Breschnew-Doktrin

Die Breschnew-Doktrin ist die Doktrin des sowjetischen Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew, die von der „beschränkten Souveränität“ der sozialistischen Staaten ausging und daraus das Recht ableitete, einzugreifen, wenn in einem dieser Staaten der Sozialismus bedroht werde. Dabei lautete die Hauptthese "Die Souveränität der einzelnen Staaten findet ihre Grenze an den Interessen der sozialistischen Gemeinschaft."

Die Breschnew-Doktrin wurde am 12. November 1968 verkündet und der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei vom 21. August damit nachträglich gerechtfertigt. Ähnliches gilt für die Militärintervention der Sowjetunion in Afghanistan (1979).

China, Rumänien und Jugoslawien wiesen diesen sowjetischen Führungsanspruch zurück, die andere Ostblockstaaten, darunter auch die DDR akzeptierten diesen.

Im Zuge der Reformpolitik unter Michail Gorbatschow prägte der Sprecher des sowjetischen Außenministeriums, Gennadi Gerassimow, im Oktober 1989 am Rande eines Staatsbesuches in Finnland das Wort, die Breschnew-Doktrin werde jetzt von der Sinatra-Doktrin abgelöst.

Literatur

  • Matthew J. Ouimet: The Rise and Fall of the Brezhnev Doctrine in Soviet Foreign. Chapel HillVerlag, University of North Carolina Press, 2003 ISBN 0-8078-5411-5 (Rezension [1])


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