| Dieser Artikel oder Abschnitt weist folgende inhaltlich problematische Lücken auf: komplette Diagnostik, siehe AWMF-Leitlinie
Hilf Wikipedia, indem du die fehlenden Informationen recherchierst und einfügst! |
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| A63.0 | Anogenitale (venerische) Warzen | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2006) | ||
Bei Condylomata acuminata - auch unter dem Begriff Feigwarzen und Feuchtwarzen bekannt - handelt es sich um eine Viruserkrankung und sie sind neben Herpes und Chlamydien eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Inhaltsverzeichnis |
Feigwarzen werden durch das humane Papillomvirus HPV 6 und HPV 11 ausgelöst. Die auch Kondyloma-Viren genannten Erreger sind kugelförmige, unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren (dsDNA), die zu den Papovaviridae gehören, und von denen insgesamt 200 verschiedene Typen bekannt sind. Die meisten von diesen sind für den Menschen völlig harmlos, lediglich die Typen HPV 6 und HPV 11 (zusammen mit HPV 16 und HPV 18) haben sich als krankheitserregend erwiesen, allerdings kommen sie auch am häufigsten vor.
Die Krankheitserreger werden am häufigsten durch Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr oder Intimkontakt sowie beim Oralverkehr übertragen, in sehr seltenen Fällen kommen aber auch andere Infektionswege in Frage. Eine Übertragung der Erreger von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist ebenfalls möglich. Etwa 1 bis 2 % der sexuell aktiven Bevölkerung sind akut mit sichtbaren Feigwarzen infiziert und somit auch Überträger der krankheitsverursachenden Viren.
Mehrere Studien zeigen, dass etwa 64 bis 70 % der männlichen Beziehungspartner von Frauen, die unter einer zervikalen HPV-Erkrankung leiden, ihrerseits HPV-assoziierte Läsionen am Penis aufweisen.[1] HPV kann dennoch auch in der Haut des Penis oft lange unerkannt präsent bleiben.
Zwischen der Infektion und dem Auftreten von Feigwarzen kann eine Inkubationszeit von wenigen Wochen, jedoch auch vielen Monaten liegen. Bei etwa 10 bis 15 % liegt eine stumme (inapparente) Infektion ohne sichtbare Feigwarzen vor, allerdings können solche Personen auch Virusüberträger sein. Fördernde Faktoren für das tatsächliche Auftreten von Feigwarzen sind ein geschwächtes Immunsystem, Feuchtigkeit, Entzündungen und Hautverletzungen.
Die Krankheitserreger bilden bei Männern und Frauen meist in der Genitalregion oder am After in der Regel kleine Warzen, die jedoch zur Beetbildung neigen und dann konfluierende (sich vereinigende) Warzen ausbilden. Diese Warzenformen machen sich oft durch mehr oder minder starkes Jucken, Brennen oder auch Schmerzen bemerkbar.
Gelegentlich entstehen dagegen sehr große Tumorkonglomerate, welche als Condylomata gigantea bezeichnet werden. Diese können unbehandelt auch aufbrechen und stark bluten.[2]
Insgesamt ist diese Erkrankung selbst unbehandelt abgesehen von dem Krebsrisiko nicht tödlich, kann jedoch erheblichen negativen Einfluss auf die (sexuelle) Lebensqualität des Patienten erlangen.
In etwa 30 % der Fälle heilen aufgetretene Feigwarzen von selbst wieder ab.
Eine Infektion mit HPV 6 oder HPV 11 ist von einer Infektion mit HPV 16 und HPV 18 abzugrenzen, da bei Frauen mit einer Infektion der letztgenannten Typen die Gefahr besteht, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
In seltenen Fällen können bösartige Veränderungen auftreten. Da das Peniskarzinom bei beschnittenen Männern extrem selten ist, werden zurückgehaltenes (retiniertes) Smegma, und wiederholte Entzündungen der Vorhaut und der Eichel (chronische Balanitiden) bei unbeschnittenen Männern und Durchseuchung mit humanen Papillomviren sowie dem Zytomegalievirus als entscheidende Faktoren der in zeitlicher wie auch ursächlicher Hinsicht schrittweisen Entstehung von Krebs (Karzinogenese) angesehen.[3]
Mehrere Studien deuten auf HPV-Infektionen als Verursacher von Mundkrebs hin. Unter anderem eine französische Studie diagnostizierte bei einer hohen Anzahl an Mundkrebs-Patienten auch humane Papillomviren (HPV). Als Übertragungsweg gilt hier Oralverkehr. Einen sicheren Schutz gibt es nicht. Jedoch mindert die stringente Verwendung von Kondomen vermutlich das Übertragungsrisiko. Siehe auch Safer Sex.
Neben der Chirurgische Entfernung ist eine Warzenentfernung mit Laser, Elektrokoagulation, Kauterisierung (Verbrennung mit Kauter) oder Kryotherapie (Vereisung) möglich. Hier wird mit flüssigem Stickstoff oder anderen Vereisungssprays versucht, die Warzen zu entfernen.
Nach der Entfernung zu kann es zu Schwellungen und Narbenbildung kommen. Sollen Condylome auch am After behandelt werden, besteht die Gefahr, dass der Schließmuskel verletzt wird, so dass er entweder nicht mehr schließen kann oder seine Dehnfunktion verliert.
Alle genannten Behandlungsmethoden können aufgrund der exponierten Position der betroffenen Körperstellen mit mehr oder weniger schmerzhaften Irritationen einhergehen. Zudem ist die Therapie häufig langwierig und erfordert ein hohes Maß an Disziplin von den Patienten. Ein Ping-Pong-Effekt ist sehr häufig.
Personen, die mit Medikamenten behandelt werden, welche das Immunsystem unterdrücken sollen (Immunsuppression), wie beispielsweise bei Krebs oder Lupus Erythematodes, sind ebenfalls für eine derartige Infektion anfällig. Bei den meisten Patienten treten die Condylome aufgrund dieser Behandlung auf. Solange die Immunabwehr medikamentös geschwächt werden muss, ist eine Behandlung mehr oder weniger sinnlos, da die Warzen nach kurzer Zeit wieder auftreten.
Trotzdem sollte der Betroffene sich von der Behandlung nicht abschrecken lassen, da die Condylome ansonsten immer weiter wachsen und sich unkontrolliert vermehren und in den meisten Fällen auch für den Partner ansteckend sind. So entsteht dann ein Ping-Pong-Effekt, der nur mit Abstinenz unter Kontrolle zu bekommen ist.
Wirksamste Vorbeugung gegen eine Infektion ist Safer Sex, der jedoch auch keinen vollständigen Schutz bietet, sowie die Impfung. Der HPV-Impfstoff Gardasil ® gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 - von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) in den USA im Juni 2006, von der europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) im September 2006 in der EU zugelassen - schützt nach den bislang vorliegenden Untersuchungen zu hundert Prozent vor einer Infektion mit diesen genannten Virentypen. Eine abschließende Beurteilung der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit ist wie bei allen neuen Medikamenten und Verfahren nicht möglich, Nebenwirkungen scheinen bislang allerdings keine Rolle zu spielen. Unklar ist derzeit, wie lange ein solcher Impfschutz anhalten wird. Bislang wird eine Grundimmunisierung mit drei Impfungen im Abstand von 0, 2 und 4-6 Monaten empfohlen, Richtlinien zur Impfauffrischung gibt es derzeit nicht, da Langzeitstudien zum Verlauf der Schutzwirkung über die gesamte Lebensspanne gesehen zwangsläufig fehlen. Da die Impfung nicht gegen alle HPV-Typen wirkt, sollten aber auch geimpfte Frauen die Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebärmutterhalskrebs (ab 20 Jahren) auf jeden Fall nutzen.
| Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen! |