| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Harburg | |
| Koordinaten: | 53° 19′ N, 9° 52′ O | |
| Höhe: | 72 m ü. NN | |
| Fläche: | 74,62 km² | |
| Einwohner: | 39.465 (30. Nov. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 529 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 21244 | |
| Vorwahlen: | 04181, 04186, 04187 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 53 005 | |
| Stadtgliederung: | 6 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 21244 Buchholz in der Nordheide |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wilfried Geiger (parteilos) | |
Buchholz in der Nordheide ist die größte Stadt des Landkreises Harburg in Niedersachsen und gehört zur Metropolregion Hamburg. Sie liegt etwa 20 km südlich von Hamburg und etwa 120 km nördlich von Hannover in der Nordheide, dem nördlichen Teil der Lüneburger Heide.
Inhaltsverzeichnis |
Höchste Erhebung ist der Brunsberg (129 m) als Teil der sich von den Harburger Bergen über den Wilseder Berg zur Hohen Heide ziehenden Endmoränen-Staffel des Drenthe II- sowie des Warthestadiums der Saaleeiszeit. Am östlichen Abhang des Brunsberges befindet sich das Höllental, ein geomorphologisch bemerkenswertes Relikt eines neuzeitlich überformten periglazialen Trockentals.
Buchholz besteht aus insgesamt 6 Stadtteilen. Dies sind zum einen die sogenannte Kernstadt und zum anderen die 5 Ortschaften, die alle über einen eigenen Ortsrat und Ortsbürgermeister verfügen. Die meisten Stadtteile sind wiederum in Ortsteile untergliedert, die allerdings verwaltungrechtlich keine Bedeutung haben. Reindorf gehört zur Kernstadt und verfügt als einziger Ortsteil über einen Ortsvorsteher.
Stadtteile (nach Einwohnerzahl absteigend sortiert):
(nebenbei: Vaensen, Buensen und Suerhop werden mit langgezogenem Vokal (Dehnungs-e), und nicht mit Umlaut ausgesprochen, in der kurhannoverschen Landesaufnahme um 1770 ist z.B. Buensen noch als Buhnsen verzeichnet)
Obwohl Buchholz in den heutigen Grenzen eine recht junge Stadt ist, reicht die Geschichte weit zurück.
Ältestes Zeugnis menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet Buchholz ist ein Lagerplatz der Hamburger Kultur (13.000-10.000 v. Chr.), der zum Ende der letzten Eiszeit angelegt wurde. Bekanntere Denkmäler aus vorgeschichtlicher Zeit sind das Großsteingrab im Klecker Wald und verschiedene Hügelgräbergruppen, die von der Einzelgrabkultur bis in spätsächsische Zeit datieren. Insgesamt sind im Stadtgebiet annähernd 560 archäologische Fundstellen bekannt.
Der Ortsteil Sprötze wurde als Sproccinla 1105, der Ortsteil Steinbeck 1331 erstmals erwähnt. 1432 wird Buchholz erstmalig im „Winsener Schatzregister“ als Dorf „Bockholte“ genannt. Es besteht damals aus wohl nur 6 Hofstellen.
1527 wird Buchholz evangelisch. 1654 wird die erste Schule in Buchholz gebaut.
Laut Amtslagerbuch des Amtes Harburg hat Buchholz 1667 14 Hofstellen, eine Schule und einen Krug. Die Ackerfläche beträgt 45,5 ha. 1699 wird der erste Feuerlöschverband gegründet.
Von 1803 bis 1814 besetzen Napoleons Truppen das Dorf. In dieser Zeit wird die Chausse Bremen-Hamburg (heutige B 75) gebaut.
Am 15. Mai 1857 erhält die Gemeinde Buchholz die Selbstverwaltung.
Am 1. Juni 1874 wird die Eisenbahnstrecke Hamburg – Bremen mit dem Bahnhof in Buchholz dem Verkehr übergeben. Die Strecke Buchholz-Lüneburg wird eingeweiht. Sie erhält einen eigenen Bahnhof.
1899 eröffnet ein Imprägnierwerk (Julius Rütger aus Berlin) südlich des Bahnhofs, mit anfangs etwa 50 Arbeitern. Um 1900 entsteht ein Kalksandsteinwerk gegenüber dem Bahnhof. Nach dem Ersten Weltkrieg wird daraus eine Mehlfabrik, später eine Faßfabrik. Heute befindet sich auf dem Gelände die Reihenhaussiedlung Bremer Reihe (seit 1963).
1901 wird die Eisenbahnstrecke Buchholz-Soltau eingeweiht. Im gleichen Jahr entsteht ein Wasserwerk (besteht bis 1923). Im folgenden Jahr wird die Eisenbahnstrecke Buchholz-Bremervörde eingeweiht (Abschnitt Buchholz-Hollenstedt 1968 stillgelegt).
Am 8. Juni 1925 wurde in Buchholz durch Otto Telschow die erste NSDAP-Ortsgruppe des nördlichen Niedersachsen gegründet. Telschow wurde später Gauleiter des Gaus Ost-Hannover, dessen Sitz bis zum Sommer 1932 in Buchholz war, bevor dieser zuerst nach Harburg und später nach Lüneburg verlegt wurde. Der Ort blieb trotz dieser Verlegung jedoch ein Zentrum nationalsozialistischer Politik in der Region. So stand in Buchholz in der Geraden Straße die am 4. November 1934 eingeweihte Ehrenhalle der Nationalsozialisten, welche die wichtigste nationalsozialistische Kult- und Feierstätte im Gau Ost-Hannover war. Auf dem Schornstein der o. g. Fassfabrik an der Bremer Straße und damit in Sichtweite der sog. Ehrenhalle wehte die Hakenkreuzfahne. Diese Fahne haben ein paar Arbeiter, die in der damals verfolgten SPD organisiert waren, bei Nacht und Nebel heruntergeholt und einige Tage versteckt. Sie wurde anonym per Post an die NSDAP nach Harburg geschickt.
1936 wird das Teilstück Dibbersen – Sittensen der Reichsautobahn (A1) dem Verkehr übergeben.
Am 19. April 1945 rücken britische Panzer in Steinbeck ein, am 6. Juni 1945 setzt die Militärregierung einen provisorischen Gemeinderat ein. Im Gasthaus „Hohe Luft“ in Steinbeck wurde über die kampflose Übergabe der Stadt Hamburg an die Engländer verhandelt. Der Verhandlungstisch ist dort noch heute zu sehen.
Am 15. Juli 1958 wird Buchholz Stadt und erhält am 14. Dezember 1959 den Namenszusatz „in der Nordheide“, der ab dem 1. Januar 1960 offiziell verwendet wird. Am 1. Juli 1972 werden die Dörfer Dibbersen, Holm, Holm-Seppensen, Seppensen, Sprötze, Trelde und Reindorf im Zuge der Gemeindereform nach Buchholz eingemeindet. Die Einwohnerzahl der Stadt erhöht sich um 50 %. Im gleichen Jahr werden das Hallen- und Freibad Herrenheide und die Kreis-Sonderschule eingeweiht und das Abwassernetz der Stadt an den Abwasserkanal des Landkreises angeschlossen.
1981 verliert die Eisenbahnstrecke Buchholz - Lüneburg ihren Personenverkehr und wird 1988 endgültig stillgelegt. Der Abschnitt Buchholz - Jesteburg ist heute Teil der Güterumgehungsbahn zum Rangierbahnhof Maschen.
(jeweils zum 31. Dezember)
Nach dem Wahlergebnis von 2001 waren im Stadtrat vertreten (in Klammern die Zahl der Mandate): CDU (14), SPD (13), FDP (5), Grüne (4), BUB (1), IDA (1). Der hauptamtliche Bürgermeister hat im Stadtrat ebenfalls Sitz und Stimme.
Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 erreichten bei einer Wahlbeteiligung von 52,4 % (in Klammern die Zahl der Mandate) CDU 45,3 % (17), SPD 22,3 % (8 Sitze), Bündnis 90/DIE GRÜNEN 11,9 % (4), FDP 10,0 % (4 Sitze), WASG 2,3 % (1), BUB 2,0 %(1), IDA 1,6 % (1), UWG 4,6 % (2 Sitze). Der hauptamtliche Bürgermeister hat im Stadtrat ebenfalls Sitz und Stimme.
Im Jahr 2001 wurde mit Norbert Stein (SPD) erstmals direkt ein hauptamtlicher Bürgermeister gewählt, der gleichzeitig Chef der Verwaltung ist.
Bei der Bürgermeister-Direktwahl am 10. September 2006 unterlag der bisherige Amtsinhaber Norbert Stein mit 32,5 % seinem Herausforderer Wilfried Geiger (parteilos) (67,5 %). Der Amtsantritt Geigers erfolgte am 1. November 2006.
Buchholzer Gemeindevorsteher und Bürgermeister seit 1869:
Das Wappen der Stadt zeigt einen waagerecht geteiltes Schild, dessen oberes Feld nochmals senkrecht geteilt ist. Auf der linken Seite findet sich auf goldenem Grund ein Buchenzweig mit fünf grünen Blättern, der auf den Ortsnamen verweist. Die rechte Seite enthält auf blauem Grund in Gold zwei sich anschauende niedersächsische Pferdeköpfe. In der unteren Hälfte ist rotes Mauerwerk in fünf Schichten zu sehen, sie soll den Aufbau (nach dem Krieg) symbolisieren.
Tageszeitungen mit lokaler Berichterstattung über Buchholz sind die in Hamburg-Harburg erscheinenden „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ (HAN) und die „Harburger Rundschau“ (Beilage des „Hamburger Abendblatts“). Ferner erscheinen für Buchholz die Werbezeitungen „HAN Extra“ (seit 1. April 2007, vorher „Blickpunkt“; Tochterblatt der HAN) und das „Nordheide Wochenblatt“ des Schrader-Verlages.
Im Stadtteil Dibbersen liegt die gleichnamige Anschlussstelle, die Buchholz an die A1 Hamburg–Bremen anschließt. Am nahegelegenen Buchholzer Dreieck beginnt die A 261, eine Eckverbindung zur A7 Flensburg–Hamburg–Hannover. Außerdem liegt Buchholz an den Bundesstraßen B 75 und B 3.
Buchholz liegt an der Hauptstrecke Hamburg–Bremen und ist sowohl Ausgangspunkt der Heidebahn nach Hannover als auch einer Güterumgehungsbahn zum Rangierbahnhof Maschen, die teilweise die Trasse der ehemaligen Bahnstrecke Buchholz–Lüneburg nutzt. Bis 1968 existierte darüber hinaus noch eine Strecke nach Hollenstedt. Der Bahnhof Buchholz war früher ein bedeutendes Bahnbetriebswerk und verfügt über umfangreiche Gleisanlagen einschließlich eines Vorbahnhofes sowie stillgelegtem Ablaufberg, Drehscheibe und Ringlokschuppen.
Im Personenverkehr wird der Bahnhof Buchholz durch die Expresslinie Hamburg–Bremen (metronom) und die Regionalbahnlinien Hamburg–Tostedt und Buchholz–Soltau–Hannover (DB Regio) bedient. Die Regionalbahnen halten auch an den im Buchholzer Stadtgebiet liegenden Haltepunkten Sprötze, Suerhop und Holm-Seppensen. In allen Zügen gelten Fahrausweise des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).
Im Güterverkehr wird Buchholz seit einigen Jahren nicht mehr bedient. Letzter Kunde war ein Schotterwerk südlich des Vorbahnhofes. Die Bahnhöfe Holm-Seppensen und Sprötze verloren ihre Eigenschaft als Güterbahnhof bereits in den 1980er Jahren und wurden zu Haltepunkten zurückgebaut.
Außer für den Personennahverkehr (ca. 5000 Fahrgäste täglich) hat der Bahnhof Buchholz eine große Bedeutung für den Durchgang von Güter- und Fernverkehrszügen.
Drei im 30-Minutentakt fahrende Buslinien (Buchholz Bus) erschließen die Kernstadt sowie die Stadtteile Steinbeck und Holm-Seppensen und schneiden sich dabei an der zentral gelegenen Haltestelle „Treffpunkt“. An Sonn- und Feiertagen verkehren diese Linien aber nicht.
Darüber hinaus verkehren Regionalbusse Richtung Hamburg-Harburg, Winsen und Hollenstedt, teilweise auch an Sonn- und Feiertagen. Diese Busse fahren vom Bahnhof oder vom ZOB und übernehmen mit der Anbindung von Dibbersen, Trelde und Reindorf auch innerstädtische Verkehrsaufgaben.
An Schultagen fahren zusätzlich zahlreiche Schulbusse sternförmig aus dem ganzen Landkreis nach Buchholz und nachmittags wieder zurück. Diese Busse sind öffentlich und können von jedermann genutzt werden. Da Buchholz bedeutender Berufsschulstandort ist, ergeben sich Fahrtmöglichkeiten in fast alle Ortschaften des Landkreises Harburg. Zentrale Umsteigehaltestelle für den Schülerverkehr ist der ZOB.
Genau wie im Bahnverkehr gilt für Busfahrten seit Ende 2004 der HVV-Tarif.
Derzeit hat die Stadt Buchholz zehn Ehrenbürger (mit Ernennungsjahr):
1941 wurde Otto Telschow, Gauleiter des damaligen Gaus Ost-Hannover, zum Ehrenbürger der Gemeinde Buchholz ernannt. Eine Aberkennung erübrigte sich aber, da Telschow bereits kurz nach Kriegsende an den Folgen eines Selbstmordversuches starb.
Appel | Asendorf | Bendestorf | Brackel | Buchholz in der Nordheide | Dohren | Drage | Drestedt | Egestorf | Eyendorf | Garlstorf | Garstedt | Gödenstorf | Halvesbostel | Handeloh | Hanstedt | Harmstorf | Heidenau | Hollenstedt | Jesteburg | Kakenstorf | Königsmoor | Marschacht | Marxen | Moisburg | Neu Wulmstorf | Otter | Regesbostel | Rosengarten | Salzhausen | Seevetal | Stelle | Tespe | Toppenstedt | Tostedt | Undeloh | Vierhöfen | Welle | Wenzendorf | Winsen (Luhe) | Wistedt | Wulfsen
Brockhaus-1911: Wendisch-Buchholz · Französisch-Buchholz · Buchholz
Herder-1854: Buchholz [2] · Buchholz [1]
Meyers-1905: Französisch-Buchholz · Wendisch-Buchholz · Buchholz · Buchholz, Reinhold
Pataky-1898: Buchholz, Wilhelmine
Pierer-1857: Französisch Buchholz · Wendisch-Buchholz · Buchholz [1] · Buchholz [2]