Claudia Benedikta Roth (* 15. Mai 1955 in Ulm) ist eine deutsche Politikerin und Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen.
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1974 bestand Roth am Simpert-Kraemer-Gymnasium in Krumbach (Schwaben) das Abitur. Sie studierte zwei Semester lang Theaterwissenschaft, brach das Studium jedoch ohne Abschluß ab. Roth absolvierte eine Ausbildung zur Dramaturgin am Landestheater Schwaben in Memmingen. Anschließend arbeitete sie an den Städtischen Bühnen in Dortmund und am Hoffmanns Comic Teater (HCT) in Unna und wurde 1982 Managerin der Rock-Band Ton Steine Scherben um Rio Reiser, bis diese sich zwei Jahre später wegen Verschuldung auflösen musste.
Von 1985 bis 1989 fungierte Roth als Pressesprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen.
Von 1971 bis 1990 war Claudia Roth Mitglied der Jungdemokraten, die bis 1982 der Jugendverband der FDP waren.[1]
Seit 1987 gehört sie der Partei Die Grünen an. Am 9. März 2001 wurde sie erstmals zur Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt. Daneben war sie auch frauenpolitische Sprecherin der Grünen. Da Roth auf ihr bei der Bundestagswahl 2002 erlangtes Mandat nicht verzichten und die Bundesdelegiertenkonferenz (Parteitag der Grünen) eine Abkehr vom Prinzip der Trennung von Amt und Mandat nicht vollziehen wollte, kandidierte sie im Dezember 2002 nicht erneut für das Amt der Bundesvorsitzenden.
Am 23. Mai 2003 wurde dann der Beschluss einer Lockerung der Trennung von Amt und Mandat verkündet, so dass Claudia Roth beim Parteitag der Grünen am 2. Oktober 2004 wieder als Bundesvorsitzende kandidieren konnte. Sie wurde mit 77,8 % der Stimmen gemeinsam mit Reinhard Bütikofer erneut zur Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen gewählt und am 2. Dezember 2006 wurde sie mit rund 66% der Stimmen erneut im Amt bestätigt.
Von 1989 bis 1998 war Claudia Roth Mitglied des Europäischen Parlaments, wo sie ab 1994 Vorsitzende der Grünen-Fraktion war. Mitgearbeitet hat sie hier im Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten und Innere Angelegenheiten, im Auswärtigen Ausschuss sowie in zwei Untersuchungsausschüssen. Daneben war sie Vizepräsidentin des parlamentarischen Ausschusses EU-Türkei. 1994 verabschiedete das Parlament den sog. Rapport Roth zur Gleichberechtigung von Homosexuellen. Ein weiteres ihrer zentralen Anliegen war der Kampf für mehr Rechte der kurdischen Minderheit in der Türkei.[2] Nach der Europawahl 1994 richtete Roth in Istanbul ein Regionalbüro ein. Als sie sich bei Staatsminister Ayvaz Gökdemir über die Menschenrechtslage informieren wollte, beschimpfte der sie als Prostituierte. Roth klagte gegen diesen Angriff und erhielt Schadensersatz. Das Geld spendete sie dem türkischen Frauenverein "Morçati", der sich seit Jahren gegen Diskriminierung und Gewaltanwendung gegen Frauen wendet. [2] Dennoch setzt sie sich vehement dafür ein, die Türkei in die EU aufzunehmen.[2]
1998 wurde sie dann in den Deutschen Bundestag gewählt. Hier übernahm sie den Vorsitz des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. Wegen ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen schied sie am 31. März 2001 aus dem Bundestag aus.
Seit 2002 ist Roth erneut Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier ist sie zur Zeit stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Unterausschuss Vereinte Nationen.
Claudia Roth ist stets über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen.
Von März 2003 bis Oktober 2004 war sie Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe.
Claudia Roth ist ehrenamtliches Mitglied des Verwaltungsrates der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien sowie ehrenamtliches Kuratoriumsmitglied der Universität Augsburg und der Deutschen Orient-Stiftung in Hamburg. Daneben gehört sie ehrenamtlich dem Beirat der Humanistischen Union an.
Bekannt ist Claudia Roth auch für ihr persönliches Engagement auf Demonstrationen für Toleranz gegenüber Homosexuellen wie der Parada Równości in Warschau.
Im Zusammenhang mit einer Strafanzeige gegen einen Versandhändler, der Anstecker und Aufkleber mit Anti-Nazi-Symbolen (z. B. durchgestrichenes Hakenkreuz) verkaufte, erstattete sie Selbstanzeige wegen ihrer Verwendung derartiger Abzeichen. Das Stuttgarter Landgericht fällte am 28. September 2006 ein Urteil mit Verhängung einer Geldstrafe gegen den Händler, welches jedoch vom Bundesgerichtshof am 15. März 2007 aufgehoben wurde, siehe Juristische Auseinandersetzung um Anti-Nazi-Symbole.
Für ihre Tätigkeit als Beauftragte für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe wurde Claudia Roth am 30. Juni 2004 zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt.
Claudia Roth zog wiederholt Kritik und Polemik auf Grund ihres politischen Stils auf sich, der von Kritikern als emotionsgeleitet und effekthascherisch angesehen wird. Dabei beschränkt sich diese Kritik nicht auf eine Seite des politischen Spektrums, sondern reicht von links, hier zum Beispiel die taz[3], bis rechts, beispielsweise die Junge Freiheit[4].
Auch medial inszenierte Auftritte bei Schickeria-Events wie den Bayreuther Festspielen oder in Promi-Boxen Münchner Oktoberfestzelte werden Roth zum Vorwurf gemacht. Auffällig ist, dass ihr beißender Spott gerade aus dem linksalternativen Milieu entgegenschlägt. So wurde Claudia Roth in der Stunksitzung der Session 2007 durch Biggi Wanninger als Politikerin persifliert, die nicht an Inhalten, sondern nur an ihrer Kleidung und an freien Sitzen, die sie noch einnehmen könne, interessiert sei.
| Wikinews: Claudia Roth – Nachrichten |
1980 - 1993: Die Grünen
August Haußleiter | Petra Kelly | Norbert Mann | Dieter Burgmann | Manon Maren-Griesebach | Wilhelm Knabe | Rainer Trampert | Rebekka Schmidt | Jutta Ditfurth | Lukas Beckmann | Christian Schmidt | Regina Michalik | Verena Krieger | Ralf Fücks | Ruth Hammerbacher | Renate Damus | Hans-Christian Ströbele | Heide Rühle | Ludger Volmer | Christine Weiske
ab 1993: Bündnis 90/Die Grünen
Marianne Birthler | Ludger Volmer | Krista Sager | Jürgen Trittin | Gunda Röstel | Antje Radcke | Renate Künast | Fritz Kuhn | Claudia Roth | Angelika Beer | Reinhard Bütikofer
Gerd Poppe | Claudia Roth | Tom Koenigs | Günter Nooke
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