| Chicago | |
|---|---|
| Spitzname: The Windy City | |
| Siegel | Flagge |
![]() |
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| Basisdaten | |
| Gründung: | 12. August 1833 |
| Staat: | USA |
| Bundesstaat: | Illinois |
| Countys: | Cook County DuPage County |
| Geographische Lage: | 41° 54′ N, 87° 39′ W |
| Zeitzone: | Central Standard Time (UTC-6) |
![]() Lage in der Metropolregion |
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| Einwohner: – Agglomeration: |
2.842.518 (1. Juli 2005) 9.443.356 (1. Juli 2005) [1] |
| Bevölkerungsdichte: | 4.832 Einwohner je km² |
| Höhe: | 176 m ü. d. Meer |
| Fläche: | 606,1 km² davon 588,3 km² Land |
| Stadtgliederung: | 77 Stadtbezirke |
| Postleitzahlen: | 60601–60827 |
| Vorwahl: | 312 |
| Webseite: | egov.cityofchicago.org |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Richard M. Daley (Demokrat) |
| Satellitenbild | |
Chicago [ʃɪˈkɑːgoʊ ; anhören ?/i] (deutsch: Chikago) ist eine Stadt am Südwestufer des Michigansees im US-Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer Einwohnerzahl von 2.842.518 (2005) ist sie die drittgrößte Stadt der USA. In der Agglomeration leben 9.443.356 Menschen (2005)[1].
Chicago ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts eine wichtige Handelsstadt in den Vereinigten Staaten. Die Lage an der Mündung des Illinois Waterways, der die Großen Seen (die über den St. Lawrence Seaway bzw. Eriekanal mit dem Atlantik und New York City verbunden sind) mit dem Mississippi River und dem Golf von Mexiko verbindet, sowie als Knotenpunkt wichtiger Eisenbahnstrecken, auf denen die West- mit der Ostküste verbunden werden, haben diese Funktion begünstigt.
Chicago ist Sitz der Chicago Mercantile Exchange, der größten Warenterminbörse der Vereinigten Staaten, und der Chicago Board of Trade, der größten Rohstoff-, Futures- und Optionsbörse der USA.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name leitet sich aus dem Wort Checagou ab, mit dem die Potawatomi-Indianer das Marschland beschrieben, wo später die Stadt gegründet wurde. Das indianische Wort bedeutet sowohl wilde Zwiebeln wie auch Stinktier. Frei übersetzt bedeutete Checagou also soviel wie „Land, das nach Zwiebeln stinkt“.
Im Volksmund wird Chicago aufgrund des zu jeder Jahreszeit starken Windes, der aus nördlicher Richtung vom Michigansee weht, und durch die Wolkenkratzerschluchten kanalisiert und dadurch verstärkt wird, und aufgrund der Korruption auch the windy city genannt. Teilweise wird dieser Name auch auf die in der Geschichte, insbesondere während der Prohibition, verbreitete organisierte (Schmuggler-)Kriminalität zurückgeführt.
Chicago liegt im Nordosten von Illinois. Laut Daten des United States Census Bureau hat die Stadt eine Fläche von 606,1 Quadratkilometern. Gewässer bedecken davon 2,94 Prozent (17,8 Quadratkilometer). In Chicago mündete einst der Chicago River in den Michigansee, einer der fünf Großen Seen Nordamerikas. Allerdings wurde die Fließrichtung des Wassers im Chicago River 1900 umgekehrt, so dass er nicht mehr in den zur Trinkwassergewinnung genutzten Michigansee mündet, sondern über den „Chicago Sanitary & Ship Canal“ in den Illinois River und letztendlich in den Mississippi River abgeleitet wird. Mehr als 20 Zugbrücken wie beispielsweise die State Street Bridge überqueren den Fluss. Am Ufer des Chicago River stehen weltberühmte Hochhäuser wie der Sears Tower oder das IBM Building des Architekten Mies van der Rohe.
Die Metropolregion Chicago hat eine Fläche von 28.163 Quadratkilometern und erstreckt sich über dutzende von Vorstädten in neun verschiedenen Countys, welche mit dem Stadtgebiet von Chicago verflochten sind. Diese Countys sind in Illinois Cook, DuPage, Kane, Kendall, Lake, McHenry und Will County, in Indiana Lake County und in Wisconsin das Kenosha County. Da die Vorstädte politisch unabhängig sind, fließen keine Steuergelder aus diesen Enklaven, um die zentrale Infrastruktur der Großstadt zu finanzieren. Dies ist insbesonders bei den Schulen wichtig, weil ihre Finanzierung zu einem großen Teil aus den lokalen Grundsteuern erfolgt, mit landesweiten Zuschüssen pro Schüler als Ergänzung.
Die Metropolregion Chicago stand bei der Entwicklung des Modells der städtischen Zonen des renommierten Stadtgeographen Ernest Burgess um einen Central Business District (CBD) Pate. Den Kern des CBD bildet der so genannte Loop; dazu zählen ein von den Gleisen der Chicago „L“ umschlossenes Viertel (die Community Area 32) sowie die angrenzenden Gebiete.
Seit der Stadtgebieterweiterung von 1960, um den großzügigen Ausbau des Flughafens O’Hare zu ermöglichen, gliedert sich die City of Chicago in 77 Community Areas[2]
Das Klima in Chicago ist kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 843 Millimeter im Mittel. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich -3,3 Grad Celsius, der wärmste der Monat Juli mit 24,3 Grad Celsius im Mittel.
Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 103 Millimeter, der wenigste im Februar mit 41 Millimeter im Mittel. Insgesamt gilt das Wetter in Chicago als wechselhaft. Vor allem im Frühjahr und Herbst weht oft ein starker Wind.
1673 befuhren die französischen Forscher Jacques Marquette und Louis Jolliet das Gebiet des heutigen Chicago, das von der dort lebenden indianischen Bevölkerung „Checagou“ genannt wurde. In den 1770er Jahren errichtete Jean Baptiste Point du Sable – Sohn eines Québecer Kaufmanns und einer schwarzen Sklavin – einen Handelsposten am Tauschplatz der ortsansässigen Indianerstämme Miami, Fox, Sac und Potawatomi. „Der erste weiße Mann der sich hier niederließ, war ein Schwarzer“, werden sie zitiert.
Dank der verkehrsgünstigen Lage an den Wassertransportwegen des Michigansees, einem der Großen Seen, und des Chicago Rivers, gewann der Handelsposten bis Anfang des 19. Jahrhunderts zusehends an Bedeutung. Als Illinois 1818 den USA beitrat und deshalb verkehrstechnisch besser erschlossen werden sollte, erlangte Chicago, nach dem Bau der Ost-West Eisenbahnstrecke, daher schnell den Ruf als „Tor zum Westen“. Es war nun der wichtigste Handelsplatz für Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte weit und breit.
Holz kam mit Schiffen aus dem Norden und wurde vor Ort weiterverkauft oder mit der Bahn weitertransportiert, und Lebensmittel brachten die Farmer auf die Märkte, von wo sie dann wiederum auf Schiffe oder Züge umgeladen und verfrachtet werden konnten. Werkzeuge und sonstige Materialien, die (vorerst) nicht oder in unzureichender Menge vor Ort produziert wurden, kamen wiederum aus dem Osten. So wurde aus dem Handelsposten ein Dorf. Am 12. August 1833 wurde Chicago offiziell gegründet und bereits vier Jahre später, am 4. März 1837, mit seinen 4.200 Einwohnern zur Stadt erhoben.
Immer mehr Menschen zogen in die Stadt, und der ohnehin bereits ausgeprägte Handel wurde weiter angetrieben, was noch mehr Zuwanderer anlockte. Die Grundstückspreise stiegen rasant an. Als der 1836 begonnene Bau des „Illinois & Michigan Canals“ zwischen dem Chicago River und dem in den Mississippi mündenden Illinois River 1848 fertig gestellt wurde, gab es eine weitere äußerst attraktive Verkehrsroute. Sechs Staaten südlich entlang des Mississippi, sowie drei nördlich, und Regionen entlang des in den Mississippi mündenden Missouri River waren nun zusätzlich durch eine breite Wasserstraße erschlossen.
Ebenfalls 1848 erfolgte die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke, die auch Chicago anfuhr – die „Galena & Chicago Union Railroad“. Seit der Fertigstellung des „Chicago Sanitary Canals“ im Jahr 1900 mündet der Chicago River nicht mehr in den Michigansee, sondern durch den „Illinois & Michigan Canal“ und in weiterer Folge den Illinois River in den Mississippi.
1850 hatte Chicago bereits 30.000 Einwohner, und ein Ende des Zustroms war nicht absehbar – zu günstig waren die Rahmenbedingungen am Verkehrsknotenpunkt der USA. 1855 kam es zum „Lager Beer Riot“. Deutsche Siedler kämpften in diesem Aufstand um ihr Recht, auch am Sonntag Bier ausschenken zu dürfen.
Zwischen dem 8. und dem 10. Oktober 1871 wütete der Große Brand von Chicago, der den Großteil der Stadt zerstörte. Nach dem Feuer wurden 125 Leichen geborgen. Schätzungen kamen letztendlich auf 300 Tote und 18.000 zerstörte Häuser. Etwa 100.000 Menschen wurden obdachlos[3]. Doch rasch wurde die Stadt wieder aufgebaut. Architekten wie Louis Sullivan und später auch Frank Lloyd Wright kamen in die Stadt, die nun als Experimentierfeld für urbane Innovationen diente. 1880 zählte die „wiedergeborene“ Stadt bereits 500.000 Einwohner.
Zwischen 1880 und 1890 verdoppelte sich die Einwohnerzahl und Chicago zählte nun über eine Million Einwohner. Zwar erlebten die Grundstückspreise in der Innenstadt schon seit der Ernennung zur Stadt immer wieder extreme Anstiege, doch dieses Mal drang man in eine neue Preisdimension vor. Kostete ein Quadratmeter im Jahre 1880 noch 130 US-Dollar, versiebenfachte sich der Preis bis zum Jahr 1890 bis auf fast 900 US-Dollar pro Quadratmeter. Um rentabel zu wirtschaften, begannen Grundstückseigner, ihre Grundfläche maximal zu nutzen – das heißt, es musste höher gebaut werden. Dank neuer Erfindungen wie elektrischer Aufzüge, feuerfesterer Baustoffe, aber vor allem durch die Verwendung von Stahlskeletten im Gebäudebau, wurde dies möglich.
Das Home Insurance Building von 1885 (1931 abgerissen), war das erste Bauwerk, das die neuen technischen Errungenschaften vereinte, und gilt mit seinen zehn Etagen als das erste Hochhaus der Welt. Das 1889 von Dankmar Adler und Louis Sullivan errichtete Auditorium Building wies zudem – neben seiner fast perfekten Akustik – als Neuheit eine Klimaanlage auf. Zwischen 1890 und 1894 wurde das Reliance Building erbaut, welches als Vorläufer der gläsernen Vorhangwandkonstruktion gilt, die später den „internationalen Stil“ bestimmen sollte. Es gilt als Meisterwerk der Ersten Chicagoer Schule.
Am 1. Mai 1886 organisierten die Gewerkschaften Chicagos einen Streik, um die Arbeitszeiten von täglich zwölf auf acht Stunden zu reduzieren. Als die Polizei am 3. Mai hart durchzugreifen begann, und Streikende getötet wurden, kam es zu einem Aufstand, der als Haymarket Riot in die Geschichte einging. Das Ende des 19. Jahrhunderts war auch ansonsten keine ruhige Phase. Die Korruption erlebte ihre erste Blütezeit. Viele Politiker der Stadt waren käuflich. Etwa ein Viertel der Stadträte besaßen Saloons und galten als „boodlers“ („Geschmierte“). Hempstead Washburne, Bürgermeister von 1891 bis 1893, warb für seine Wiederwahl mit dem Hinweis, es sei „klüger, für einen Mann zu votieren, der bereits genug gestohlen hat, als für einen neuen”. Auch Wahlbetrug stand an der Tagesordnung. Washburne gelang seine Wiederwahl jedenfalls nicht.
Vom 1. Mai bis zum 30. Oktober 1893 fand die als „World Columbian Exposition” bezeichnete Weltausstellung in Chicago statt. Sie hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Kunst und Architektur dieser Zeit. Die Veranstaltung prägte Chicagos Selbstwahrnehmung und stärkte die Bevölkerung in ihrer optimistischen Sichtweise des industriellen Fortschritts.
1900 hatte die Stadt bereits 1,7 Millionen Einwohner, darunter viele irische und osteuropäische Einwanderer. Zu dieser Zeit festigte sich der Ruf Chicagos als Ort der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, der zahlreiche Jobs für jeden bereithielt, der bereit war zu arbeiten. Am meisten fühlten sich von diesem Versprechen die Einwohner schwarzer Hautfarbe aus den Südstaaten angezogen. Allein im Zeitraum 1916 bis 1919 zogen zwischen 50.000 und 75.000 Afroamerikaner in die Stadt[4].
Lange Arbeitszeiten, geringer Lohn und unmenschliche Arbeitsbedingungen, vor allem aber die von den Einwanderern mitgebrachten Traditionen der Selbstorganisation führten dazu, dass Chicago die Wiege der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung wurde. Um 1900 hatten sich die meisten Arbeiter in der „American Federation of Labor“ organisiert. Auch die noch heute existente revolutionäre Gewerkschaft „Industrial Workers of the World“ (IWW) wurde hier im Jahre 1905 gegründet. Das Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht spielt im Chicago der späten 1920er Jahre und thematisiert die schlechten Arbeitsbedingungen und den Kampf der Arbeiter dagegen. Als im Juli 1918 weiße Polizisten sich weigerten, bei einer Steinigung eines im See schwimmenden Schwarzen einzuschreiten, folgte ein sechstägiger Aufstand mit 38 Toten.
Die Stadt ist auch seit langem ein Zentrum schwarzer Organisationen – sowohl die von Reverend Jesse Jackson gegründete PUSH (People United to Save Humanity) als auch die militantere „Nation of Islam“ (eigentlich „The Lost-Found Nation of Islam“, auch bekannt als „Black Muslims“) , von Elijah Muhammad 1930 ins Leben gerufen, haben ihren Hauptsitz auf der South Side in Chicago.
Ab 1922 wurde Chicago zur Jazzmetropole. Größen wie Louis Armstrong, Earl Hines oder Jelly Roll Morton belebten die „schwarzen Clubs” und prägten den „Chicago Jazz”.
Während der Roaring Twenties erprobte aber auch ein neuer Typ Glücksjäger die große Freiheit Chicagos bis an die Grenzen des Erträglichen. Kriminelle Syndikate unter skrupellosen Gangsterbossen wie Bugs Moran, Johnny Torrio und Al Capone machten sich die Prohibition zunutze und verkauften illegal hergestellten Alkohol. Feuergefechte zwischen Polizei und Gangstern waren zwar nicht so sehr an der Tagesordnung wie viele Filme glauben machen möchten, aber das mafiöse System funktionierte.
Zwischen 1955 und 1976 prägte Richard J. Daley als Bürgermeister nicht nur maßgeblich die Politik der Großstadt, sondern spielte auch in der Demokratischen Partei eine bedeutende Rolle, etwa bei der Unterstützung der Präsidentschaftskandidaturen von John F. Kennedy 1960 und Hubert Humphrey 1969. In seine Regierungszeit fällt das brutale Vorgehen gegen Antikriegsdemonstranten 1968. Während der Democratic National Convention im August 1968 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen den Vietnam-Krieg. 1969 wurden die Chicago Seven dafür angeklagt.
1979 wurde Jane Burne erste weibliche Bürgermeisterin Chicagos und 1983 Harold Washington erster Bürgermeister schwarzer Hautfarbe. Der Herausforderer des Demokraten Washington bei der Bürgermeisterwahl 1983 war der Republikaner Bernard Epton, der von vielen weißen Demokraten und Basisorganisationen unterstützt wurde. Die Wahlen selbst zeigten sich als Abstimmung nach ethnischer Herkunft. Während Epstein 90 Prozent aller Stimmen in den Stadtbezirken mit vorwiegend weißer Bevölkerung bekam, waren es nur drei Prozent in denen mit überwiegend schwarzer Bevölkerung. Bei Washington waren die Zahlen umgekehrt. Insgesamt siegte Harold Washington mit vier Prozentpunkten Vorsprung. Die Wiederwahl im Frühjahr 1987 gewann er sicher. Er regierte Chicago bis zu seinem Tod im November 1987.
Anfang des 21. Jahrhunderts bestimmt die Skyline Chicagos die flache Prärie im Umkreis hunderter von Kilometern, und der Status der Stadt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region ist unumstritten.
Von nur 100 Einwohner im Jahre 1830 stieg die Einwohnerzahl Chicagos bis 1860 auf 100.000. Im Jahre 1890 lebten in der Stadt eine Million Menschen, bis 1910 verdoppelte sich diese Zahl auf zwei Millionen. Die Einwohnerzahl erreichte ihren Höhepunkt 1950 mit 3,62 Millionen Einwohnern. Danach ging die Einwohnerzahl aufgrund des in die Vorstädte abwandernden Mittelstandes bis 1990 stetig und stark um insgesamt rund 840.000 Einwohner zurück. Erst seit Beginn der 1990er Jahre erholte sich die Einwohnerzahl wieder.
2005 lebten in der Stadt 2,84 Millionen Menschen. Das war gegenüber 2000 ein Rückgang um 1,8 Prozent. Die Metropolregion Chicago, die auch „Chicagoland“ genannt wird, liegt mit 9,4 Millionen Einwohnern an 28. Stelle der Liste der größten Metropolregionen der Welt (Stand 1. Januar 2006).
Laut der Volkszählung aus dem Jahr 2000 gab es im Stadtgebiet 2.896.016 Einwohner, 1.061.928 Haushalte und 632.909 Familien, die in der Stadt ansässig waren. Die Bevölkerungsdichte betrug 4.923 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung bestand zu 41,97 Prozent aus Weißen und zu 36,77 Prozent aus Afroamerikanern; 4,35 Prozent sind asiatischer Herkunft. Der Median des Einkommen je Haushalt lag bei 38.625 US-Dollar, der Median des Einkommens einer Familie bei 42.724 US-Dollar. 19,6 Prozent der Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze. Die größten Gruppen nach ethnischer Herkunft im Stadtgebiet waren: Polen 210.421 (7,3 Prozent), Iren 191.998 (6,6 Prozent), Deutsche 189.618 (6,5 Prozent), Italiener 101.903 (3,5 Prozent) und Engländer 57.579 (2,0 Prozent)[5].
Die ethnische Herkunft nimmt für nachfolgende Generationen an Bedeutung ab, besonders bei Kindern aus gemischten Ehen. Dies gilt auch für die zahlreichen Nachkommen deutscher Einwanderer, die in und um Chicago wohnen. Da viele Einwohner irischstämmig sind, findet jedes Jahr im März eine riesige St. Patrick's Day Parade statt. Zur Feier dieses Tages wird auch der Chicago River grün gefärbt. Derzeit gibt es auch ein sehr großes Gebiet im Nordwesten der Stadt, das dadurch auffällt, dass die Schilder auf Geschäften koreanisch beschriftet sind.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand. Von 1830 bis 2000 handelt es sich um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Schätzung des United States Census Bureau.
| Jahr/Datum | Einwohner |
|---|---|
| 1830 | 100 |
| 1840 | 4.470 |
| 1. Juni 1850 | 29.963 |
| 1. Juni 1860 | 112.172 |
| 1. Juni 1870 | 298.977 |
| 1. Juni 1880 | 503.185 |
| 1. Juni 1890 | 1.099.850 |
| 1. Juni 1900 | 1.698.575 |
| 15. April 1910 | 2.185.283 |
| 1. Januar 1920 | 2.701.705 |
| 1. April 1930 | 3.376.438 |
| 1. April 1940 | 3.396.808 |
| 1. April 1950 | 3.620.962 |
| 1. April 1960 | 3.550.404 |
| 1. April 1970 | 3.366.957 |
| 1. April 1980 | 3.005.072 |
| 1. April 1990 | 2.783.726 |
| 1. April 2000 | 2.896.016 |
| 1. Juli 2005 | 2.842.518 |
An der Spitze der Stadtverwaltung von Chicago steht der Bürgermeister (Mayor), der von der Bevölkerung für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt wird. Er ernennt Leiter der verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung und andere Beamte, in einigen Fällen auch mit Zustimmung des Stadtrats. Der Bürgermeister besitzt das Recht gegen Verordnungen sein Veto einzulegen.
Die Stadtverordnetenversammlung (City Council) besteht aus 50 Mitgliedern und wird ebenfalls alle vier Jahre gewählt. Sie vertritt die verschiedenen Stadtteile Chicagos. Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet Gesetze, legt die Grundsteuer fest und teilt den einzelnen Ressorts der Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel zu.
Seit 1989 regiert Richard M. Daley von der Demokratischen Partei die Stadt. 1983 kandidierte er erstmals für das Bürgermeisteramt, unterlag jedoch. 1989 konnte er sich schließlich behaupten. Eines seiner Ziele war die Umwandlung des Uferbereiches des Michigansees in einen Park. Wegen einer umstrittenen Aktion zur Schließung des Meigs-Field-Flugfeldes kurz nach seiner Wiederwahl im Jahre 2003 wurde er heftig kritisiert. In dieser Wahl erhielt er dennoch 79 Prozent aller Stimmen und ließ die anderen drei Kandidaten somit weit hinter sich. Die nächsten Kommunalwahlen finden 2007 statt.
Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Chicago
Chicago hat 27 Schwesterstädte, zu denen es eine Partnerschaft unterhält.[6] Die meisten Schwesterstädte von Chicago befinden sich in Europa (14), gefolgt von acht in Asien und drei in Afrika. In Amerika unterhält Chicago zwei Partnerschaften. In Australien gibt es keine Partnerstädte.
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Chicago hat eine bedeutende Theaterkultur und gilt als Geburtsort des modernen Improvisationstheaters. Die im Jahre 1955 gegründete studentische Schauspielgruppe The Compass erweckte die Prinzipien der Commedia dell'arte zu neuem Leben und führte – inspiriert durch Bertolt Brechts Theatertheorien – nach so genannten Scenarios gesellschaftskritische, satirische Improvisationen auf. Darüber hinaus wurden nach Vorgaben des Publikums kurze Szenen improvisiert.
In der South Michigan Avenue befindet sich das 1889 erbaute Auditorium Theater. Es war von einigen engagierten Chicagoer Bürgern gegründet worden, um mit diesem reichhaltig mit Gold, Mosaiken und Wandgemälden ausgestatteten Gebäude der Stadt zu einem kultivierten Image zu verhelfen.
In der Lincoln Avenue steht das Biograph Theater und Kino. Am 22. Juli 1934 wurde dort John Dillinger von FBI-Agenten umzingelt und erschossen, nachdem seine Geliebte, die legendäre Lady in Red (Ana Cumpanas), ihnen einen Tipp gegeben hatte. Weitere bekannte Theater sind das Court Theater, das Goodman Theater und das Merle Reskin Theater (ehemaliges Blackstone Theater).
Am 30. Dezember 1903 starben bei einem Brand im Iroquois Theater 602 Menschen. Das Unglück führte im ganzen Land zur Einführung strenger Richtlinien bei der Feuerbekämpfung. Das Gebäude wurde ein Jahr später als Colonial Theater wiedereröffnet und 1925 abgerissen. An seiner Stelle entstand 1926 das Oriental Theater.
The Second City ist eine Theatergruppe in Chicago. Sie ist außerhalb Chicagos die bekannteste in der Stadt beheimatete Theatergruppe. Zahlreiche ehemalige Mitglieder haben später in der Fernseh-Comedy-Show Saturday Night Live mitgespielt. Bekannte ehemalige Mitglieder sind unter anderem: Alan Alda, Ed Asner, Dan Aykroyd, John Belushi, Bonnie Hunt, Bill Murray und Mike Nichols. Einen landesweiten Ruf hat auch die Steppenwolf Theatre Company, die frühere Gruppe von John Malkovich.
Zu den zahlreichen bedeutenden Museen der Stadt gehört unter anderem das 1930 fertiggestellte Adler-Planetarium und Astronomiemuseum. Es zeigt auf mehreren Ebenen zahlreiche Exponate zum Thema Weltraum, Planetensystem und deren historische und aktuelle Erforschung. Die Sammlung historischer Instrumente ist weltberühmt. Darüber hinaus besitzt es zwei Theater für astronomische Vorführungen, eines mit einem Zeiss-Projektor und eines mit einer modernen digitalen Lasershow, die insbesondere Flugsimulationen ermöglicht.
Das Art Institute of Chicago ist ein 1866 gegründetes Kunstmuseum und eine Kunsthochschule. Im Museum findet man bekannte Werke wie beispielsweise Claude Monet's Heuschober, Georges Seurat's Ein Sommersonntag auf der Insel Grande Jatte, Grant Wood's American Gothic und Edward Hopper's Nighthawks. Es beherbergt auch das Lebenswerk des Fotografen Irving Penn.
Das Field Museum of Natural History wurde 1893 als Columbian Museum of Chicago gegründet. Nachdem anfänglich sogar Kunst zu seinen Sammelgebieten zählte, fokussierte man das Aufgabengebiet mit der 1905 erfolgten Umbenennung auf Naturwissenschaften und Völkerkunde. Dabei sorgte der Namenspatron Marshall Field für ein noch heute bedeutendes Stiftungsvermögen. 1921 konnte das heutige Haus am Ufer des Michigansee bezogen werden. Das Field Museum beherbergt mehr als 22 Millionen konservierte Organismen und sonstige Sammlungsobjekte.[7] Es gehört auch auf diesem Sektor zu den größten naturwissenschaftlichen and anthropologischen Sammlungen weltweit.
Das Museum of Contemporary Art (MCA) ist ein 1967 gegründetes Museum für zeitgenössische Kunst. Das MCA war das erste Projekt des deutschen Architekten Josef Paul Kleihues in den USA. Es umfasst eine große Zahl interaktiver Ausstellungsstücke und Videopräsentationen sowie eine Abteilung mit Werken von Alexander Calder, Andy Warhol und anderen; an der Rückseite liegen ein Skulpturengarten und ein Patio.
Das Museum of Science and Industry ist ein Science Center und liegt in Jackson Park, etwas südlich von Downtown Chicago. Das Museumsgebäude wurde 1893 für die World Columbian Exposition gebaut und ist das einzige noch bestehende Gebäude dieser Weltausstellung. Rosenwalds Vorstellungen entsprechend wurden viele Ausstellungen interaktiv gestaltet. Bis heute wurde dieses Konzept beibehalten. So kann der Besucher beispielsweise durch ein Modell des menschlichen Herzens laufen, in der Hall of Communications die Geschichte des Telefons erfahren oder eine nachgebaute Kohlemine besichtigen.
Bei der Weiterentwicklung der genuin US-amerikanischen Musikstile von Jazz, Blues und Soul hat die Stadt eine bedeutende Rolle gespielt. Durch eine große wirtschaftlich bedingte Migrationsbewegung zu Beginn der 1920er Jahre sowie die Schließung des Vergnügungsviertels Storyville in New Orleans verlagerte sich das musikalische Zentrum des Jazz zusehends nach Chicago.
Bedeutende Musiker wie Louis Armstrong, King Oliver und Jelly Roll Morton waren in der Stadt tätig. In der Southside, dem Schwarzenviertel der Stadt, entstand ein reges Jazzleben. Es entwickelte sich der so genannte Chicago Jazz, welcher die Soloimprovisation gegenüber der Kollektivimprovisation stärker in den Vordergrund rückte, und eher zu einer kühlen Spielweise neigte.
Der von Gitarre und Mundharmonika geprägte, ländliche Delta-Blues wurde in Chicago elektrifiziert. Es entstand der so genannte Chicago Blues. Die Stadt wurde zu einem bis heute aktiven Zentrum des Blues, geprägt durch Musiker wie Howlin' Wolf, Muddy Waters und Willie Dixon. In den 1960er Jahren entwickelte sich der Chicago Soul, als dessen bekanntester Vertreter Curtis Mayfield gilt. Die Stadt gilt als Geburtsort der House-Music mit ihrer Untergattung Chicago House, und ist auch in der Hip-Hop-Musik einflussreich.
Das Chicago Symphony Orchestra gehört zu den besten Orchestern der USA. Es konzertiert in der Chicago Orchestra Hall (manchmal auch Theodore Thomas Orchestra Hall nach dem Gründer des Orchesters genannt). Der 1904 erbaute Komplex wurde 1966 einschneidend umgebaut, sodass der außerordentlich runde Klang verloren ging. Aufgrund des nunmehr trockenen und engen Klangbilds fanden Tonaufnahmen in der Folge meist andernorts statt, vor allem im Medinah Temple. 1997 endete eine erneute Umbauphase, die unter anderem das Ziel hatte, das alte Klangbild wieder herzustellen. Der Klang gewann tatsächlich hörbar an Breite und Schönheit, nur beschwerten sich nun die Musiker, dass sie sich untereinander nicht mehr hören konnten. Durch diverse Nachbesserungen ist mittlerweile ein erträglicher Zustand erreicht worden.
Die Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) ist eine Vereinigung von Jazz-Musikern, die sich der Erneuerung der afrikanisch-amerikanischen Musik verpflichtet haben und zugleich in der Musikerziehung an zahlreichen Schulen Chicagos aktiv sind. Weitere bekannte Musiker und Bands der Stadt sind: das Art Ensemble of Chicago („Great Black Music, Ancient to the Future“; es wirkte stilbildend auf den Bereich der ethnisch beeinflussten Jazz-Musik), die Band Chicago, die Rockband Chevelle ('zweites Zuhause' des Jazz, Blues) die Bluesband The Blues Brothers sowie der Rapper und Musikproduzent Kanye West.
Die Innenstadt von Chicago bietet eine großartige Ansammlung moderner Architektur. Dies fängt bei den typischen Wolkenkratzern um 1900 an und führt über die Meisterwerke Mies van der Rohes bis hin zum 1974 fertiggestellten Sears Tower. Chicago gilt auch als Geburtsort der Wolkenkratzer, da hier mit dem zehnstöckigen Home Insurance Building 1885 das erste Haus mit Stahlskelett errichtet wurde.
Am South Wacker Drive, Ecke Adams Street, steht das höchste Gebäude Chicagos, der Sears Tower. Im 103. Stock beherbergt es das Skydeck Observatory, wo man an klaren Tagen bis weit hinein nach Illinois, Michigan, Wisconsin und Indiana sehen kann. Das Hochhaus hat eine Höhe von 442 m und war bis 1998 das höchste Gebäude der Welt. Obwohl es dann von den Petronas Towers (452 m) in Kuala Lumpur übertroffen wurde, besaß es bis 2003, als der Taipei 101 (508 m) eröffnet wurde, das höchste nutzbare Stockwerk und das höchste Dach. Mit Antenne misst es sogar 527 m und ist bis heute der insgesamt höchste Wolkenkratzer sowie das dritthöchste freistehende Bauwerk der Welt. Dass diese Art des Wettrennens um das höchste Gebäude der Welt überwiegend persönlicher Eitelkeit und regionaler Großmannssucht dient, ist dabei nur einer der Kritikpunkte an dem immer gleichförmiger werdenden globalen Städtebau.
Das zweithöchste Gebäude, das Aon Center, misst bis zum Dach 346 m und das dritthöchste, das John Hancock Center 343 m – mit Antenne sogar 457 m, womit es das sechsthöchste freistehende Bauwerk der Welt ist, fünf Meter höher als die Petronas Towers mit Spitze. Chicago besitzt noch einige Gebäude um die 300 m Höhe, beispielsweise das AT&T Corporate Center mit 307 m, das Two Prudential Plaza mit 303 m oder das 311 South Wacker Drive mit 293 m.
Für das Jahr 2010 ist die Vollendung des 610 m hohen Chicago Spire am Ufer des Michigansees geplant. Trotz dieser enormen Höhe wäre der von dem spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfene Wolkenkratzer nicht das höchste Gebäude der Welt, denn bis zu seiner Fertigstellung wird der Burj Dubai („Turm von Dubai“) in den Vereinigten Arabischen Emiraten, der bereits im Bau ist, mit einer Höhe von 808 m vollendet sein.
Das kompakte Zentrum wird als The Loop bezeichnet, denn es wird umrundet von der „El“ genannten Hochbahn der städtischen Verkehrsgesellschaft CTA. Hier im Geschäftszentrum befinden sich das Art Déco-Hochhaus der Chicago Board of Trade, wo die Hälfte der weltweiten Weizen- und Maisernte umgeschlagen wird und die Chicago Mercantile Exchange. Dort werden kostbare Metalle, bewegliche und unbewegliche Güter im Wert von ungefähr 50 Milliarden US-Dollar pro Tag gehandelt.
In der näheren Umgebung gibt es einige sehenswerte Gebäude. The Rookery, 209 South LaSalle Street, 1886 von Daniel Hudson Burnham und John Wellborn Root erbaut, zählt zu den berühmtesten und meistfotografierten Bauten der Stadt. Das maurisch-gotische Äußere lässt nicht vermuten, dass sich im Inneren eine lichtdurchflutete Eingangshalle befindet. Eine spiralförmige, freitragende Auslegertreppe, führt vom zweiten Stock nach oben. Nahe steht die Continental Illinois Bank, die mit 28 ionischen Marmorsäulen und Wandgemälden geschmückt ist.
Das Reliance Building, 32 North State Street, könnte während der Art Déco-Zeit in den 1930er Jahren entstanden sein, wurde jedoch schon 1895 nach einem Entwurf von Daniel Burham fertig gestellt. Burham bestimmte das Gesicht von Chicago ganz entschieden; sein Fisher Building mit maritim inspirierten Terrakottafiguren steht in der 343 South Dearborn Street. Einen Häuserblock weiter südlich befindet sich das Manhattan Building von William LeBaron Jenney aus dem Jahre 1890, das erste Gebäude mit 16 Stockwerken. Von hier aus am Westufer des Flusses entlang erstreckt sich ein neu belebtes Stück Uferpromenade mit Straßencafés und Parks.
An der North Michigan Avenue steht eines der ältesten Gebäude Chicagos, der 1869 erbaute Old Water Tower (Alter Wasserturm). Das an ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert erinnernde Kalksteingebäude ist ein Wahrzeichen der Stadt und beherbergt inzwischen Chicagos Tourismus-Information. Das steinerne Schloss, überragt von einem 30 m hohen Turm, datiert aus dem Jahre 1869 und ist eines der wenigen Gebäude, die den Großen Brand von 1871 überstanden haben. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich der Water Tower Campus der katholischen Loyola University Chicago. Er beherbergt die Fachbereiche für Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft.
Auch Ludwig Mies van der Rohe prägte die Architektur der Stadt. Am Ufer des Chicago River steht ein Gebäude, das allgemein als sein Meisterwerk angesehen wird, das IBM Building von 1971. An seinem sanften Licht- und Schattenspiel zwischen Bronze und Rauchglas haben sich weltweit unzählige Architekten orientiert. Weitere Gebäude Mies van der Rohes sind unter anderem die Lake Shore Drive Apartments (zwei identische Türme mit außenseitiger Stahlrahmenkonstruktion), das Federal Center (drei Gebäude mit großem Platz und roter Skulptur) und mehrere Gebäude für das Illinois Institute of Technology, beispielsweise die Crown Hall, eine Kombination aus Stahl und Glas.
Frank Lloyd Wright ist für seine so genannten Präriehäuser bekannt. 1894 entstand in River Forest Winslow House , 1901 in Highland Park Willets House und zwischen 1907 und 1909 auf dem Campus der University of Chicago Robie House. Typisch für diese freistehenden Gebäude sind ausgreifende Dächer, horizontale Fensterbänder und eine freie Grundrissgestaltung um einen zentral gelegenen Kamin.
Nach Plänen Helmut Jahns entstand zwischen 1979 und 1983 das State of Illinois Center. Das 94 Meter hohe Regierungsgebäude aus Granit und Stahl beherbergt um die zentrale Rotunde angeordnet Büros, Geschäfte, Restaurants und Galerien. Am 10. Mai 1993 wurde es nach dem ehemaligen Gouverneur James Thompson benannt.
Sehenswert sind auch das Wrigley-Building (im Auftrag des gleichnamigen Kaugummikonzerns erbaut), die Green Mills (Stammkneipe des Gangsters Al Capone, noch immer im Stil der 1920er Jahre eingerichtet), das 1920 am Lincoln Park eröffnete Drake Hotel und die Zwillingstürme der Marina City, die später als Vorlage des Augsburger Hotelturms dienten. In Old Town, westlich der LaSalle Street, steht die 1873 erbaute St Michaels Church. Sie bildete ursprünglich den Mittelpunkt einer deutschen Gemeinde. Heute leben dort Menschen verschiedener Herkunftsländer.
Der Grant Park erstreckt sich östlich des Art Institutes bis zum Lake Michigan und wird von Schnellstraßen und Eisenbahnschienen durchzogen. Im Zentrum der nördlichen Parkhälfte befindet sich der Clarence Buckingham Memorial Fountain and Garden (gestaltet von Marcel Francois Loyau), wo täglich von Sonnenuntergang bis 23 Uhr die Licht- und Wassershows veranstaltet werden. Fast an jedem Wochenende wird in der Gegend um die Petrillo Music Shell, gleich hinter dem Art Institute, ein Musikfestival abgehalten, sei es Gospel, Blues, Country, Jazz oder Klassik. Die größten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich um die landschaftlich neu gestaltete Südhälfte des Grant Park, den so genannten Museum Campus.
Südlich vom Art Institute steht der marmorverkleidete, von Daniel Burham entworfene griechische Tempel, der das Field Museum of Natural History beherbergt. Auf der gegenüberliegenden Seite des verkehrsreichen Lake Shore Drive, am Ufer des Lake Michigan befindet sich das Shedd Aquarium, eines der größten überdachten Aquarien der Welt. Das angeschlossene Oceanum bildet einen enormen Kontrast zum Aquarium. Die Anlage soll eine Felsenküste in Alaska darstellen – eine aufwendige Inszenierung, bei der die „natürlichen Verhaltensweisen“ der Tiere vorgeführt werden.
Im Lincoln Park, einer ausgedehnten Grünfläche Chicagos, befindet sich auch der städtische Zoologische Garten (Lincoln Park Zoo). Vom Lake Michigan landeinwärts liegt das Lincoln-Park-Viertel: Es konzentriert sich entlang der Lincoln Avenue und der Clark Street. Die Halsted Street, an der viele Blues-Lokale und Nachtklubs liegen, verläuft in Nord-Süd-Richtung mitten durch das Viertel.
Der 2004 eröffnete Millennium-Park am Ufer des Michigansees ist die erste Kultureinrichtung der USA die Audio-Führungen im digitalen MP3-Format anbietet. Der Jay-Pritzker-Musikpavillon mit seiner herausragenden Akustik und die Fußgängerbrücke sind ein Entwurf des Architekten Frank Gehry. Beim Crown Fountain (Kronen-Brunnen) von Jaume Plensa fließt das Wasser begleitet von wechselnden Video- und Lichteffekten an zwei Glastürmen herab.
Der Brookfield Zoo ist ein Tierpark in Brookfield, einem Vorort von Chicago. Er nimmt eine Fläche von 57,4 Hektar ein. Der Tierbestand umfasst 3100 Tiere aus 450 Arten. Der Zoo öffnete am 1. Juli 1934 seine Tore und gewann schnell internationale Anerkennung, weil er anstelle vieler Gitter großzügige Schluchten und Wassergräben verwendete, um die Tiere von den Besuchern zu trennen. Der Tierpark war auch der erste in den USA, der Große Pandas zur Schau stellte, von denen ein Exemplar präpariert und an das Field Museum of Natural History in Chicago abgegeben wurde[8].
Ein bekanntes Team der Stadt sind die Chicago Bears, eine American Football Mannschaft, welche in der National Football League (NFL), der bedeutendsten amerikanischen Profiliga, spielt. Die Bears spielen dort in der National Football Conference (NFC), in der Northern Division.
Die Chicago Blackhawks sind eine Eishockeymannschaft in der National Hockey League. Das Team wurde 1926 gegründet und gehört zu den Original Six Teams der NHL. Die Heimspiele werden im United Center ausgetragen. Die Vereinsfarben sind rot, weiß und schwarz.
Die Chicago Bulls sind eine Mannschaft der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Seine Heimspiele trägt das Team im United Center aus. Die Bulls gehören durch ihre Erfolge in den 1990er Jahren zu den weltweit bekanntesten Mannschaften der NBA.
Die Chicago Cubs sind ein Baseball-Team. Sie spielen in der Central Division der National League. Die Chicago Cubs wurden 1870 gegründet. Ihre Heimspiele trägt die Mannschaft im Wrigley Field aus. In den ersten Jahrzehnten der National League zählten die Cubs zu den dominierenden Teams der Liga, in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erreichten sie jedoch nie mehr wieder ihre einstige Stärke.
Chicago Fire ist ein Team der Fußball-Profiliga Major League Soccer (MLS). Schon in ihrer ersten Saison 1998 gewannen sie den MLS Cup. Außerdem holten sie 1998, 2000, 2003 und 2006 den U.S. Open Cup. Stadion ist der Toyota Park in Bridgeview.
Die Chicago White Sox sind ein Major-League-Baseball-Team der American League. Der Verein trägt seine Heimspiele im U.S. Cellular Field (bis 2003 New Comiskey Park) aus. Dort fand am 6. Juli 1933 auch das erste All-Star-Game der Major League Baseball statt, das die American League mit 4:2 gewann. Die White Sox sind dreimaliger Gewinner der World Series (1906, 1917 und 2005).
Die Chicago Wolves sind eine Eishockeymannschaft in der American Hockey League (AHL). Ihr Heimstadion ist die Allstate Arena in Rosemont bei Chicago, in der 16.700 Menschen Platz haben. Gegründet wurde der Verein 1994. 2001 stiegen sie von der International Hockey League (IHL) in die AHL auf. In der IHL haben sie den Turner Cup 1998 und 2000 gewonnen und in der AHL 2002 den Calder Cup.
Chicago wurde am 14. April 2007 als offizielle Bewerbungsstadt der Vereinigten Staaten um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 gewählt[9]. In Chicago fanden bereits die Panamerikanischen Spiele 1959 statt. Zudem wurden zunächst die Olympischen Sommerspiele 1904 nach Chicago vergeben. Die amerikanische Regierung bat aber um Verlegung nach St. Louis, da dort die Weltausstellung stattfand und die Stadt ihr 100-jähriges Bestehen feierte[10].
Frühling und Sommer
Das Ravinia Festival, ein Open-Air-Festival, dauert drei Monate. Dabei werden im Highland Park mehr als 100 Veranstaltungen und Konzerte – von der Klassik bis zum Pop – abgehalten. Auf dem Great Chicago Places and Spaces zeigt die Stadt Chicago ihre Erfolge auf den Gebieten Architektur, Stadtgestaltung sowie Landschafts- und Umweltplanung. Das Gospel Music Festival präsentiert im Grant Park Gospeldarbietungen bedeutender Künstler aus dem ganzen Land. Beim Printer's Row Book Fair treffen sich Autoren, Dichter, Buchhändler und Leser aus dem Mittleren Westen der USA. Das Gold Coast Art Fair im Stadtteil Gold Coast ist Treffpunkt hunderter Künstler und Kunstliebhaber aus der ganzen Welt.
Beim viertägigen Blues Festival im Juni treten im Grant Park dutzende Blues-Musiker auf. Old Town Art Fair ist einer der ältesten und anspruchsvollsten Kunstmärkte des Landes. Taste of Chicago ist ein dem kulinarischen Genuss gewidmetes Festival zahlreicher Restaurants der Stadt. Die Venetian Night-Parade präsentiert am Seeufer Chicagos themenspezifisch-dekorierte Boote mit dazu passender Musik und abschließendem Feuerwerk. Die Air & Water Show zeigt am Strand Darbietungen der weltweit besten Militär- und Zivilpiloten. Das Jazz Festival im Grant Park findet im September am Labor Day mit zahlreichen Jazz-Künstlern statt.
Herbst und Winter
Auf dem Chicago Celtic Festival werden Bilder, Glass, Kleider, Keramik und Schmuck nationaler sowie internationaler Kunsthandwerker ausgestellt und verkauft. Jedes Jahr im Oktober schauen etwa eine Million Menschen den Läufern beim Chicago Marathon zu. Die State Street Thanksgiving Parade zeigt geschmückte Umzugswagen und Ballons. Beim Magnificent Mile Lights Festival wird im November die Magnificent Mile zu einer Winterlandschaft gestaltet.
Auf dem Christkindlmarket werden Baumschmuck, Spielzeug, Nussknacker und Glaswaren aus Europa in Holzbuden und Zelten auf der Daley Plaza verkauft. Die Chicago Boat, RV und Outdoors Show zeigt hunderte Boote und Wohnmobile. Die Chicago Auto Show präsentiert im Februar die neuesten Automodelle. Die Chicago Flower and Garden Show ist eine Ausstellung zum Thema Garten. Am St. Patrick's Day findet zu Ehren des irischen Nationalheiligen St. Patrick jährlich am 17. März eine große Parade statt.
Chicago beherbergt zahlreiche ethnische Restaurants. Ganz oben rangiert die italienische Küche, von der deep dish-Pizza (1953 in der Pizzeria Uno, 29 East Ohio Street, kreiert) bis zu den Trattorias. Beliebt sind auch Thai-Restaurants und mediterrane Esslokale. Daneben gibt es viele osteuropäische, deutsche, mexikanische, chinesische, indische und sogar burmesische und äthiopische Küchen.
In zahlreichen Restaurants werden dem Gast ribs vom Grill serviert, eine Hinterlassenschaft aus der Zeit, als Chicago die Fleischbank der Nation war. Die meisten Gaststätten befinden sich westlich und nördlich vom Loop, beispielsweise in Greek Town, in der Umgebung der Halsted Street, Ecke Jackson Boulevard, und in Little Italy, Taylor Street und Umgebung. In Near North und River North gibt es zahlreiche feine Speiselokale, und in Chinatown kantonesische und Sichuanküche.
Abgesehen von Bürohochhäusern umfasst der Loop auch einige sehenswerte Kaufhäuser aus der Zeit um 1900, wie zum Beispiel das 1899 von Louis Sullivan entworfene Carson Pirie Scott-Kaufhaus, 1 South State Street. Zwei Häuserblocks nördlich liegt an der Ecke State Street und Washington Street das vergleichsweise schlichte Marshall Fields, eines der ältesten und größten Kaufhäuser der Welt.
Manche Kaufhäuser sind direkt von der North Michigan Avenue – auch The Magnificent Mile (Die prächtige Meile) genannt – her zu betreten, viele befinden sich innerhalb großer Einkaufszentren. Das älteste ist das Water Tower Place, 835 North Michigan Avenue, mit mehr als 100 Geschäften auf sieben Stockwerken sowie einem belebten Food-court. In großzügigerem Gewand kommt die 900 North Michigan Avenue daher, die auch etwas anspruchsvollere Läden beherbergt, darunter Bloomingdale's, Gucci und Aquascutum.
Ebenfalls in der North Michigan Avenue bietet das Möbel- und Einrichtungshaus Crate & Barrel internationale Haushaltswaren, Möbel und Wohnaccessoires. Dutzende von Boutiquen mit Mode von Giorgio Armani, Prada, Hino & Malee sowie Sonia Rykiel befinden sich in der Oak Street, einer Querstraße zur North Michigan Avenue. Im Foyer des Chicago Theaters ist das Holiday Hospitality Center untergebracht.
Eines der weltweit größten Einkaufszentren steht in Schaumburg, einem Vorort von Chicago. Die Woodfield Mall mit ihren 285 Läden wird jährlich von etwa 27 Millionen Menschen besucht und ist vom Stadtzentrum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Im Vorort Gurnee befindet sich das Einkaufszentrum Gurnee Mills, wo man Waren ab Fabrik zu günstigen Preisen kaufen kann. Im Gebäude sind Geschäfte von über 200 Markenherstellern untergebracht, die ihren Kunden teilweise bis zu 60 Prozent Preisnachlass anbieten.
Chicago ist ein bedeutender Industriestandort und Messeplatz sowie Sitz zahlreicher Konzerne und Verbände. Von Bedeutung ist die Herstellung elektronischer Geräte, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, das Druckgewerbe und die Herstellung von Präzisionsinstrumenten, Stahl, Metallwaren, Textilien und chemischen Erzeugnissen. Der Hafen dient dem Export von Erdöl, Eisenerz, Kohle, chemischer Erzeugnisse, Textilien und Getreide. Importiert werden Kraftfahrzeuge, Stahl, Fisch und Fischerzeugnisse sowie alkoholische Getränke.
War es einst kanadisches Holz, welches über die Großen Seen nach Chicago gelangte, und von da aus unter anderem zur Erschließung des Westens verteilt wurde, waren es später landwirtschaftliche Produkte und Rinder, die ab Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund immer besserer Erschließung des Westens und Südens mit der Eisenbahn in immer größeren Mengen nach Chicago gebracht wurden, und dort gehandelt wurden.
Bereits 1848 wurde daher die Chicago Board of Trade gegründet, an welchem seither die großteils landwirtschaftlichen Rohstoffe sowie Futures und Optionen gehandelt werden. 1898 wurde der „Chicago Butter and Egg Board“ eröffnet, die heutige Chicago Mercantile Exchange, die größte Warenterminbörse der USA.
Die Arbeitslosigkeit in Chicago liegt seit 1990 deutlich über dem nationalen Durchschnitt in den USA. Die offizielle Arbeitslosenquote in der Stadt lag 1990 bei 9,0 Prozent (USA 5,6 Prozent), fiel dann bis 2000 auf 5,5 Prozent (USA 4,0 Prozent) und stieg dann wieder bis 2002 auf 8,2 Prozent (USA 5,8 Prozent). Bis 2006 sank die Quote auf 5,2 Prozent (USA 4,6 Prozent) [11].
Zahlreiche Weltkonzerne haben ihren Sitz in Chicago: Boeing (einer der weltweit größten Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen und Hubschraubern sowie von Militär- und Weltraumtechnik), Encyclopædia Britannica Inc. (Enzyklopädie), Hyatt (eine der weltweit größten Hotelketten), Midway Games (Spieleentwickler), Playboy Enterprises (Medienunternehmen), Tribune Company (Medienunternehmen) und Wm. Wrigley Jr. Company (der weltgrößte Hersteller von Kaugummi)
Weltkonzerne mit Sitz in einem Vorort von Chicago sind: ACNielsen (Marktforschung), Baxter International (ein weltweit operierendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Medizintechnik), Kraft Foods (internationaler Lebensmittelkonzern), McDonald’s Corporation (der weltgrößte Konzern von Fast-Food-Restaurants), Motorola (ein international operierender Hersteller elektronischer Systeme und Bauelemente), Sears Holdings Corporation (Handelskette), Underwriters Laboratories (Organisation zur Überprüfung und Zertifizierung von Produkten und Ihrer Sicherheit), United Airlines (Linienfluggesellschaft) und U.S. Robotics (Unternehmen der IT/TK-Branche)
Die Stadt hat über Autobahnen Verbindung in alle Teile des Landes. Von Chicago gehen ein halbes Dutzend Interstates aus. Allerdings befinden sich die Fahrzeuge auf den Expressways von und zur Innenstadt während der Hauptverkehrszeit meist im Stau. Die berühmte Route 66 ist zwar schon seit 27. Juni 1985 außer Betrieb, aber die I-55 Richtung Südwesten nach St. Louis, und danach die I-44 und die I-40, folgen überwiegend derselben Route.
Die Interstate 55 in Chicago beginnt bei Laplace (Louisiana) (etwa 40 Kilometer westlich von New Orleans) wo sie von der Interstate 10 abzweigt, bis nach Chicago wo sie auf den U.S. Highway 41 (Lake Shore Drive) neben McCormick Place zustößt. In der Metropolregion Chicago wird sie Adlai E. Stevenson Expressway genannt, zu Ehren eines wichtigen Politikers aus Illinois. Der Abschnitt zwischen Chicago und St. Louis läuft parallel zur oder auf der Strecke der ehemaligen Route 66.
Die Interstate 57 führt von dem südlichen Ende der Dan Ryan Expressway in Chicago, wo sie die Interstate 94 verlässt, über Champaign (Illinois) und Cairo (Illinois) nach dem Ort Miner im Südosten von Missouri, wo sie mit der Interstate 55 zusammentrifft.
Die Stadt ist mit mehreren Rangierbahnhöfen größter Eisenbahnknotenpunkt der Welt. Mit dem Rückgang des Personenaufkommens im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwanden die meisten der früher sechs Fernbahnhöfe aus dem Bild der Stadt. Einzig die Union Station überlebte in reduzierter Form und wird von Amtrak bedient (siehe auch Bahnhöfe in Chicago).
In der Stadt hat mit der 1882 gegründeten Belt Railway of Chicago (BRC) die größte Rangiereisenbahngesellschaft der USA ihren Sitz. Sie betreibt eine Strecke von 45 km, sowie Gleisanlagen von insgesamt 885 km in und um Chicago. Der Rangierbahnhof Clearing Yards hat eine Länge von 9 km und nimmt ein Fläche von 318 ha ein. Er ist zweiseitig und in beiden Richtungen mit Gleisbremsen ausgerüstet, seine Richtungsharfen haben in Richtung Westen 36 und in Richtung Osten 56 Gleise. Die Gesellschaft hat 520 Beschäftigte und bewegt jeden Tag rund 8.400 Güterwagen. Außerdem stellt die BRC die Anschlüsse zu rund 100 Industriebetrieben her.
Ehemalige Eisenbahngesellschaften mit Sitz in Chicago waren: Chicago and Northwestern Railway (1859–1995), Chicago, Burlington and Quincy Railroad (1849–1970), Chicago Great Western Railroad (1885–1968), Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad (1847–1986), Chicago, Rock Island and Pacific Railroad (1847–1980) und Illinois Central Railroad (1851–1999)
Der O'Hare International Airport in Chicago ist mit einem jährlichen Passagieraufkommen von rund 70 Millionen Fluggästen der nach Atlanta am stärksten frequentierte Flughafen der Welt. Er wurde nach Edward O'Hare, einem Kampfflieger aus dem Zweiten Weltkrieg, benannt. O'Hare ist das wichtigste Drehkreuz (Hub) von United Airlines, deren Firmenzentrale in der Nähe liegt, und der zweitgrößte Hub für American Airlines.
Der Midway Airport liegt im Südwesten der Stadt. Der vor allem von vielen Billigfluggesellschaften angeflogene Flughafen ist trotz kräftiger Expansion in den letzten Jahren kleiner als O'Hare. Bevor in den späten 1950er Jahren der Lokalrivale O'Hare ihn überholte, war Midway der am stärksten frequentierte Flughafen der Welt und eines der zentralen Luftfahrt-Drehkreuze für US-amerikanische Fluggesellschaften. United Airlines hatte hier ihr Hauptquartier, und auch American Airlines war vor ihrem Umzug nach New York in den 1930ern hier beheimatet.
Das Meigs Field war ein Flughafen auf einer Halbinsel im Michigansee vor Chicago. In einer umstrittenen Aktion veranlasste Bürgermeister