Ein Brettspiel ist ein Gesellschaftsspiel, dessen kennzeichnendes Element ein Spielbrett ist, auf dem die Spielerinnen und Spieler mit Figuren, Steinen oder anderem Material agieren. Ein Spiel, bei dem eine reine Auslage entsteht (wie beispielsweise bei Carcassonne) wird oftmals auch zum Genre der Brettspiele gezählt, obwohl es sich strenggenommen um ein Legespiel handelt.
Das "Brett" muss nicht zwangsläufig aus Holz oder aus einem Stück sein. Bei manchen Spielen, etwa bei den Siedlern von Catan, ist es variabel und wird bei jeder Partie neu zusammengesetzt.
Die Bedeutung des Spielbretts ist in den einzelnen Spielen unterschiedlich. Bei manchen Titeln - die dann in vielen Fällen an der Grenze zum reinen Karten- oder Würfelspiel stehen - stellt es fast ausschließlich eine angepasste Punktetabelle dar, bei anderen ist es wirklich das spielbestimmende Element.
Eine besondere Qualitätsauszeichnung für Brettspiele ist der Preis "Spiel des Jahres". Er gilt als die weltweit bedeutendste Spieleauszeichnung und wird für deutschsprachige Brett- und Kartenspiele verliehen.
In Auflistung einzelnen Brettspiele findet sich in der Wikipedia-Kategorie "Brettspiel" (Link am Ende des Artikels).
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Als ältestes Brettspiel kann das "Spiel von Ur" (2300 v. Chr.) gelten. Auch Go beansprucht diesen Titel oft. Zu den klassischen Brettspielen zählen Schach, Dame, Mühle, Go, Pachisi, Mancala, und Backgammon.
Neuzeitliche Brettspiele aus dem 20. Jahrhundert mit namentlich bekannten Autoren sind meist über Spielverlage in den Handel gebracht werden. Dazu gehören unter anderem Klassiker wie
Megatrends des 20. Jahrhunderts trugen zur weiten Verbreitung der Brettspiele bei. So wurde "Mensch ärgere Dich nicht" im Ersten Weltkrieg an die Lazarette verschickt, damit sich die Soldaten dort die Zeit vertreiben konnten. "Monopoly" wurde als Zeitvertreib für die Zeit der Beschäftigungslosigkeit während der Weltwirtschaftskrise populär.
Monopoly wurde in Deutschland nach seinem Erfolg in den Vereinigten Staaten von Amerika vermutlich ab 1934 populär, jedoch ab 1936 unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verboten, in Österreich zur Vermeidung eines Verbots 1938 in DKT - Das kaufmännische Talent umbenannt. Monopoly gehört heute zu den erfolgreichsten Brettspielen in Deutschland und der Schweiz, bzw. DKT in Österreich.
Moderne Brettspiele wie beispielsweise Scotland Yard (erschienen 1983), Das verrückte Labyrinth (erschienen 1986), Siedler von Catan (erschienen 1995), Carcassonne (erschienen 2000, eigentlich eher ein Legespiel), Einfach genial! (erschienen 2004), Puerto Rico (Deutscher Spielepreis 2002) oder Dungeon Twister (erschienen 2004 in Frankreich, 2006 in Deutschland) werden auch als Autorenspiele bezeichnet, da der Name des oder der verantwortlichen Spieleautors/-autoren bekannt ist und sich sich diese oft hauptberuflich mit Spielen beschäftigen. Autorenspiele zeichnen sich auch dadurch aus, dass es zu einem erfolgreichen Spiel oftmals mehrere Aufbausets, Erweiterungen, sowie abgeleitete Spiele gibt (z.B. das Kartenspiel "San Juan" bei Puerto Rico, oder die Erweiterung "Seefahrer" bei Siedler von Catan)
Während in den meisten Ländern vor allem klassische Brettspiele gespielt werden, hat sich im deutschsprachigen Raum eine vielfältige Szene um Autorenspiele gebildet. In den Vereinigten Staaten hat dies schon dazu geführt, dass Brettspiele auch als German Games bezeichnet werden. Nach Angaben des Vorsitzender des Verbandes "Fachgruppe Spiel" Ernst Pohle kommen in Deutschland jährlich etwa 350 Spiele neu auf den Markt, mehr als in jedem anderen Land. [1]
Die Internationalisierung des Phänomens der Renaissance von Brettspielen in neuer Vielfalt schreitet momentan rasch voran. Auch in den USA, den Niederlanden, Frankreich und Teilen Asiens formieren sich lebendige Spieleszenen.
Mehr als 600 Neuheiten werden Jahr für Jahr auf den Spielemessen in Essen (im Oktober) und Nürnberg (im Februar) vorgestellt. Außerdem wird jährlich von einer Spielejournalisten-Jury die weltweit bedeutendste Spiele-Auszeichnung Spiel des Jahres vergeben, die in der Folgezeit für Katalogwerbung wie auch für das Design der Verpackung ein unübersehbares und wertvolles Gütesiegel darstellt.
Die meisten Brettspiele erscheinen mittlerweile auch als Computerspiel. Dies wird oftmals ergänzt durch die Umsetzung im Internet als Browserspiel. Zudem gibt es auch vollständig elektronische Brettspiele (mit Sensoren und Sprachausgabe) und DVD-Brettspiele (normale Brettspiele mit Zusatz-DVD).
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