Der Standard

Beschreibung österreichische Tageszeitung


Verlag Standard Verlagsgesellschaft m. b. H.
Erstausgabe 1988
Erscheinungsweise täglich, außer Sonntag
Reichweite
(Österreichische Media-Analyse 2006)
0,341 Mio. Leser
Chefredakteur Oscar Bronner
Herausgeber Oscar Bronner
Weblink derStandard.at


Der Standard ist eine österreichische überregionale Tageszeitung, die in Wien verlegt wird und (wegen niedrigerer Abgaben in Niederösterreich) in Tulln im Berliner Format erscheint. Die Zeitung wurde 1988 von Oscar Bronner als Wirtschaftszeitung gegründet, die erste Ausgabe erschien am 19. Oktober 1988. Oscar Bronner ist bis heute Herausgeber und – gemeinsam mit Alexandra Föderl-Schmid, die als Nachfolgerin von Gerfried Sperl seit 1. Juli 2007 die Geschäfte der Chefredaktion führt – nominell auch Chefredakteur. Der Standard versteht sich als liberale und unabhängige Tageszeitung und ist Genossenschafter der Austria Presse Agentur.

Inhaltsverzeichnis

Verleger

Der Standard wird von der Standard Verlagsgesellschaft m. b. H. verlegt. An der Gesellschaft beteiligt sind der Süddeutsche Verlag, der 49 % der Unternehmensanteile hält, und der Herausgeber Oscar Bronner mit 51 % der Anteile. Der Süddeutsche Verlag stieg im Dezember 1998 in die Gesellschaft ein. Davor war zwischen 1988 und April 1995 der Axel Springer Verlag 50 %-Teilhaber der Verlagsgesellschaft.

Verbreitung

Laut Österreichischer Media-Analyse 2006 hat der Standard in Österreich 341.000 Leser. Dies entspricht einer Reichweite von 4,9 % (Wien: 10,1 %).[1]

Obwohl Der Standard grundsätzlich überregional ausgerichtet ist, war in der Vergangenheit eine starke Fokussierung auf Wien nicht zu leugnen, die durch eigene Redaktionen in den Bundesländern (derzeit in der Steiermark, Oberösterreich und Kärnten) und Regionalteile aber immer mehr abnimmt.

Inhalt und Blattlinie

Die Zeitung ist dem Ehrenkodex der österreichischen Presse verpflichtet und bezeichnet ihre Blattlinie als liberal. Dieser Linie neigen auch die meisten regelmäßigen Kolumnisten der Zeitung zu, dazu kommen Gastkommentare aus den verschiedensten politischen Richtungen.

Als Teilnehmer des „Project Syndicate“ veröffentlicht der Standard auch regelmäßig Kommentare von weltweit bekannten Persönlichkeiten, die im Rahmen dieses Projekts weltweit verteilt werden.

Freitags liegt dem Standard das selbstproduzierte Hochglanzsupplement Rondo bei, das über Mode, Kosmetik, Reisen, Design, technische Neuheiten, Essen, Musik und Film berichtet.

Jeden Montag liegt der Zeitung außerdem eine meist achtseitige, englischsprachige Beilage mit Auszügen aus der New York Times bei.

Onlineangebote

Die Zeitung wird auch als vollständiges, kostenpflichtiges e-paper veröffentlicht (Der Standard digital).

Der Standard betreibt mit derStandard.at seit Anfang Februar 1995 ein eigenes Onlineportal. Nach eigenen Angaben war dies der erste Web-Auftritt einer deutschsprachigen Zeitung. Die Redaktionen vom Print- und Online-Standard sind getrennt, die Zusammenarbeit jedoch sehr eng. DerStandard.at ist als eigenes Subunternehmen ausgegliedert und finanziert sich durch Werbung im Online-Angebot selbst.

Im Jahr 2006 hatte derStandard.at eine Reichweite von 1.137.111 Benutzern (Unique Clients) und ist damit eine der meistbesuchten Websites Österreichs.[2]

Zu online veröffentlichten Artikeln können registrierte Nutzer einen kurzen Kommentar abgeben. Als weiteres Nutzerfeature wurde die Möglichkeit eingerichtet, Kommentare anderer Nutzer positiv oder negativ zu bewerten. Kommentare wurden in den ersten Jahren des Erscheinens nicht sofort online gestellt, sondern vorher von Mitarbeitern der Redaktion auf ihre Inhalte überprüft. Seit Mitte 2005 wird diese Aufgabe großteils von einem automatisierten System übernommen. Bei bestimmten Themengebieten, wie z.B. dem Nahostkonflikt, werden im Verhältnis zu anderen Themen augenscheinlich weniger Nutzerbeiträge veröffentlicht. Die meisten Beiträge zu den Artikeln im Politik-Ressort werden erst nach Überprüfens des Redakteurs veröffentlicht, welches im Normalfall schon bis zu vier Stunden dauern kann. Ebenso behält sich die Redaktion das Recht vor, Nutzerbeiträge bei bestimmten Themen prinzipiell nicht zu erlauben, wie es z.B. bei den Todesfällen von Papst Johannes Paul II., Liese Prokop und Kurt Waldheim geschah.[3] Dies war jedoch die Konsequenz, die laut Redaktion nach mehreren pietätlosen Beiträgen eingeführt wurde. Außerdem nutzen mehrere Online-Portale die Möglichkeit, Beiträge zu Meldungen mit traurigen Ereignissen zu blockieren, wie z.B. bei der Internetpräsenz vom österreichischen Staatssender ORF.

Seit geraumer Zeit werden auch häufig Chats mit prominenten Personen geführt. Während des Wahlkampfes für die Nationalratswahlen in Österreich 2006 beteiligte sich (mit Ausnahme von Wolfgang Schüssel und Parteien unter einer Stimmanzahl von 1%) jeder Spitzenkandidat einer Partei. Die Moderation wählt eine Auswahl an Fragen, die von Benutzern innerhalb einer Stunde gestellt werden können. Nach dem Chat gibt es für die Benutzer als Feedback eine Möglichkeit die Antworten des Personenes positiv bzw. negativ zu bewerten.

Als kulturelles, hauptstädtisches Engagement organisiert bzw. sponsert das Blatt unter anderem seit 1998 jährlich den Viennale-Publikumspreis des Internationalen Wiener Filmfestivals Viennale.

Der österreichische Film

Im Jahr 2006 folgte der Standard dem Beispiel der Süddeutschen Zeitung, der Cinemathek, mit der 50-teiligen DVD-Serie Der österreichische Film. Die Standard-Redaktion wählte hierfür fünfzig sehenswerte und beliebte österreichische Filme aus.

Fußnoten

  1. Österreichische Media-Analyse: Jahresbericht 2006
  2. ÖWA: Seitenkontingente Jahresschnitt 2006
  3. Stellungnahme des Standard zu gesperrten Foren

Weblinks

Quelle:
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