Unter Computersimulation bzw. Rechnersimulation versteht man die Durchführung einer Simulation mit Hilfe eines Computers, genauer: eines Computerprogrammes. Dieses Programm beschreibt bzw. definiert das Simulationsmodell. Zu den ersten Computersimulationen zählt das Fermi-Pasta-Ulam-Experiment.
Eine Bemerkung zur Computersimulation im Ingenieursbereich: Durch die Simulation an sich werden in den seltensten Fällen direkt die betrachteten Prozesse optimiert, z.B. der aerodynamische Widerstand eines Autos. Erst durch (wiederholte) Interpretation der Simulationsergebnisse und darauf aufbauenden Veränderungen am Modell können bessere Lösungen für ein bestimmtes Problem gefunden werden.
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In der statischen Simulation spielt die Zeit keine Rolle. Das Modell ist statisch, d. h. es betrachtet nur einen Zeitpunkt, ist also quasi eine Momentaufnahme.
Fußt die Simulation auf Zufallszahlen und/oder Stochastik (Wahrscheinlichkeitsmathematik), so spricht man wegen der begrifflichen Nähe zum Glücksspiel von Monte-Carlo-Simulation.
Für die Modelle der dynamischen Simulation spielt die Zeit immer eine wesentliche Rolle. Die dynamische Simulation betrachtet Prozesse bzw. Abläufe.
Hier fließt die Zeit in gleichmäßigen Abständen und jeder Zeitschritt ruft eine durch das Modell beschriebene Zustandsänderung des Systems hervor. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die kontinuierliche Simulation hauptsächlich im technisch-wissenschaftlichen Bereich angesiedelt ist. Die Modelle dieser Simulation werden meist durch Systeme von Differentialgleichungen beschrieben.
Die kontinuierliche Simulation ist deterministisch, d. h.: die Simulation gelangt in Abhängigkeit von bestimmten Parametern zu einem Ergebnis. Typische Anwendungen sind:
Aber auch in den Sozialwissenschaften und in der Psychologie werden die Möglichkeiten der Simulation zunehmend genutzt.
Die diskrete Simulation benutzt die Zeit, um nach statistisch oder zufällig bemessenen Zeitintervallen bestimmte Ereignisse hervorzurufen, welche ihrerseits den (nächsten) Systemzustand bestimmen.
Auch als Ablaufsimulation oder ereignisgesteuerte Simulation bezeichnet, findet die diskrete Simulation im Produktions- und logistischen Bereich ihre hauptsächliche Anwendung. Der weit überwiegende Teil der Praxisprobleme liegt in diesem Bereich. Die Modelle dieser Simulation sind im Gegensatz zu den kontinuierlichen gut mit standardisierten Elementen (z.B. Zufallszahlen, Warteschlangen, Wahrscheinlichkeitsverteilungen etc.) darstellbar.
Die Stärke der diskreten Simulation liegt darin, dass sie den Zufall bzw. die Wahrscheinlichkeit in das Modell mit einbezieht und bei genügend häufiger Durchrechnung eine Aussage über die zu erwartende Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Systemzustände liefert. Das Anwendungsfeld für diese Art der Simulation ist daher entsprechend groß:
Von hybrider Simulation spricht man dann, wenn das Modell sowohl Eigenschaften der kontinuierlichen als auch der diskreten Simulation aufweist.
Unter Systemdynamik wird die Simulation
Systeme verstanden. Im Wesentlichen werden unter solchen Simulatoren
subsumiert. Die Arbeitsweisen und Werkzeuge entsprechen nahezu zur Gänze denen der Regelungstechnik bzw. der Kybernetik.
Obwohl ein Simulationsprogramm (Simulator) prinzipiell mit jeder allgemeinen Programmiersprache – in einfachen Fällen sogar mit Standardwerkzeugen wie z. B. Microsoft Excel - erstellt werden kann, wurden seit den 1960er-Jahren – nach der erstmaligen Verfügbarkeit hinreichend schneller Rechner – auch besondere Simulationssprachen entwickelt.
Zunächst beschränkten sich diese Sprachen noch auf die rein mathematische bzw. numerische Ermittlung und Darstellung der Simulationsverläufe und -ergebnisse. Mit dem Aufkommen immer leistungsfähiger PCs in den 1980er-Jahren trat jedoch mehr und mehr die graphische Repräsentation und in jüngerer Zeit auch die Animation hinzu.
In der diskreten Simulation gibt es derzeit Bestrebungen zur Implementierung optimierender Verfahren, wie z. B. Neuronale Netze, Genetische Algorithmen oder Fuzzy Logic. Diese Komponenten sollen den klassischen Simulatoren, welche an sich nicht optimierend wirken, die Eigenschaft der selbständigen Suche nach optimalen Lösungen hinzufügen.
Unter dem Begriff „Digitale Fabrik“ versuchen große Unternehmen - besonders des Fahrzeug- und Flugzeugbaues - die (vorwiegend animierte) Ablaufsimulation mit Verfahren zur Kostenermittlung, zur automatisierten Erstellung technischer Dokumentation und Planungssystemen für Produktionsstätten und -anlagen zu koppeln um so Entwicklungszeiten und –kosten sowie Qualitätsprüfungs- und Wartungsaufwendungen zu minimieren.
Für die kontinuierliche Simulation gibt es nur ganz wenige Standard-Programme, z. B. CSMP (Continuous System Modeling Program; IBM). Allerdings besteht hier inzwischen eine Vielzahl von speziellen Simulatoren, die wohl nur mehr aus Sicht der jeweiligen Fachbereiche überblickbar sind. Dem größeren Anwendungsbereich entsprechend und der besseren Standardisierungsmöglichkeit der Simulationselemente wegen liegt für die diskrete Simulation ein weit größeres Angebot an Sprachen vor; z. B.:
Daneben gibt es eine Reihe von Simulatoren für spezielle Anwendungsfälle, wie z.B. für den öffentlichen Verkehr ("ViSim"), Aufzugsanlagen, etc. An dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass viele Computerspiele Abkömmlinge professioneller Simulationsprogramme sind. In diese Kategorie gehört der Microsoft Flugsimulator ebenso wie Civilization von Microprose u.v.a.