Bruchzeichen sind Zeichen, die von Jägern während der Jagd und bei bestimmten gesellschaftlichen Anlässen verwendet werden.
Inhaltsverzeichnis |
Es handelt sich regelmäßig um belaubte/benadelte Zweige bestimmter Bäume („gerechte Holzarten“), die vom Baum gebrochen (nicht geschnitten!) werden und teilweise (mit dem Jagdmesser) bearbeitet werden.
Die gerechten Holzarten sind: (FETEK) Fichte, Eiche, Tanne, Erle und Kiefer.
Sofern die bruchgerechten Holzarten nicht in der Nähe des Erlegungsortes aufgefunden werden können, so dürfen auch alle anderen Baum- und Straucharten für den Bruch verwendet werden.
Z.B. Eibe, Alpenrose oder Heidekraut.
Es werden unterschieden: Mitteilungsbrüche und Brauchtumsbrüche. Mitteilungsbrüche vermitteln Informationen für andere Jäger. Brauchtumsbrüche sind Gepflogenheiten bei bestimmten Anlässen.
Ein Zeichen zur Aufmerksamkeitserregung. Ein etwa armlanger Zweig wird zwischen den Blättern/Nadeln von der Rinde befreit und ausgelegt oder aufgehängt.
Ein Zweig von halber Armlänge, zwischen den Nadeln oder Blättern von der Rinde befreit, zeigt mit der gewachsenen Spitze in eine bestimmte Richtung. Leitbrüche werden so ausgelegt oder aufgehängt, dass man von einem zum anderen sehen kann.
Ein senkrecht in den Boden gestecker unbearbeiteter Zweig markiert die Stelle, an der das Wild von der Kugel des Jägers getroffen wurde.
Ein neben den Anschußbruch gelegter Leitbruch zeigt die Fluchtrichtung des beschossenen Wildes an (wichtig für die Nachsuche durch einen Hundeführer).
Wird dem Jäger ein bestimmter Platz im Jagdgebiet zugewiesen, wird diese Stelle mit einem senkrecht in den Boden gesteckten Zweig gekennzeicht. Bei diesem Zweig sind alle Seitentriebe, bis auf die Spitze, entfernt. Ein zusätzlicher Leitbruch zeigt dem Jäger an, auf welchem Weg er nach Beendigung der Jagd seinen Stand verlassen soll.
Dies ist ein Zweig, der – von der Rinde und allen Seitentrieben befreit – zu einem Kreis gebunden wurde. Er kennzeichnet Stellen und Bereiche, in denen eine Gefahr droht (zum Beispiel ein unsicherer Hochsitz; Schlagfalle; etc.)
Zwei kreuzförmig übereinander gelegte Zweige kennzeichnen einen Warte- oder Sammelplatz.
Ein Aneignungsbruch ist ein auf den Wildkörper gelegter unbearbeiteter Zweig. Bei männlichem Wild zeigt die gebrochene Spitze zum Haupt (Kopf), bei weiblichem die gewachsene. Der Aneignungsbruch verdeckt in der Regel die Schussverletzung.
Ein unbearbeiteter Zweig wird mit dem Schweiß (Blut) des erlegten Tieres benetzt und mit der Oberseite der Blätter beziehungsweise Nadeln nach außen an der rechten Seite des Jägerhutes befestigt. Er zeigt anderen Jägern an, dass Beute gemacht wurde. Bruchwürdiges Wild ist alles Schalenwild, Fuchs, Murmeltier und Rauhfußhühner.
Wie der Schützenbruch, jedoch nicht mit Schweiß (Blut) benetzt. Wird bei festlichen Zusammenkünften von Jägern getragen.
Dieser Bruch ähnelt dem Schützenbruch, wird jedoch links am Hut mit der Nadel- beziehungsweise Blätterseite nach innen getragen. Bei der Beerdigung eines Jagdkameraden tritt der Jäger an das Grab, nimmt den Hut ab und wirft den Trauerbruch in das offene Grab.
Ein kleiner unbearbeiteter Zweig wird dem erlegten Wild quer in den Äser (Maul) gelegt. Er symbolisiert die letzte Mahlzeit vor dem Tode.
Am Sammelplatz der Jäger wird die gemeinsam gemachte Beute („Strecke“) auf ein Bett von Brüchen gelegt.
Die Verwendung von Bruchzeichen durch den Jäger ist Pflege des jagdlichen Brauchtums. Da für alle Brüche natürliches Material Verwendung findet, besteht keine Gefahr, die Umwelt und das Jagdgebiet zu verunreinigen. Trassierbänder und ähnliches mögen auffälliger sein, müssen aber wieder eingesammelt werden.
Regional können Anwendung und Ausführung der Brüche variieren.
Sind an der Stelle, wo das Wild zur Strecke kam (erlegt wurde), keine „gerechten Holzarten“ vorhanden, darf der Jäger, ohne das Brauchtum zu verletzen, die Holzart verwenden, die dort am häufigsten vorkommt (zum Beispiel Buche etc.). Für den Festtagsbruch und den Trauerbruch sind jedoch die „gerechten Holzarten“ zwingend.