Cumae (italienisch Cuma, griechisch Κύμη Kyme) ist eine antike Stadt in der italienischen Region Kampanien nordwestlich von Neapel (Gemeinde Bacoli). Der Name leitet sich vermutlich von der griechischen Stadt Kyme auf Euböa ab, eventuell aber auch vom griechischen Wort κῦμα kyma „Welle“ (in Anspielung auf die wellenförmige Silhouette der Halbinsel, auf der der Ort liegt).
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Cumae wurde um 750 v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Chalkis und Eretria gegründet, die zuvor einige Jahrzehnte auf der dem Festland vorgelagerten Insel Ischia (griech. Πιθηκούσσαι Pithekoussai „Affeninsel“) gesiedelt hatten, und war damit die erste griechische Kolonie auf dem italienischen Festland.[1] Später gründete es eigene Kolonien: Dikaiarcheia (Puteoli, Pozzuoli) und Neapolis (Neapel).
Cumae wurde berühmt als der Ort, an dem die Sibylle von Cumae wahrsagte, ihre vermutete Höhle ist heute eine Touristenattraktion. Sie liegt in einem Raum, zu dem ein 131 Meter langer Gang führt, der mit vielen Verzweigungen in den Südhang des Burgberges geschlagen wurde. Der älteste Teil dieser Anlage stammt aus dem 6. oder 5. Jahrhundert v. Chr.
Darüber hinaus ist es der Ort, wo das einflussreiche frühchristliche Werk Der Hirte von Hermas durch Visionen inspiriert worden sein soll.
Seine Blütezeit hatte Cumae zwischen 700 und 500 v. Chr., als es unter dem Tyrannen Aristodemos in den Jahren 524 und 504 v. Chr. die Etrusker abwehrte und sie im Jahr 474 v. Chr. mit den vereinigten Flotten von Cumae und Syrakus unter Hieron I. in der Schlacht von Cumae erneut schlug.
Um 420 v. Chr. wurde Cumae von den Samniten erobert und übernahm in der Folge oskische Bräuche. Seit dem Ende des Ersten Samnitenkriegs 341 v. Chr. wurde es von der römischen Republik beherrscht, seit 334 v. Chr. besaß Cumae eingeschränkte Rechte als römisches municipium. Nachdem Cumae in der Kaiserzeit seine Funktion als Hafen an Puteoli verloren hatte, wurde es still um die Stadt, die jetzt nur noch als Sitz der Sibylle von Bedeutung war.
Grabungen brachten auf der Akropolis einen Zeustempel aus dem späten 6. Jahrhundert v. Chr. (der im 5. Jahrhundert n. Chr. in eine Basilika umgewidmet worden war) zu Tage sowie unterhalb der Burg einen Apollontempel aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., der zur Zeit des Augustus erneuert und ebenfalls im 5. Jahrhundert n. Chr. zu einer Basilika umgewidmet wurde. Augustus zu verdanken sind auch der Bau von Thermen und eines Amphitheaters sowie der Ausbau des Hafens von Misenum östlich der Stadt.