Cheops

Namen von Cheops
Eigenname
Image:Hiero_Ca1.png
Aa1 G43 I9 G43
Bild:Hiero_Ca2.png
Chufu
(ḫwj=f w(j))
Er beschützt mich
Image:Hiero_Ca1.png
W9 E10 Aa1
I9
G43
Bild:Hiero_Ca2.png
Chnum-chufu
(ḫnmw ḫwj=f w(j))
Chnum (be)schützt mich
Horusname
G5
Aa23
Bild:srxtail.jpg
Medjedu
(Mḏd(.w))
Horus der Richtige
G5
Aa23 G43
Bild:srxtail.jpg
Medjedu
(Mḏd.w)
Nebtiname
G16
Aa23
D21
Medjedu-Nebti
(Mḏd r nb.tj)
Der in Bezug auf die beiden Herrinnen Richtige
Goldname
G8
G5 G5
S12
Bikui-nebu
(Bjk.wj nb.w)
Gold (Goldener) der zwei Falken
Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.21)
Image:Hiero_Ca1.png
Aa1
I9
G43
Bild:Hiero_Ca2.png
Chufu
(ḫ(w)j=f w(j))
Er beschützt mich
griechisch
nach Herodot
nach Manetho

Cheops
Suphis

Cheops ist der griechische Name des zweiten altägyptischen Königs (Pharaos) der 4. Dynastie (Altes Reich), welcher von um 2620 bis um 2580 v. Chr. regierte.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Familie

Seine Mutter war die Königsmutter Hetepheres I. und sein Vater wohl sein Vorgänger Snofru. Halbbrüder waren Anchhaf (vielleicht aber auch ein Sohn), Nefermaat und Rehotep. Cheops war mit seiner Halbschwester Meritites und der Henutsen verheiratet. Als Söhne sind Radjedef, Kawab, Bafre, Chafchufui, Chafmin, Chufukaf, Chefren, Djedefhor, Djedefmin und Duenhor bezeugt. Töchter waren Chamerernebti I. (Gemahlin des Chephren), Hetepheres II. (Gemahlin des Kawab und nach dessen Tod des Radjedef) und Meresanch II. (Gemahlin des Bafre).

Regentschaft

Es ist erstaunlich, dass man von diesem gewiss sehr bedeutenden Pharao so wenig weiß. Meist fand man seinen Namen nur auf einzelnen Reliefblöcken (Buto, Tanis, Bubastis) oder sein Name ist von Expeditionsinschriften bekannt, die sicherlich mit dem Pyramidenbau in Verbindung stehen (Sinai, Hatnub, Wadi Hammamat).

Einige Ägyptologen vermuten, dass unter seiner Herrschaft die Darstellung von Bildnissen eingeschränkt oder verboten war. Von Cheops selbst fand man nur eine einzige erhaltene Statue. Bei ihr handelt es sich um eine 7,5 cm hohe Elfenbeinstatuette, die aus Abydos stammt und sich heute im Ägyptisches Museum (Kairo) befindet. Daneben gibt es allerdings mehrere Fragmente von Statuen, die sich zum Teil durch Inschriften Cheops zuweisen lassen oder deren Stilistik Cheops als Dargestellten vermuten lassen.

Sein Grabmal

Hauptartikel Cheops-Pyramide

Die Cheops-Pyramide in Gizeh
Die Cheops-Pyramide in Gizeh

Cheops' besondere Bekanntheit ist vor allem durch die Cheops-Pyramide in Gizeh, die größte Pyramide Ägyptens, begründet. Er nannte seine Pyramide „Achet Chufu“, was „Horizont des Cheops“ bedeutet. Sie wird zu den sieben antiken Weltwundern gezählt. Ihre Maße betragen 230 Meter im Quadrat und sie war ursprünglich 147 Meter hoch. Da sie aber in späterer Zeit als Steinbruch für Bauten in Kairo genutzt wurde, ist sie um etwa 10 Meter kleiner geworden. Für die Erbauung der Pyramide wurden insgesamt circa 2,5 Millionen Quader aus Granit und Kalkstein verwendet.

Die Statuette des Cheops (Kairo Museum)
Die Statuette des Cheops (Kairo Museum)

Im Inneren entdeckte man drei Kammern: die erste unter der Pyramide im gewachsenen Fels, die zweite („Königinnenkammer“) etwas höher im Kernmauerwerk, die dritte mit Sarkophag oberhalb der „Großen Galerie“. Der Granitsarkophag (2,30 x 1,00 x 0,89 Meter) war leer, als man ihn fand. Südlich der Pyramide vorgelagert befinden sich drei Nebenpyramiden für die Ehefrauen des Cheops, die linke (G1c) gilt als Pyramide der „Großen Gemahlin“, Königin Henutsen, die mittlere (G1b) war für Merit-Ites bestimmt, die rechte (G1a) galt als Kultpyramide, bis Rainer Stadelmann sie in Verbindung mit dem Grabschacht der Königsmutter Hetepheres I. brachte.

Insgesamt sechs Totenschiffe wurden im Pyramidenbezirk vergraben, zwei von ihnen wurden nahezu unbeschädigt gefunden. Eines dieser Schiffe wurde restauriert und ist heute zu besichtigen. Das zweite wurde in der Zeitspanne von 1995 bis 1996 von japanischen Archäologen mit Kamerasonden erforscht.

Siehe auch

Liste der Pyramiden

Literatur

Zum Namen

  • Auguste Mariette: Monuments divers recueillis en Egypt et en Nubie. 1872, S. 53
  • Jaroslaw Cerný: Inscriptions of Sinai. Verlag Egypt Exploration Society, 1952, 2nd. Ed., Vol.1, t.2 (7) ISBN 0-901212-29-6
  • Karl Richard Lepsius: Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien. 1849-1859. Band II, S. 26a
  • Kêmi: Revue de philologie et d´ achéologiue égyptiennes et coptes. Paris 1928-1971. Band 5, S. 4 Figur 4.
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der Ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München-Berlin 1984, S. 52, 178 ISBN 3422008322
  • Michel Baud: Une épithète de Rêdjedef et la prétendue tyrannie de Chéops: Études sur la statuaire de Rêdjedef, II. In: Bulletin de l'Institut Français d'Archéologie Orientale, Nr. 98 (1998), S. 15-30. Kairo 1998

Zur Pyramide

  • Rainer Stadelmann: Die ägyptischen Pyramiden. 1991, Zabern Verlag, Mainz 1991, S. 105-126 ISBN 3-8053-1142-7
  • Rainer Stadelmann: Die Pyramiden von Giza. 1990, S. 103-174
  • Michael Haase: Das Vermächtnis des Cheops. Die Geschichte der Großen Pyramide. 3. Aufl., Verlag Herbig, München 2003, ISBN 3776623462
  • Michael Haase: Eine Stätte für die Ewigkeit. Der Pyramidenkomplex des Cheops aus baulicher, architektonischer und kulturhistorischer Sicht. Zabern Verlag Mainz 2004, ISBN 3805331053
  • Georges Goyon: Die Cheopspyramide. Geheimnis und Geschichte. Augsburg 1990, ISBN 3893500804
  • Miroslav Verner: Die Pyramiden. Rowohlt Verlag, 1999, S. 218-247 ISBN 3499608901
  • Mark Lehner: Geheimnisse der Pyramiden. Econ Verlag 1997, S. 108-119 ISBN 3-5720-1261-9
  • Zahi Hawass: Die Schätze der Pyramiden. Weltbild Verlag, Augsburg 2003 S. 122-129 ISBN 3-8289-0809-8
  • Jürgen Brinks: Die Stufenhöhen der Cheops-Pyramide - System oder Zufall? (Göttinger Miszellen 48), Göttingen 1981, S. 17-24
  • Herbert Pitlik: Baustelle Cheopspyramide. Höhere Mathematik - oder nur ein Stück Schnur (Göttinger Miszellen 124), Göttingen 1991, S. 79-82
  • Herbert Pitlik: Baustelle Cheopspyramide (Auszug Bau- und Nutzholz - Wasser-Transporte) (Göttinger Miszellen 127), Göttingen 1992, S. 81-86
  • Herbert Pitlik: Baustelle Cheopspyramide (Auszug Rampen und Materialtransporte) (Göttinger Miszellen 129), Göttingen 1992, S. 83-86

Detailfragen

  • Mohammad Zaki Nour: The Cheops Boats. 1960
  • Dietrich Wildung: Die Rolle ägyptischer Könige im Bewußtsein ihrer NachweltTeil I Münchener Ägytologische Studien 17). Deutscher Kunstverlag, München-Berlin, 1969, S. 152-192
  • Siegfried Morenz: Traditionen um Cheops (Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde 97), Berlin 1971, S. 111-118
  • Bettina Schmitz: Untersuchungen zum Titel SA-NJSUT >Königssohn<. Bonn 1976
  • Nancy Jenkins: The Boat Beneath the Pyramid King Cheops´Royal Ship. Verlag Holt Rinehart & Winston, Orlando 1983-01 ISBN 0-03-057061-1
  • Paul Lipke: The Royal Ship of Cheops. A Retrospective Account of the Discovery, Restoration an Reconstruction. Verlag British Archaeological Reports, Oxford 1984 ISBN 0-86054-293-9
  • Mark Lehner: The Pyramid Tomb of Hetep-heres, and the Satellite Pyramid of Khufu 1985 ISBN 3-8053-0814-0
  • Mark Lehner in: Cambridge Archaeological Journal 2/1. 1992, S. 1-26
  • Zahi Hawass in: Mélanges Mokhtar I. Verlag Institut français d'archéologie orientale du Caire, 1985 S. 379 – 394 u. pl. I-III. ISBN 2-7247-0019-8
  • Zahi Hawass in : Sestos Congresso Internazionale die egittologia, Atti I. 1992, S. 241f.; a.a.O. II (1993), S. 177-195
  • F.F. Leek in : A.R. David (Ed.) Science in Egyptology. (GS Leek)Manchester University Press, Manchester 1990, S. 183 – 199 ISBN 0719022045
  • Lásló Kákosy: The Plundering of the Pyramid of Cheops (Studien zur altägyptischen Kultur 16), 1989, S. 145-169
  • Rainer Stadelmann: Khaefkhufu = Chephren. Beiträge zur Geschichte der 4. Dynastie (Studien zur altägyptischen Kultur 11), 1984, S. 165-172
  • Rainer Stadelmann: Beiträge zur Geschichte des Alten Reiches. Die Länge der Regierung des Snofru (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 43), Zabern Verlag Mainz 1986, S. 238f.
  • B. Shimron: Athenaeum 70. 1990, S. 191-195
  • Dieter Arnold: Zur Zerstörungsgeschichte der Pyramiden. Ein Vortrag (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 47), Zabern Verlag Mainz 1991, S. 21-27
  • Jean Kerisel: Le conduit sud de la chambre de la reine dans la pyramide de Chéops (Bulletin de la Société Francaise d´Egyptologie 127), 1993, S. 38-44
  • Jean Kerisel: Pyramide de Khéops. Dernières recherches (Revue d´Egyptologie 44), 1993, S. 33-54
  • Aidan Dodson/Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. London 2004, ISBN 9774248783
  • Jürgen von Beckerath: Chronologie des pharaonischen Ägypten. Zabern Verlag Mainz 1997, S. 26, 33-34, 39, 56, 156-159, 175, 188 ISBN 3805323107
  • Mark E. Lehner : The Development of Giza Necropolis : The Khufu Project (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 41), Zabern Verlag Mainz 1985, S. 109-143
  • Rainer Stadelmann / Rudolf Gantenbrink : Die sogenannten Luftkanäle der Cheopspyramide. Modellkorridore für den Aufstieg des Königs zum Himmel (Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 50), Zabern Verlag Mainz 1994, S. 285-294. ISBN 3-8053-1587-2

Allgemein

  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen, Düsseldorf 2002, S. 100-102 ISBN 3491960533
  • Peter A. Clayton: Die Pharaonen. Bechtermünz Verlag Augsburg, S. 45-49 1994, ISBN 3828906613
  • Alan H. Gardiner: Geschichte des Alten Ägypten. Kröner, Stuttgart 1965, S. 4, 41, 83ff., 87, 93, 106, 116, 467, 470 ISBN 389350723X

Weblinks

Commons
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