Das indische Tuch

Filmdaten
Deutscher Titel: Das indische Tuch
Originaltitel: Das indische Tuch
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1963
Länge (PAL-DVD): 86 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Alfred Vohrer
Drehbuch: H. G. Petersson,
Georg Hurdalek
Produktion: Horst Wendlandt
Musik: Peter Thomas
Kamera: Karl Löb
Schnitt: Hermann Haller
Besetzung

Das indische Tuch ist ein Kriminalfilm des deutschen Regisseurs Alfred Vohrer und der 16. deutsche Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Der Film wurde im CCC-Film Atelier in Berlin gedreht und von der Rialto Film Preben Philipsen produziert. Der Film basiert in loser Form auf dem Kriminalroman "Das indische Tuch" ("The Case of the Frightened Lady") des englischen Schriftstellers Edgar Wallace, hat aber mit der Handlung im Buch wenig gemeinsam und erinnert vom Aufbau her eher an den Kriminalroman Zehn kleine Negerlein von Agatha Christie.

Der Film wurde am 13. September 1963 im Kino der BRD, am 15. Juni 1979 in den Kinos der DDR uraufgeführt. Die erste TV-Ausstrahlung erfolgte am 18. Dezember 1973 im ZDF und am 27. August 1983 im DFF.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Eines Abends wird der alte Lord Lebanon in seinem Schloss während eines Telefongesprächs hinterrücks von einem unbekannten Mörder mit einem indischen Tuch erdrosselt. Die neun Erben, die sich im Schloss des verstorbenen Lord Lebanon versammelt haben, staunen nicht schlecht: Bei der Testamentsvorlesung erfahren sie von Rechtsanwalt Tanner, dass ihr Erbanteil nur dann ausgezahlt wird, wenn sie die folgenden sechs Tage und sechs Nächte zusammen in dem alten Gemäuer verbringen. Nachdem sich die untereinander völlig zerstrittene Verwandtschaft einigermaßen mit dem unerfreulichen Inhalt des Testaments abgefunden hat, unterbricht ein Unwetter die Strom- und Telefonleitung und schneidet das gesamte Anwesen von der Außenwelt ab. Kurz darauf wird der erste Erbe mit genau so einem indischen Tuch erdrosselt, mit dem auch Lord Lebanon erwürgt wurde. Da man auf sich allein gestellt ist und kein Polizist im Hause ist, übernimmt Tanner die Ermittlungen. Doch auch er könnte der Mörder oder das nächste Opfer sein...

Sonstiges

Der Dschungelexpiditionär wird mehrmals unkorrekterweise "Sir Hockbridge" genannt, obwohl dieser englische Adelstitel immer mit dem Vornamen gebraucht wird, niemals mit dem Nachnamen, und Lady Lebanon nennt ihn auch einmal richtig "Sir Henry".

Der Pianist Lord Edward Lebanon spielt einige der bekanntesten Piano-Klassiker, u. a. die Fantasie Impromptu No.4, Op.66 von Chopin und den Anfang des 1. Klavierkonzertes von Tschaikowski. Auch der erste Satz (Adagio sostenuto) der Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven erklingt an mehreren Stellen.

Bei der Diavorführung zeigt Sir Henry Hockbridge einen "Fangstock der Tupí-Indianer vom Quellgebiet des Amazonas", doch lebten damals die Tupis viel weiter südlich in Brasilien, an der Atlantikküste, nicht im Amazonaswald. Außerdem hat der Amazonas eigentlich gar kein "Quellgebiet", sondern heißt erst so vom Zusammenfluss verschiedener Quellflüsse an.

Am Ende ruft ein "Inspektor Fuchsberger von Scotland Yard" im Schloss an, doch handelt es sich nicht um die Stimme des gleichnamigen Schauspielers.

Kritiken

Alfred Vohrer, inzwischen zu einer Art filmischen Kriminalisten geworden wandert sicher und nervenkitzelnd auf den Spuren des großen Meisters.

Edgar Wallace, der Altmeister der „Spannungsmacher“, bleibt auch hier wieder seinem Ruf treu und hält den Zuschauer 90 Minuten lang in Atem. Dem guten „Kriminalgeschmack“ abträglich sind einige allerdings makabre Auswüchse in Bild und Handlung, und Äußerungen von Butler Eddi Arent sprengen ebenfalls den Rahmen des Herkömmlichen. Trotzdem wird der Liebhaber von Kriminalfilmen den begehrten Nervenkitzel zu spüren bekommen und über die Schönheitsfehler hinwegsehen.

Literatur

  • Edgar Wallace: Das indische Tuch (Originaltitel: The Frightened Lady). Deutsch von Renate Orth-Guttmann. ( 2. Auflage der ungekürzten und neu übersetzten Ausgabe.) Scherz, Bern, München und Wien 1985, 204 S., ISBN 3-502-50979-4

Weblinks

Quelle:
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