Infolge dessen stolpert er durch eine chaotischer werdende Welt aus Terrorismus, Bürokratie, Schönheitsoperationen, Technologie, Alpträumen und Folter, an dessen Ende auch sein Leben auf dem Spiel steht.
Terry Gilliam, der Regisseur des Films, äußert sich zu dem Film in einem Interview (Ausschnitte aus einem Interview während der South Bank Show, gefilmt am 29. Juni 1991):
Brazil ist eine sehr düstere, kafkaeske Dystopie, die sich der Stilmittel der grotesken Komödie bedient. Dem damaligen Chef von Universal Studios, Sid Sheinberg, war das hoffnungslose Ende des Films zu düster und er wollte eine Version mit einem Happy End herausbringen. Der Streit zwischen Gilliam und Sheinberg eskalierte in einer ganzseitigen Anzeige im Branchenblatt Variety, in der Gilliam Sheinberg mit den folgenden Worten zur Freigabe des Films aufforderte:
„Sehr geehrter Sid Sheinberg,
Wann wollen sie denn eigentlich meinen Film BRAZIL veröffentlichen?
Terry Gilliam.“
Als Resultat der Streitigkeiten existiert Brazil in 3 verschieden langen Fassungen: der „normalen“ Fassung mit 134 Minuten, einem 142 Minuten langen Director's Cut (NTSC-Laufzeit) und einer nur im amerikanischen Fernsehen gezeigten Fassung (der sogenannten „Love Conquers All“-Version, auch Sheinberg Edit genannt), die nach der „Bearbeitung“ nur noch 94 Minuten zählt. Herausgeschnitten wurden zahlreiche Szenen, die dem Verleih zu negativ erschienen, sowie der Schluss, der das „Happy End“ als Traum-Flucht des gefolterten Sam Lowry enthüllt.
Ursprünglich war als Titel „1984 and ½“ vorgesehen − eine Anspielung sowohl auf George Orwells berühmten Roman als auch auf Federico Fellinis Film 8½ − ein Einspruch der Erben Orwells verhinderte dies jedoch.
Der endgültige Titel ist eine Anspielung auf die Samba „Brazil“ (oder Aquarela do Brasil) von Ary Barroso (1939), die in einer Version von Geoff Muldaur die Titelmelodie des Films bildet.
Der Film war bei der Oscarverleihung 1986 in den Kategorien Bestes Originaldrehbuch und Beste Art Direction nominiert.
Bei den Los Angeles Film Critics Association Awards gewann der Film 1985 in den Kategorien Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Regie.
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