Cap San Diego

Stückgutfrachter
Schiffsdaten
Name: Cap San Diego
1. Kiellegung: 10. April 1961
Stapellauf (Schiffstaufe): 15.12.1961
Fertigstellung: 1. März 1962; Übergabe: 27. März 1962
Bauwerft: Deutsche Werft AG, Hamburg
Baunummer: 785
Besatzung: 38 Mann(1962), 23 Mann(1986)
Baukosten: 16 Mio. DM
Eigner: Stiftung Hamburger Admiralität
Bereederer: Cap San Diego Betriebsgesellschaft mbH
Gesellschafter: Carl Tiedemann GmbH & Co.
Carl Robert Eckelmann AG
HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG
Unterscheidungssignal: DNAI
Schwesterschiffe
Cap San Nicolas
Cap San Antonio
Cap San Marco
Cap San Augustin
Cap San Lorenzo
Cap San Domingo
Technische Daten
Länge über Alles: 159,40 m (Lpp:144,40 m)
Breite: 21,40 m
Tiefgang: 8,44 m
BRZ: 9.998 Volldecker
BRZ: 7.626 Schutzdecker
NRZ: 5.728
Seitenhöhe bis Freiborddeck: 8,53 m als Schutzdecker
Seitenhöhe bis Oberdeck: 11,57 m als Volldecker
Leistung der Maschinenanlage: 8.569 kW
Anzahl der Wellen: 1
Geschwindigkeit: 19 kn
Tragfähigkeit (tdw): 10.017
Laderauminhalt: 16.408 m³
Anzahl der Passagiere: 12 Personen
Ex-Schiffsnamen
SAN DIEGO Januar 1982 bis Frühjahr 1986(Reederei YBARRA in HAMBURG-SÜD-Charter)
SANGRIA Frühjahr 1986 bis 28. Oktober 1986(Reederei MULTISTRADE SHIPPING)

Die Cap San Diego ist ein Stückgutfrachter und liegt als Museumsschiff im Hamburger Hafen.

Inhaltsverzeichnis

Bauweise

Die Cap San Diego ist ein konventioneller Stückgutfrachter und verfügt als solcher über sechzehn Ladebäume, zwei Bordkräne und einen Schwergutbaum. Von fünf Laderäumen, die über bis zu drei Zwischendecks verfügen, waren ursprünglich zwei als Kühlladeräume eingerichtet. Da das Schiff nach seiner Jungfernreise, die über die USA nach Australien und zurück führte, in der Südamerikafahrt eingesetzt wurde, wurden 1962 noch zwei weitere kleinere Kühlladeräume zusätzlich eingebaut. Des Weiteren hat das Schiff noch sechs beheizbare Ladetanks zum Transport von Süßölen. Zwei dieser Tanks konnten als Wechseltanks auch für den Transport von Stückgut hergerichtet werden und wurden als "Luke 6" bezeichnet.

Geschichte

Die Cap San Diego wurde von der Deutschen Werft AG, Hamburg, für die Reederei Hamburg Süd 1961 als letztes Schiff einer Serie baugleicher Stückgutfrachter gebaut. Zusammen mit ihren fünf Schwesterschiffen bediente sie die Route Hamburg - Südamerika und transportierte u.a. Maschinen, Chemikalien und Automobile in Richtung Südwesten und Kaffee, Fleisch, Textilien, Süßöle und Fruchtsaftkonzentrat in Richtung Nordost... und auch lebende trächtige Kühe, die oft genug während der Überfahrt nach Südamerika kalbten (zum großen Hallo der Besatzung und der Passagiere). Die Ladung zurück wurde in Buenos Aires oft durch Kuhfelle vervollständigt, die einzeln in den unteren Laderäumen ausgebreitet und eingesalzen wurden. Durch die große Menge der verladenen Güter und die vor der Erfindung des Containers langwierigen Ladeprozesse bedingte dies Liegezeiten von bis zu 14 Tagen in Buenos Aires. Die Flotte wurde auch als "Cap-San-Reihe" bzw. "Cap-San-Klasse" bezeichnet, weil der Name eines jeden Schiffs mit "Cap San" begann. Die sechs Schiffe wurden wegen ihrer eleganten Form auch Die weißen Schwäne des Südatlantiks genannt.

In den 80er Jahren wurden Stückgutfrachter mehr und mehr von Containerschiffen verdrängt. 1986 stand die Cap San Diego schließlich zur Verschrottung an. Sie wurde aufgekauft, renoviert und an die Nutzung als Museumsschiff und Veranstaltungszentrum angepasst und liegt heute als Museumsschiff an der Überseebrücke in Sichtweite der Rickmer Rickmers und der Hamburger Speicherstadt. Sie ist bis heute seetüchtig und läuft jedes Jahr zur "Gästefahrt" nach Cuxhaven aus. Anlässlich der Hundertjahrfeier des Nord-Ostsee-Kanals (1995) nahm die Cap San Diego an der Schiffsparade als Repräsentantin Hamburgs teil. Seit dem 1. Dezember 2003 steht sie unter Denkmalschutz.

Das Museum

Die Cap San Diego stellt den Höhepunkt des mechanisierten Frachtschiffbaus in Deutschland dar, bei dem eine maximale Ausprägung der meisten in der Frachtschifffahrt entwickelten Berufsbilder an Bord zu beobachten ist. Die Cap San Diego stellt somit einen Wendepunkt von der mechanisierten handbedienten Schifffahrt zur mehr automatisiert bedienten Schifffahrt bei gleichzeitigem Rückgang der Fertigungstiefe in Deutschland dar.

Das Museum der Cap San Diego zeigt neben dem Schiff selbst diverse Wechselausstellungen und verfügt über mietbare Veranstaltungsräume.

Weblinks

Commons
Commons: Cap San Diego – Bilder, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Christoph Engel & Knut Gielen, Cap San Diego, Eine Legende wird neu besichtigt, Murmann-Verlag Hamburg 2006, ISBN 3938017775
  • Friedrich Böer: Alles über ein Schiff. Eine kleine Schiffskunde. 4. Aufl. Herder, Freiburg i. Br. 1962. (Jugendbuch, das am Beispiel der Cap San Marco ein Seeschiff beschreibt)
  • Kurt Flechsenhar: Cap San Diego. Ein Schiff und seine Mannschaft. Koehler, Herford 1994, ISBN 3-7822-0609-6
  • Kurt Gerdau: Cap San Diego. Vom Schnellfrachter zum Museumsschiff. Koehler, Herford 1987, ISBN 3-7822-0417-4


Quelle:
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