Buch Rut

Das Buch Rut bzw. Ruth ist ein Buch des (jüdischen) Tanach bzw. des (christlichen) Alten Testamentes. Seit dem Mittelalter wird es in vier Kapitel unterteilt. In der Vergangenheit wurde es teilweise auch als Bestandteil des Buch der Richter betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Eine Familie in Israel muss wegen einer Hungersnot nach Moab auswandern. Dort stirbt der Vater und die beiden Söhne, die Mutter Noomi bleibt mit den beiden moabitischen Schwiegertöchtern Ruth und Orpa zurück. Noomi entschließt sich, nach Israel zurückzukehren und empfiehlt ihren Schwiegertöchtern, im Land Moab zu bleiben, da sie ihnen keine Ehemänner mehr geben könne und selbst keinen männlichen Vertreter mehr hatte, da ihr Mann verstorben war und sie selbst das Erbe ihres Mannes nicht antreten konnte.

Orpa bleibt daraufhin in Moab, Rut jedoch besteht darauf, mit ihrer Schwiegermutter nach Israel zu ziehen, obwohl sie dort als Moabiterin keine guten Zukunftsaussichten hat.

In Israel arbeitet Rut als Ährenleserin bei Boas, einem Verwandten von Noomi. Boas bemerkt Rut aufgrund ihres Fleißes und begünstigt sie. Daraufhin bekommt Rut von Noomi den Rat, sich nachts nach der Feldarbeit zu Boas zu legen. Boas verspricht Rut, sie zu heiraten. Es gibt jedoch noch einen anderen Verwandten, der gemäß dem Leviratsgesetz ebenfalls das Recht und die Pflicht hat, Ruth zu heiraten. Boas löst Rut aus und nimmt sie zur Frau. Rut gebiert ihm einen Sohn, den Obed, den Vater Isais, den Vater Davids. Rut ist somit auch mit Jesus verwandt.

Personen

Zitate

  • „Rut antwortete: Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren. Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein. Der Herr soll mir dies und das antun - nur der Tod wird mich von dir scheiden.“ (Rut 1, 16/17 in der Fassung der Einheitsübersetzung)

Meyers Konversationslexikon von 1889: „Ruth, Moabiterin, begleitete nach dem Tod ihres Gatten ihre Schwiegermutter nach Bethlehem, heiratete hier Boas und wurde dadurch die Stammutter Davids. Das gleichnamige Buch des Alten Testaments, worin dies erzählt wird, ein idyllisches Familiengemälde, wird gewöhnlich als Anhang zum Buch der Richter (s. Richter, S. 810) betrachtet, ist aber wahrscheinlich später entstanden. Kommentare zu demselben lieferten Bertheau (2. Aufl., Leipz. 1883) Mezger (Tübing. 1856, mit latein. Text), Wright (Lond. 1864) und Keil (2. Aufl., Leipz. 1874).“

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Irmtraut Fischer: Rut, Freiburg 2001
  • Hans-Georg Wünsch: Buch Rut, Stuttgart 1998
  • Mona West: The Book of Ruth: An Example of Procreative Strategies for Queers,” Our Families, Our Values: Snapshots of Queer Kinship, Robert E. Goss and Amy Adams Squire Strongheart, eds., The Harrington Park Press, Binghamton, New York, 1997.
Quelle:
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