Bundesministerium für Landesverteidigung

Dieser Artikel behandelt das österreichische Verteidigungsministerium. Für das bundesdeutsche Verteidigungsministerium siehe Bundesministerium der Verteidigung.
Sitz des BMLV in der Roßauer Kaserne
Sitz des BMLV in der Roßauer Kaserne

Die seit 1956 als Bundesministerium für Landesverteidigung (kurz BMLV oder Verteidigungsministerium) bezeichnete österreichische Verwaltungseinrichtung des Bundes ist für alle militärischen Angelegenheiten, insbesondere die, die das Österreichische Bundesheer betreffen, zuständig.

Inhaltsverzeichnis

Bundesminister

In der derzeitig amtierenden Bundesregierung Gusenbauer ist Mag. Norbert Darabos (SPÖ) Bundesminister für Landesverteidigung. Als solcher ist er Vorgesetzter aller dem BMLV untergeordneten Behörden, ihm obliegt damit die Befehls- und Verfügungsgewalt über das Österreichischen Bundesheer, soweit diese nicht dem Bundespräsidenten vorbehalten sind. Für bestimmte Rechtshandlungen, wie die Heranziehung von mehr als 5.000 Mann der Miliz oder Reserve, ist der Bundesminister für Landesverteidigung an dessen Ermächtigung gebunden, da dieser den verfassungsgemäßen Oberbefehl über das Bundesheer führt.

Kompetenzen

Das Ministerium ist zuständig für 'Militärische Angelegenheiten wie:

  • Bundesheer: Führung, Bewaffnung und Ausrüstung, Ergänzung, Waffen-, Schieß- und Munitionswesen, Wehrtechnik, militärischen Krankenanstalten
  • Militärluftfahrt
  • Militärische Sperrgebiete (insbes. Truppenübungsplätze)
  • Militärischer Attachédienst
  • Errichtung, Instandhaltung und Verwaltung aller Bauten, Anlagen und Liegenschaften des Bundes, die dem Bundesministerium, der Heeresverwaltung oder dem Bundesheer dienen
  • Schifffahrt, des Kraftfahrwesens, des Fernmelde- und des Vermessungswesens im militärischen Bereich
  • Führung des Heeresgeschichtlichen Museums (Militärhistorisches Institut)
  • militärische Stiftungen und Fonds
  • Heeresforstverwaltung Allentsteig

Organisation

  • Kabinettschef des Bundesministers: Stefan Kammerhofer
  • Direktion für Sicherheitspolitik: Generalmajor Mag. Johann Pucher
  • Sektion I: Zentralsektion: MR Mag. Rainer Holenia
  • Gruppe: Präsidium: Dr. iur. Herbert Schlifelner
  • Gruppe: Rechtswesen und legislativer Dienst: Mag. Dr. iur. Karl Satzinger
  • Gruppe: Personal- und Ergänzungswesen: Dr. iur. Helmuth Weiss
  • Gruppe: Kommunikation: Mag. Herbert Kullnig
  • Sektion II: Kontrollsektion: Generalleutnant Mag. Theodor Mather
  • Büro Bundesheer Beschwerdekommission: Amtsführender Vorsitzender: Walter Seledec (FPÖ)
  • Gruppe: Disziplinar- und Beschwerdewesen sowie Berichte: Brigadier Mag. iur. Harald Leopold
  • Gruppe: Prozess- und Ergebniskontrolle: Generalmajor Mag. Paul Kritsch
  • Gruppe: Innere Revision und Gebarungskontrolle: Generalmajor Mag. Dr. Peter Steiner
  • Generalstabsdirektion: Generalleutnant Mag. Wolfgang Spinka
  • Management ÖBH 2010: Generalleutnant Mag. Othmar Commenda
  • Planungsstab: Generalmajor Mag. Karl Wendy
  • Führungsstab: Generalmajor Mag. Christian Segur-Cabanac
  • Rüstungsstab: Generalmajor DI Dr. Kurt Mörz

nachgeordnete Dienststellen

Dem Ministerium nachggeordnet sind folgende Stellen:

  • Heerespersonalamt: Hofrat OltdRes Thomas Mais
  • Heeresbau- und Vermessungsamt: Brigadier Dipl.-Ing. Heinz Kurka
  • Amt für Rüstung und Wehrtechnik: Brigadier Dipl.-Ing. Reinhart Weiss
  • Heeresnachrichtenamt: Generalmajor Mag. Fritz Weber
  • Abwehramt: Brigadier Hofrat Erich Deutsch
  • Landesverteidigungsakademie: General Mag. Raimund Schittenhelm
  • Theresianische Militärakademie: Generalmajor Mag. Norbert Sinn
  • Heeresunteroffiziersakademie: Brigadier Andreas Rotter
  • Waffen- und Fachschulen

Historische Entwicklung

Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie waren ein Kriegsministerium, das für die gesamte Monarchie zuständig war, und ein "Ministerium für Landesverteidigung", das nur der Österreichischen Reichshälfte diente, eingerichtet. Von 1918 bis 1920 bestand ein "Staatsamt für Heereswesen", von 1920 bis 1936 ein "Bundesministerium für Heereswesen", von 1936 bis 1938 hieß die Behörde "Bundesministerium für Landesverteidigung". In der Zeit der Zugehörigkeit zum Großdeutschen Reich existierte keine eigene österreichische Behörde. Von 1945 bis 1956, also in der Zeit der durch die Besatzungsmächte fremdkontrollierten Republik Österreich waren die Agenden der Landesverteidigung Sache des "Amtes für Landesverteidigung" , einer Sektion im Bundeskanzleramt. Danach wurde wieder ein eigenes Ministerium eingerichtet, das bis heute "Bundesministerium für Landesverteidigung" heißt.

Siehe auch

Weblinks


Quelle:
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