Der Council on Foreign Relations (abgekürzt CFR) (deutsch: "Rat für auswärtige Beziehungen (RAB)") der USA ist eine Institution in New York.
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Die Gesellschaft wurde 1921 in New York City von Edward Mandell House gegründet. Ihr wird seit ihrer Entstehung eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen. Eher im Hintergrund und ohne Kontrolle von außen agierend, lehnt der CFR eine ausführliche Publizierung seiner Aktivitäten ab. Ebenso einzigartig ist die Zusammensetzung dieses Clubs, welcher zu Beginn der 20er Jahre von Geschäftsleuten mit dem Ziel des Ausbaus internationaler Geschäftsverbindungen gegründet wurde. Rasch stellte diese kapitalkräftige Besetzung fest, dass ihre Versammlungen ohne eine Auseinandersetzung mit Akademikern und Mitarbeitern der Exekutive ins Leere laufen würden.
Aus dieser Tradition heraus stellt die Geschäftswelt den größten Anteil der Mitglieder mit etwa 30 Prozent, gefolgt zu etwa gleichen Teilen von Mitgliedern, welche für die Regierung tätig sind - u.a. einige US-Präsidenten wie z. B. G.W. Bush, der 1977 Direktor des CFR war - und Akademikern der Elite-Universitäten und -Colleges mit je ca. 20 Prozent. Etwa 10 Prozent umfasst die Fraktion der Journalisten bzw. Personen mit gewichtigen Positionen im Verlags- und Rundfunkwesen. Die restlichen Mitglieder stehen gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen vor oder haben Spitzenpositionen in den großen Gewerkschaften inne.
Präsident des CFR ist seit 2003 Richard Nathan Haass.
Die interessanteren Diskussionen innerhalb des CFR liefen bislang immer vertraulich ab, d.h., entweder wurden überhaupt keine Aufzeichnungen angefertigt oder aber das Material wurde bewusst zurückgehalten.
Die Aufgaben des CFR sind zum einen die Arbeit in den Diskussions- und Studiengruppen, zum zweiten Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, eine pro-internationalistische Außenpolitik der USA zu fördern und schließlich die Arbeit im Formulierungsprozess US-amerikanischer Außenpolitik. Gerade hierin sehen der Historiker Laurence H. Shoup und der Soziologe William Minter einen "undemokratischen Prozess" und eine "Gefahr", da das Resultat des Zusammenspiels zwischen den Regierungsverantwortlichen und den Finanzgewaltigen, nämlich Maßnahmen der amerikanischen Außenpolitik, „sich gegen das Interesse der Mehrheit des amerikanischen Volkes und der Völker dieser Welt richtete und bis heute richtet“. In einer Globalisierung, die gepaart ist mit monetärem Nationalismus ("monetary nationalism"), sieht der CFR eine gefährliche Kombination, die finanzielle Krisen und geopolitische Spannungen erzeuge. So forderte Benn Steil in der Zeitschrift Foreign Affairs, dass die Welt unerwünschte Währungen preisgeben und gegen Dollar, Euros und multinationale Währungen, die es zur Zeit noch nicht gebe, ersetzen solle.[1]
Viele deutsche Spitzenpolitiker und Manager haben in den vergangenen Jahrzehnten vor dem Council on Foreign Relations gesprochen, so Helmut Kohl, Klaus Kinkel, Willy Brandt, Fritz Erler, Heinrich von Brentano, Hermann Josef Abs, Fritz Berg, Theodor Heuss, Erich Ollenhauer, Joschka Fischer.
In dem 1960 erschienen Buch mit dem Titel Die Notwendigkeit der Auswahl schrieb der spätere Außenminister der USA, Henry Kissinger, über den Rat für Auswärtige Beziehungen, dass der CFR ihm die erste Gelegenheit bot, „systematisch über die Probleme der Außenpolitik zu arbeiten. Meine Beziehungen zu ihm blieben eng und meine Bewunderung für ihn hat sich, wenn überhaupt, nur vergrößert. Die Kombination aus praktischer Erfahrung und dem wissenschaftlichen Niveau in seinen Studiengruppen ist, nach meiner Ansicht, einzigartig“.
Die Gesellschaft wird sowohl von rechten wie auch von linken Kritikern mit Argwohn betrachtet. Während die rechten Kritiker den CFR als Handlanger des Kommunismus sehen, wird sein Einfluss von linksliberaler Seite zwar gleich stark bewertet, allerdings befürchten diese ganz andere Gefahrenmomente. Sie sehen den Council on Foreign Relations als die zentrale Schnittstelle zwischen der US-amerikanischen Außenpolitik und der gesellschaftlichen Elite. „Der Council ist das entscheidende Verbindungsglied zwischen den großen Konzernen und der Regierung“ äußerte sich der amerikanische Politologe William Domhoff 1975 gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel und stellte fest, dass „die Wichtigkeit dieser Vereinigung für das Verständnis der Grundmotive und der Grundlinien amerikanischer Weltpolitik kaum hoch genug veranschlagt werden kann“ obgleich „die allermeisten Bürger dieses Landes, das sich für das bestinformierte Gemeinwesen aller Zeiten hält, keine Ahnung von der Existenz eines solchen privaten Gremiums haben“.
Das in New York City einzusehende Quellenmaterial lässt sich grob in drei Gruppen aufteilen:
Als wichtige und allgemein zugängliche Quelle gilt die alle zwei Monate erscheinende Publikation "Foreign Affairs", die vom CFR herausgegeben wird und die als eine der wichtigsten Zeitschriften für Außenpolitik weltweit gilt.