Chlothar I. (* um 498/500; † Ende November oder im Dezember 561) war ein Frankenkönig aus dem Haus der Merowinger. Er war der Jüngste der vier Söhne Chlodwigs I. und erhielt bei der Reichsteilung nach dessen Tod 511 Soissons, Laon, Noyon, Cambrai, Maastricht und den unteren Teil der Maas.
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Chlothars Politik war stark danach ausgerichtet, seinen Machtbereich zu erweitern. Nach dem Tod seines Bruders Chlodomer 524 brachte er dessen Kinder um, heiratete die Witwe Guntheuca und erhielt die Städte Tours und Poitiers. Im Burgundenkrieg besiegte er die Burgunden und gliederte einen Teil ihres Besitzes, der aus Grenoble, Die und einigen anderen Städten bestand, seinem Reich an. 531 besiegte er die Thüringer entscheidend an der Unstrut, 542 marschierte mit Hilfe seines Neffen Theudebert I. gegen die Westgoten.
Von 558 bis 561 – nach dem Tod des letzten überlebenden Bruders, Childebert I. – war er schließlich Herrscher über das gesamte Frankenreich, welches er um die Provence und den übrig gebliebenen Teil des Alamannenreichs vergrößerte.
Chlothar schloss eine ganze Reihe von Ehen, fünf sind sicher, zwei weitere werden vermutet:
Aus seiner Ehe mit Ingund stammen die meisten seiner Kinder, darunter auch die vier, die das Herrschaftsgebiet nach seinem Tod 561 unter sich wie folgt aufteilten:
Von Chunsina hatte er einen weiteren Sohn, Chramn, der 555 in der Auvergne bezeugt ist und mit seiner gesamten Familie, der Ehefrau und mehreren Töchtern, Ende 560 in der Verbannung starb
Augustin Thierry erklärt in seinem Standardwerk, Chlothar habe keine Nachfolgeregelung hinterlassen, weswegen die vier Söhne nach seinem Tod die vier Teilreiche auslosten und zusätzlich die Städte des von den Westgoten eroberten Südgalliens verlosten. Dies führte im Norden des Reiches zu klaren Grenzen, im Süden aber zu einer Vielzahl von Enklaven. Andere Autoren vertreten dagegen die These, Chlothar habe gezielt Söhnen bestimmte Reichsteile zukommenlassen wollen, was an der Namenswahl für die Söhne erkennbar sei. Tatsache ist, dass Sigibert tatsächlich den Reichsteil erbte, der schon einmal von einem Sigibert (Sigebert der Lahme) regiert wurde. Guntram war ein typisch burgundischer Name und erhielt auch dieses Teilreich, während Vornamen, die mit „C“ beginnen, ohnehin einer merowingischen Tradition entsprachen.
Chlothar I. wurde in der Kirche Saint-Médard in Soissons begraben. Mit ihm lässt die Forschung gemeinhin die spätantike Phase der fränkischen Geschichte enden – wobei allerdings wie bei allen frühen Merowingern die Zuordnung zu Spätantike oder Frühmittelalter nicht unproblematisch ist.
Eugen Ewig bezeichnet in seinem Buch Die Merowinger und das Frankenreich Chlothars (gleichzeitige) Ehefrauen Ingund und Arnegund als Schwestern und letztere als Mutter Chilperichs I. In den Europäischen Stammtafeln wird Chilperich hingegen schon immer als Sohn Ingunds geführt und eine Verwandtschaft zu Arnegund nicht erwähnt.
| Wikisource: Chlothar I. – Quellentexte |
| Vorgänger Chlodwig I. |
König von Soissons ab 511 König aller Franken 558-561 |
Nachfolger Charibert I. Paris |