Das Cumulative Inertia (wörtlich „Anhäufung von Unbewegtheit“) ist ein Modell aus der Migrationsforschung. Es wurde von Alden Speare aufgestellt. Es besagt, dass die Dauer eines Zustands seine Veränderungsrate negativ beeinflusst: „[T]he probability of an individual staying in a particular place increases with increasing length of residence” (Speare 1970: 456, zit. nach Frick 1996: 46f)
Zum Beispiel ist der Einfluss der Wohndauer auf die regionale Mobilität negativ. Es wird fast ausschließlich auf Mobilität angewandt, ist aber auch bei anderen Phänomenen anwendbar: Die Wahrscheinlichkeit für Scheidungen nimmt ab dem 3. Ehejahr kontinuierlich ab.
Die Sichelfunktion ist ein weiteres Modell der Sozialforschung, das Veränderungsprozesse schematisiert.