Bundesautobahn 34

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A 34 ist der Planungstitel zu einer Schnellstraße zwischen der A 1 bei Cloppenburg und der niederländischen Grenze bei Hebelermeer. Von der Bürgerinitiative BI-B 213 nein! wird der Name „Hasetalautobahn“ verwendet. Da bisher aber keine Trassenvarianten untersucht bzw. veröffentlicht worden sind, wäre auch der Titel „Hümmlinglinie“ (nach dem im Norden gelegenen Geestrücken) denkbar, oder, entsprechend der A 3 Oberhausen-Arnheim, „Hollandlinie“.

Sie verläuft in der Flucht der Europastraße E 233, die von der E37 (Bremen-Osnabrück) abzweigt und in Hoogeveen (NL) mit der E 232 (Groningen-Zwolle) zusammentrifft. Auf deutscher Seite wird die E 233 derzeit von den Bundesstraßen (von West nach Ost) B 402, B 213 und B 72 gebildet.

Im Zusammenhang mit dem Bau der A1 (Hansalinie) von Osnabrück nach Bremen wurde seit den 1960er Jahren eine Anbindung der Bundesstraßen 213 (Nordhorn - Cloppenburg) u. 72 (Emden - Cloppenburg) an diese Autobahn geplant. Die A1 war entgegen der südwestlich-nordöstlich verlaufenden Leitstruktur der B 51 von Diepholz aus in Richtung Nordwesten verschwenkt worden, um im Bereich der Ahlhorner Heide eine verlängerte Autobahn nach Oldenburg/Wilhelmshaven anschließen zu können. Zudem war der CDU-geführten Großen Koalition daran gelegen, die mehrheitlich konservativ wählenden Landkreise Cloppenburg, Vechta und Oldenburg-Land an die wichtige Hansalinie anzubinden.

In diesem Zusammenhang wurde auch eine schellstraßenmäßige Anbindung der B 72 („Ostfriesenzubringer“) an die A1 erwogen, die erst 1986 fertig gestellt wurde, welche allerdings nicht, wie zunächst vorgesehen, mit vierstreifigen, sondern mit zweistreifigem Querschnitt gebaut wurde. Eine Verlängerung des Ostfriesenzubringers sollte als B 72n bis zur geplanten A 5 Nord bei Sulingen gebaut werden. Dort hätte Anschluss an die B 214 und bei Nienburg an die A 32 in Richtung Magdeburg bestanden.

Ein logischer Titel für die nämliche Verbindung wäre somit auch in der Bezeichnung „A32“ gegeben gewesen (s.u.).

Zuvor hatten in den Jahren 1978/79 die Bauarbeiten für eine Nordwestumgehung der Stadt Cloppenburg begonnen, die im Westen bis Stapelfeld und über eine großzügige Anschlussstelle in Höhe des Wallfahrtsortes Bethen auf der Trasse der B 213 bis zur (geplanten) Anschlussstelle Ahlhorn an der heutigen A 29 verlaufen sollte. Diese Planung war integraler Bestandteil der damaligen E 72 von Delmenhorst nach Nordhorn und jenseitig der holländischen Grenze, die als „Flämische Heerstraße“ ein Teil der Achse Skandinavien-Benelux war. Mit dem Bau der A 30 (Osnabrück – Hengelo) in den 1970er/80erJahren verlor die Europastraße 72 ihre überregionale Bedeutung und wurde in eine dreiziffrige „Netzergänzungsstrecke“ umgewandelt.

Ortsumgehungen entstanden in den 1980/90er Jahren in Löningen, Herzlake, Haselünne und Meppen-Nord. Die letztgenannten Umgehungsstraße wurden notwendig, weil auf deutscher Seite dem Ausbau der niederländischen N 37 Zwolle – Emmen durch einen Ausbau der B 402 von Meppen über Schöninghsdorf zur holländischen Grenze entsprochen werden sollte, auf einer Trasse, die noch in den 1970er Jahren nur als Sandweg vorhanden war. Damit verschob sich die Europastraße 72 als neue Europastraße E 233 in Richtung Nordwesten.

Zentrum des holländischen Speditions- und Logistikwesens war bis in die Neuzeit hinein Coevorden gewesen, mit dem Ems-Binnenhafen Meppen auf deutscher Seite durch eine Landesstraße verbunden; nach dem Niedergang der Binnenschifffahrt auf der Vechte/Ijssel und der Zuidersee (-> Afsluitdijk) verlagerte sich diese Branche hin zum LKW-Speditionswesen in der stark anwachsenden Gemeinde Emmen, die nun nach niederländischen Planungen eine Zentrumsfunktion für die Region Drenthe erhalten sollte. Davon zeugen überdimensionierte Straßenplanungen aus den 1970er Jahren, unter anderem der Emmener Ring, der im Nordosten der Stadt im Nichts endet.

Die Planungen zur A 34 sind nicht vor 2004 anzusetzen. Der immer stärker werdende Durchgangsverkehr auf der E 233, die vor allem von Transitverkehren genutzt wird, ließ Pressuregroups auf den Plan treten, die sich für einen vierspurigen Ausbau einsetzen. Sie erhielten seit der Fertigstellung der A 31 Oberhausen-Emden neue Argumente an die Hand, weil die E233 als Alternativroute in der Relation Bremen-Ruhrgebiet für Verkehrsteilnehmer interessant wird, welche die viel befahrene A 1 meiden wollen. Doch auch Gegner eines Autobahn- oder Schnellstraßenneubaus haben sich mittlerweile formiert. Die Wahl der Bezeichnung „A 34“ folgt verkehrswissenschaftlichen Nomenklatur-Standards, denen zufolge als gradzahlige 30er-Nummer, entsprechend der Klassifizierung der „Hasetalautobahn“ als a) Ostweststrecke mit b) überregionaler Bedeutung im c) nordwestdeutschen Raum, nur (noch) die Nummer „34“ infrage kommt, weil die Planung der A 32 Walsrode - Magdeburg aufgegeben wurde (s.o.).

Ein Ausbau der bestehenden Bundesstraßen B 213 und B 402, der momentan im sog. Weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans („mit Planungs- aber ohne Baurecht bis 2015“) eingestuft ist, wäre in Niveaulage kompliziert, da Siedlungen zerrissen würden, Hofzufahrten gekappt, Naturschutzgebiete beeinträchtigt und Eisenbahnstrecken entwidmet werden müssten. Von Seiten der Stadt Löningen gibt es daher Ansätze zur Ausweisung einer großzügigen Nordtangente, die das Erholungsgebiet „Hasetal“ umfährt. Ein kompletter Neubau, auf unabhängiger Trasse, gestaltet sich vom Finanziellen her allerdings nur schwer machbar. Es wäre zudem der erste komplette Neubau einer Autobahn in Westdeutschland seit 1990.

In anderen Regionen sind vergleichbare Verkehrsaufkommen (auf der E233: > 3000 LKWs / 24 h bei 12000 PKWs / 24h) bisher nicht mit Autobahnbauten beantwortet worden. Die Region Drenthe-Emsland-Cloppenburg gilt zwar als "Wachstumsregion", das wäre aber noch kein Argument für Baumaßnahmen mit derartig umfangreichem Eingriff in Natur und Landschaft, denn aus ökologischer Perspektive gilt die Förderung einer ohnehin schon "boomenden" Region als problematisch. Eine Lösung des Verkehrsproblems versprechen sich Verkehrsplaner und Umweltschützer von der Verlagerung der Verkehre auf die neu zu bauende A 22 („Küstenautobahn“), die ebenfalls die Relation Skandinavien-Benelux bedient.

Module eines Neu- oder Aubaus sind derzeit die geplante vierstreifige Erweiterung der B 72 von Cloppenburg bis zur A 1 sowie die im Bau befindliche Ortsumgehung Lastrup.

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