Clipping

Der Begriff Clipping (englisch to clip = abschneiden, kappen) wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet:

Inhaltsverzeichnis

Computergrafik

In der Computergrafik bezeichnet man mit Clipping die Begrenzung von grafischen Primitiven auf einen bestimmten Bereich. Ein Beispiel ist die Begrenzung einer darzustellenden Linie auf den rechteckigen Bildschirmbereich. Dank Clipping muss nur der tatsächlich den Bildschirmbereich überlappende Teil der Linie gezeichnet werden. Clipping-Verfahren sind z. B. der Cohen-Sutherland-, Sutherland-Hodgeman-, Cyrus-Beck- oder Liang-Barsky-Algorithmus.

Farbenlehre

Die Umwandlung aller Tonwerte, die heller als eine bestimmte Graustufe sind, in Weiß bzw. aller Tonwerte, die dunkler als eine bestimmte Graustufe sind, in Schwarz, was einen Verlust an Detailschärfe zur Folge hat. Dieses gilt auch für die einzelnen Kanäle in einem Farbbild.

Medienbeobachtung

In der Medienbeobachtung bezeichnet man den Zeitungsausschnitt als Clipping (engl.: press cutting). Je nach Urheberrecht und Verwendungszweck wird die Medienpräsenz durch ein digitales oder analoges Faksimile des originalen Zeitungsartikels oder einer Internet-Seite dokumentiert und mit Quellenangaben sowie Zusatzinformationen wie Auflage (4), Reichweite (3), Verleger, Platzierung usw. ergänzt. Teilweise werden auch Original-Artikel ausgeschnitten und auf ein DIN A4-Blatt aufgezogen. Beim elektronischen Clipping hat sich aufgrund seiner einfachen Druckbarkeit derzeit das PDF-Format durchgesetzt.

Neurochirurgie

In der Neurochirurgie bezeichnet das Clipping ein Verfahren zur operativen Versorgung von Hirnaneurysmen.

Digitale Signalverarbeitung

In der digitalen Signalverarbeitung und Verstärkertechnik bezeichnet man mit Clipping einen (in der Regel unerwünschten) Übersteuerungseffekt: Wird ein analoges Signal verstärkt oder in ein digitales Signal umgewandelt, so muss die maximale Amplitude des eingehenden analogen Signals noch vollständig übertragen werden bzw. in der digitalen Repräsentation dem höchsten möglichen Wert (oder darunter) entsprechen. Kommt ein noch stärkeres Signal, so wird es einfach an der oberen Grenze abgeschnitten. Als einfaches Beispiel dient hier der Schall: Ein Klang ist eine analoge Schwingung bzw. Signal. Nimmt man, beispielsweise mit einer Soundkarte, solch ein Signal über den analogen Eingang auf und stellt die Empfindlichkeit zu hoch ein, so wird das Signal abgeschnitten. Die Schwingungen (also die Musik), die am analogen Eingang anliegen, übersteuern den Verstärker oder die Signalverarbeitung und degenerieren im Extremfall zu einem Knarren oder Rauschen.
Transistorverstärker klingen beim Clipping besonders unangenehm, während Röhrenverstärker eine weichere Begrenzung des Signales verursachen. Daher sind manche Transistorverstärker mit einem sogenannten soft clipping ausgerüstet, das ein weicheres Übersteuerungsverhalten bedeutet.

Sprachwissenschaft

In der Sprachwissenschaft bezeichnet man mit Clipping ein Verfahren der Wortbildung, bei dem eine Lautfolge getilgt wird, ohne dass diese für sich einen Sinn ergibt oder einen Baustein darstellen würde (z. B. Omnibus > Bus, Professor > Prof). Dieses Verfahren wird auch Wortkürzung genannt.

Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.
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