Der junge Riese ist ein Märchen, das in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 90 enthalten ist (KHM 90).
Ein Bauer nimmt seinen Sohn, der nur so groß ist wie ein Daumen, mit aufs Feld, weil er weint und mit will. Dort holt ihn ein Riese, der ihn an seiner Brust säugt, bis er Bäume ausreißen kann. Der junge Riese kommt heim, wo seine Eltern vor ihm erschrecken, und pflügt viel besser als sein Vater, nur sie können ihn nicht satt machen und keinen Eisenstock für ihn beschaffen, den er nicht zerbrechen würde. Er lässt sich anstellen bei einem Schmied ohne Lohn, dafür will er ihm am Lohntag zwei Schläge geben. Weil er aber das Eisen auseinander und den Amboss in den Boden haut, wird er gleich entlassen, schlägt den Schmied nur einmal über den Heuhaufen und geht mit dem dicksten Eisenstab als Stock weiter. Er wird Großknecht bei einem Amtmann, geizig wie der Schmied, dem er auch nur alle Jahre drei Streiche geben will. Beim Holzfällen steht er zwei Stunden nach den anderen auf, isst in Ruhe und ist doch schneller als alle. Nach einem Jahr will sich der Amtmann um die Schläge drücken, erbittet Bedenkzeit und schickt ihn erst den Brunnen säubern, wo man ihm einen Mühlstein auf den Kopf fallen lässt, dann in einer verwünschten Mühle Korn mahlen. Dort speist er mit unsichtbaren an einer Tafel. Dann ohrfeigen sie ihn im dunkeln, aber er schlägt immer zurück, bis zum Morgen. So wird die Mühle erlöst. Dann tritt er den feigen Amtmann und seine Frau, dass sie durchs Fenster in die Luft fliegen.
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