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Als Bruchwälder (Bruch für sumpfiges Gebiet) werden im allgemeinen Sprachgebrauch nasse, zeitweilig überstaute, sumpfige Wälder (unter Ausschluss von Auenwäldern) bezeichnet. Landschaftsökologisch und vegetationskundlich wird der Begriff allerdings enger gefasst. Ein „echter“ Bruchwald zeichnet sich demnach durch folgende Merkmale aus:
Neben diesen idealtypischen Ausprägungen treten in der Landschaft Übergänge zu anderen Waldgesellschaften auf, die sich durch Abweichungen bestimmter exogener Standortfaktoren wie Basen- und Nährstoffversorgung, Anteil von mineralischem Substrat, Dauer von Überschwemmungen, Bewegtheit des Wasserkörpers, anthropogene Eingriffe (beispielsweise in den Wasserhaushalt) und anderes mehr ergeben und zu einer anderen Vegetationszusammensetzung führen.
Weitere Formen von Nasswäldern in Mitteleuropa sind unter anderem Auenwälder, Quellwälder und nasse Ausprägungen von Eichen-Hainbuchen- sowie Birken-Eichenwäldern. Bruchwaldähnliche Wälder, die aber beispielsweise nicht das Kriterium der entsprechenden Torfmächtigkeit erfüllen, werden im Naturschutz oft als „sonstige Sumpfwälder“ klassifiziert [1] [2]. Dies gilt selbst dann, wenn sowohl die dominierenden Baumarten als auch die Pflanzenarten der Krautschicht (siehe unten) denen von „echten“ Bruchwäldern gleichen.
Ein ungestörter Bruchwald wird als natürliche, azonale Waldgesellschaft verstanden, die ein stabiles Klimaxstadium der Vegetation unter diesen Standortbedingungen darstellt. Alle Gesellschaften von echten Bruchwäldern sind landschaftsökologisch als von Baumbewuchs geprägte Moore aufzufassen. Je nach der Hydrologie des jeweiligen Moortyps und der daraus resultierenden Basen- und Nährstoffversorgung handelt es sich um Formen minerotropher Niedermoore oder – hydrologisch mitunter aber gestörter – hauptsächlich regengespeister Übergangs- und Hochmoore. Insbesondere letztere werden auch Moorwälder genannt und zeichnen sich durch mäßig bis stark saure Böden aus. Manche Autoren verwenden die Begriffe (Sauer-)Bruchwald und Moorwald synonym, andere differenzieren zwischen primärem Bruchwald und sekundärem Moorwald auf entwässerten Armmoor-Standorten.
Erlenbruchwälder wachsen häufig auf besser nährstoffversorgten Niedermoorböden mit Schwerpunkt in planaren bis submontanen Regionen. Namensgebend ist die dominante Charakterart Schwarzerle (Alnus glutinosa). Typisch ist bei den Bäumen der mit Stelzwurzeln versehene Stammfuß; dank ihrer Adventivwurzeln kann die Schwarzerle die starke Vernässung und auch schwankende Wasserstände vergleichsweise besser verkraften als viele andere Baumarten. Der Unterwuchs (Krautschicht) ist seggenreich (beispielsweise mit der Walzen-Segge, Carex elongata oder der Sumpf-Segge, Carex acutiformis); häufig sind freie Wasserflächen ausgebildet, in denen die Kleine Wasserlinse (Lemna minor) flottiert. Weitere kennzeichnende Pflanzenarten dieses Biotoptyps sind der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) und die Schlangenwurz (Calla palustris). An Hochstauden siedeln hier unter anderem Wasserschierling (Cicuta virosa), Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Zungen-Hahnenfuß (Ranunculus lingua) und Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum).
Pflanzensoziologisch wird der Verband der Erlenbruchwälder (Alnion glutinosae) je nach hydrologisch-edaphischen Standortbedingungen sowie der Pflanzengeographie in Mitteleuropa in die folgenden Assoziationen differenziert:
Nach der Nährstoffversorgung können darin weitere Subassoziationen unterschieden werden; beim häufigsten und am weitesten verbreiteten Walzenseggen-Erlenbruchwald beispielsweise der nährstoffreiche Schwertlilien-Erlenbruch, der Typische Erlenbruch mit Sumpf-Seggen oder Sumpffarn sowie der mesotraphente Moorbirken-Erlenbruch. Nach Entwässerungsmaßnahmen finden sich je nach vormaliger Untergesellschaft brombeer-, farn- oder brennnesselreiche Degenerationsstadien, die nach der Mineralisation des Torfkörpers eher Feucht- bis Sumpfwälder darstellen. Der so genannte Schaumkraut-Erlenbruch bzw. Erlen-Quellwald (unter anderem mit Milzkräutern und Bitterem Schaumkraut) bildet eine Übergangsgesellschaft zu den Erlen-Eschen-Auenwäldern aus dem Alno-Ulmion (Hartholzaue) und wird oft eher diesen zugerechnet.
Meist eine Vorstufe von (Erlen-)Bruchwäldern bildet in der Sukzessionsabfolge der pflanzensoziologische Verband Salicion cinereae (Weidengebüsche und Bruchwälder), der auf nassen Anmoorgleyen oder Niedermoortorfen wächst und von Strauchweiden wie der namensgebenden Grau-Weide und der Ohr-Weide bestimmt wird. Weitere Kennarten verschiedener Assoziationen dieses Verbandes sind beispielsweise die Strauch-Birke, die Lorbeer-Weide und der Gagel.
Birkenbruchwälder stocken auf relativ nährstoffarm-sauren Torfböden am Rand von Hoch- und Zwischenmooren sowie an dystrophen Gewässern. Sekundär können auch degradierte, also entwässerte Hochmoorstandorte von Birken- bzw. Kiefern-Nasswäldern („Moorwäldern“) eingenommen werden. Auf sehr sauer-armen Standorten (zentrale Hochmoorflächen) entwickeln sich lediglich Moorgehölze mit eingeschränkter Wuchskraft. Bei günstigerer Nährstoffversorgung der Standorte nehmen diese einen Waldcharakter an. Die Krautschicht ist vielfach durch die Dominanz von Torfmoosen (Sphagnum), bei teilentwässerten Ausprägungen durch Zwergsträucher (Vaccinium), Pfeifengras (Molinia caerulea) oder Adlerfarn (Pteridium aquilinum) gekennzeichnet.
Ein Konkurrenzvorteil von Moorbirken und Waldkiefern gegenüber der Schwarzerle besteht insbesondere auf solchen Moorböden, deren Basenversorgung ein gewisses Minimum unterschreitet. Ob sich dann eher Moorbirken, Waldkiefern oder auch Fichten als Hauptbaumart durchsetzen, hängt von der großklimatischen Lage ab: Im atlantisch-subatlantisch geprägten Nordwesten Mitteleuropas tritt die Moorbirke in den Vordergrund, im subkontinentalen bis kontinentalen Bereich neben dieser auch die Kiefer, in Gebirgen und in Nordosteuropa die Fichte. An mäßig basenversorgten Übergangsstandorten treten entsprechende intermediäre Formen zwischen Birken- und Erlenbruchwald auf.
Pflanzensoziologisch werden innerhalb des Verbandes der Birken- und Kiefernbruchwälder (Betulion pubescentis) folgende Gesellschaften unterschieden:
Darüber hinaus werden Fichtenbruchwälder in der Klasse der boreal-subalpinen Nadelwälder (Vaccinio-Piceetea) eingeordnet und hierbei unter anderem die Assoziationen
In der borealen Zone Nordamerikas sind Moorwälder mit Schwarz-Fichte (Picea mariana) und Ostamerikanischer Lärche (Larix laricina) sowie Abendländischem Lebensbaum (Thuja occidentalis) entwickelt. Im Süden und Südosten der Vereinigten Staaten existieren Sumpfmoore und Moorwälder, die sich aus der Sumpfzypresse (Taxodium distichum) und dem Tupelobaum (Nyssa aquatica) zusammensetzen. Bekanntestes Beispiel sind die Everglades in Florida. Es handelt sich um Überflutungsmoore in Flusstälern und im Küstenbereich oder durch Zulaufwasser gespeiste Versumpfungsmoore.
(noch zu ergänzen!)
(noch zu ergänzen!)
Indonesiens Wälder sind überwiegend auf mächtigen Torfflözen aufgewachsen. Hier, vor allem auf Sumatra und Borneo, finden sich die größten Torfwälder weltweit, deren Bäume bis zu 50 Meter hoch werden können. Diese Moore umfassen insgesamt etwa 170.000 km², also fast die Hälfte der Fläche Deutschlands. Auf einem Hektar finden sich bis zu 120 Baumarten. Charakteristisch ist auch die hohe Vielfalt an Kannenpflanzen. Ursachen für die Torfbildung sind ein sehr geringes Gefälle des Geländes und die großen Wassermassen, welche die Flüsse aus dem Landesinneren in die Küstenebenen bringen. In der Regenzeit staut sich das Wasser und überflutet den Waldboden monatelang.
Gefährdet sind Bruchwälder in Europa insbesondere durch Entwässerung und die anschließende land- oder forstwirtschaftliche Nutzung, wie beispielsweise die Aufforstung mit biotopfremden Baumarten (insbesondere Hybridpappeln). Eutrophierung ist als weitere Gefährdungsursache insbesondere der nährstoffarmen Untergesellschaften anzusehen, da hierbei starkwüchsige, nitrophile Stauden die konkurrenzschwächeren Moorpflanzen verdrängen. (Weiterführendes zur Gefährdung von Mooren im Artikel Moore.)