Im mathematischen Teilgebiet der Darstellungstheorie sind Charaktere gewisse Homomorphismen in den Grundkörper.
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Es sei G eine abstrakte Gruppe oder eine topologische Gruppe. Ein Charakter von G ist ein Gruppenhomomorphismus

in die multiplikative Gruppe der komplexen Zahlen; bei topologischen Gruppen wird noch Stetigkeit gefordert. Ein unitärer Charakter ist ein Charakter, dessen Bild in
liegt.
Hinweis: Häufig werden allgemeine Charaktere als Quasi-Charaktere und unitäre Charaktere als Charaktere (ohne Zusatz) bezeichnet.

genannt. Die duale Gruppe von
ist auf natürliche Weise zur Ausgangsgruppe G isomorph.
für alle
gilt.
. Eine analoge Aussage gilt für kompakte topologische Gruppen; dabei ist die Summe durch ein Integral zu ersetzen.In der Zahlentheorie versteht man unter einem Dirichlet-Charakter einen Charakter χ auf der Gruppe

Für einen solchen Charakter definiert man eine ebenfalls als Dirichlet-Charakter bezeichnete Funktion
,
.Dirichlet-Charaktere spielen eine wichtige Rolle beim Beweis des Dirichletschen Satzes über die Existenz unendlich vieler Primzahlen in arithmetischen Progressionen. Dabei betrachtet man sogenannte L-Reihen, das sind Dirichletreihen mit einem Dirichlet-Charakter als Koeffizienten.
Da für endliche abelsche Gruppen die Charaktergruppe isomorph zur Ausgangsgruppe ist, gibt es
verschiedene Charaktere auf der Gruppe
, dabei ist
die Eulersche Phi-Funktion.
Für n = 5 ist beispielsweise
, d.h. es gibt neben dem Haupt- oder trivialen Charakter χ1 noch drei weitere Charaktere:
| k | 1 | 2 | 3 | 4 |
|---|---|---|---|---|
| χ1(k) | 1 | 1 | 1 | 1 |
| χ2(k) | 1 | -1 | -1 | 1 |
| χ3(k) | 1 | i | -i | -1 |
| χ4(k) | 1 | -i | i | -1 |
Für einen Dirichlet-Charakter χ gilt:

Für ein festes
gilt:

wobei die Summe über alle Charaktere
genommen wird.
Ein Dirichlet-Charakter ist eine vollständig multiplikative zahlentheoretische Funktion.
Ist G eine algebraische Gruppe, so ist ein Charakter von G ein Homomorphismus
; dabei ist
die multiplikative Gruppe. Die Charaktere von G bilden eine (abstrakte) abelsche Gruppe, die mit X(G) oder X * (G) bezeichnet wird.
Ist G eine Gruppe, K ein Körper und ρ eine endlichdimensionale K-lineare Darstellung von G, so heißt die Abbildung

die einem Gruppenelement g die Spur des entsprechenden K-linearen Automorphismus ρ(g) zuordnet, der Charakter von ρ. Im eindimensionalen Fall handelt es sich um einen Charakter von G im oben definierten Sinne. Im allgemeinen Fall ist χ jedoch nicht multiplikativ.
Charaktere sind konstant auf Konjugationsklassen. Eine tabellarische Aufstellung der Werte der Charaktere der irreduziblen Darstellungen einer endlichen Gruppe auf den einzelnen Konjugationsklassen nennt man Charaktertafel.
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