Unter dem Namen Deutsche Reichsbahn (DR) wurde die Staatsbahn der Deutschen Demokratischen Republik betrieben. Sie entstand 1949 aus den Teilen der Deutschen Reichsbahn des Deutschen Reiches, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone in Deutschland sowie Westberlin befanden. Die DR bestand auch noch nach der Wiedervereinigung Deutschlands bis zur Zusammenlegung mit der Deutschen Bundesbahn zur Deutschen Bahn AG zum Jahresende 1993.
Inhaltsverzeichnis |
Für die Bahneinrichtungen, die sich in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der späteren DDR befanden, wurde die Bezeichnung Deutsche Reichsbahn beibehalten. Gründe dafür waren:
Der Beginn der Deutschen Reichsbahn nach dem Zweiten Weltkrieg war durch hohe Reparationsleistungen an die Sowjetunion belastet. So wurden – bis auf die Magistrale Frankfurt (Oder) – Berlin – Halle/Leipzig – Erfurt – alle Strecken auf ein Gleis zurückgebaut. Der Wiederaufbau der entfernten Gleisanlagen ist bis heute nicht vollständig abgeschlossen.
Der 1945 wieder eingerichtete elektrische Betrieb im Dreieck Magdeburg/Leipzig/Halle mit der Strecke nach Probstzella (Grenzübergang nach Westdeutschland) wurde auf Geheiß der sowjetischen Besatzungsmacht im März 1946 eingestellt. Die Anlagen wurden abgebaut und zusammen mit den Lokomotiven als Reparationsgut in die Sowjetunion gebracht.
Mit der Aufnahme der DDR in den Warschauer Pakt 1955 verbesserten sich die Verhältnisse bei der Deutschen Reichsbahn. 1952 gab die Sowjetunion die beschlagnahmten Lokomotiven, Kraftwerks- und Fahrleitungsanlagen gegen 300 neugebaute Reisezugwagen wieder an die DR zurück. Damit endete auch die Diskussion darüber, ob der Wiederaufbau der elektrischen Zugförderung mit 25 Kilovolt und 50 Hertz erfolgen sollte. Am 1. September 1955 fuhren wieder elektrische Züge zwischen Magdeburg und Köthen.
Bereits 1952 konnte mit der Inbetriebnahme von Doppelstockzügen für den Berufsverkehr eine erste Konsolidierung erreicht werden. Die ersten Diesellokomotiven beschaffte die DR 1960 (V 15, V 180), die sich bis ins Bahn-AG-Zeitalter behaupten sollten. Ein Jahr später konnte die DR mit der E 11 die erste neue Elektrische Lokomotive übernehmen. Verhandlungen für einen Lizenzbau von E-Loks der Deutschen Bundesbahn waren zuvor gescheitert. Die E-Loks wurden vom VEB Lokomotivbau - Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ (LEW) in Hennigsdorf, vormals und nach der Wende in der DDR der AEG gehörend, produziert. Die Dieselloks kamen sowohl aus dem LEW als auch aus dem VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ (LKM) in Potsdam-Babelsberg.
Weite Streckenteile erhielten wieder das zweite Gleis, das Elektrifizierungsprogramm wurde bis 1970 vorangetrieben. Danach setzte die Staatsführung mehr auf Dieselloks, was zum Import von Lokomotiven aus der Sowjetunion (V 200/120 (Spitzname „Taigatrommel“), V 300 bzw. BR 130, 131, 132, 142 (Spitzname „Ludmilla“, Steppenwolf oder „Russenkuh“), und Rumänien (119) führte. Grund dafür war die Zuteilung der Zuständigkeit für den Bau von schweren Streckendiesellokomotiven innerhalb des RGW hauptsächlich an die Sowjetunion.
Der Bau von schweren Dieselloks (Baureihe V180/BR 118) musste in der DDR eingestellt werden. Insbesondere die aus Rumänien importierte Baureihe 119 (Spitzname „U-Boot“) war schon bei der Auslieferung als technisch unzureichend und unzuverlässig eingestuft worden, so dass diese Fahrzeuge erst mit sehr hohem Aufwand bis hin zum Motorentausch auf akzeptable Standards gebracht werden mussten.
1976 startete das System der Städteexpresszüge, die jeweils morgens aus den Bezirksstädten in der Hauptstadt Berlin eintrafen und sie abends wieder verließen (im Volksmund auch „Bonzenschleudern“ genannt). Die Wagen kamen aus einer Lieferung an die ČSSR, die aber dort aus Geldmangel nicht abgenommen werden konnte. In den 1980er Jahren gelangten StädteExpress-Wagen aus DR-eigener Produktion (UIC-Z-Wagen) (des Raw Halberstadt) in den Verkehr.
1979 betrug die Streckenlänge 14.164 Kilometer, davon waren nur 1.621 Kilometer elektrifiziert und insgesamt 290 Kilometer schmalspurig.
Zeitweise wurden bei der Deutschen Reichsbahn mehr Güter transportiert als auf dem mehr als doppelt so großen Netz der Deutschen Bundesbahn. 1986 erreichte die DR einen Beförderungsgrad von 86 Prozent für Waren über deren gesamten Transportweg und für alle transportierten Güter betrachtet.
Trotz der hohen wirtschaftlichen Bedeutung als Transportmittel wurde das Schienennetz zunächst vernachlässigt, und die Eisenbahn litt auch unter der Planwirtschaft. Die DR hatte dabei besonders unter den gelegentlich unvorbereitet hereinbrechenden, aus wirtschaftlichen Zwängen und politischen Entscheidungen resultierenden Problemen zu leiden.
Erst ab Anfang der 1970er Jahre wurden die Aufwendungen für Instandhaltungen erhöht und sogar Oberbaumaschinen aus Österreich importiert. In dieser Zeit erhielten die wichtigsten Magistralen ihre zweiten Gleise zurück und die Streckenhöchstgeschwindigkeiten konnten wieder auf 120 Kilometer pro Stunde angehoben werden. Der damals erfolgte Wechsel zu Betonschwellen, die aufgrund einer fehlerhaften Betonmischung nach wenigen Jahren alkaligeschädigt zerfielen, hatte jedoch hohe zusätzliche Aufwendungen für den erneuten Austausch und ein erneutes Ansteigen der Langsamfahrstellen auch auf Hauptstrecken zur Folge.
Aufgrund der ständig steigenden Erdölpreise durch zurückgehende Importe wurde ab 1980 die Steckenelektrifizierung (dezentrale Energieversorgung durch Umformung aus dem 50-Hertz-Landesnetz, Stromgewinnung über die einheimische Braunkohle) wieder sehr intensiv als „Zentrales FDJ-Jugendobjekt“ aufgenommen. Auch fuhren wieder verstärkt kohlegefeuerte Dampfloks, vier Prozent waren es noch 1981. Die letzte verabschiedete sich erst 1988 aus dem Betriebsdienst. Das E-Lok-Neubauprogramm war unter anderem mit den Baureihen 250 und 243 äußerst erfolgreich. Viele Fahrzeuge sind im Jahre 2007 noch in Betrieb. Die 1982 erstmals vorgestellte Baureihe 112/212 bzw. 143/243 ist eine der erfolgreichsten E-Lok-Konstruktionen der deutschen Eisenbahnen. Heute fahren Loks dieser Baureihen im gesamten Bundesgebiet.
Im Personenverkehr wurden bei sehr günstigen Fahrpreisen (8 Pfennig pro Kilometer für die 2. Wagenklasse und 11,6 Pfennig pro Kilometer für die 1. Klasse plus Zuschlägen für Eil-, D- und Expresszüge) gegenüber den in West-Europa üblichen Fahrpreisen nur überdurchschnittlich lange Fahrzeiten erreicht. Durch teilweise schlechten Oberbauzustand (Langsamfahrstellen), noch viele eingleisige Strecken und intensive Streckennutzung verlängerten sich die Fahrzeiten noch weiter. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge im Reiseverkehr lag bei 120 Kilometer pro Stunde. Verspätungen kamen häufig vor. Weitergehende Planungen für Strecken bis 160 Kilometer pro Stunde waren nicht realisierbar.
Der Schutz der Bahnhöfe und Anlagen der DR erfolgte durch die Transportpolizei, die Teil des Ministeriums des Inneren war, sowie durch die Staatssicherheit (Stasi). Durch die zahlreichen Militärtransporte für die NVA und die sowjetische Armee (GSSD) wurde die DR als besonders sicherheitssensibel angesehen. Für diese Transporte wurden viele nicht planmäßig genutzte Verbindungskurven angelegt, unter anderem zur Umfahrung von Knotenbahnhöfen.
Bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland (23. Mai 1949) bzw. der DDR (7. Oktober 1949) firmierte die Eisenbahn in der amerikanischen, der britischen und der sowjetischen Besatzungszone als Deutsche Reichsbahn. Es gab den jeweiligen Zusatz der Besatzungszone (beispielsweise „UdSSR-Zone“, „US-Brit. Zone“) im Schriftverkehr und an Güterwagen.
Der Name „Deutsche Reichsbahn“ musste aus formaljuristischen Gründen erhalten bleiben. Es erforderte die Zustimmung der westlichen Alliierten, dass die Deutsche Reichsbahn unter diesem Namen erhalten blieb und damit in West-Berlin verkehren durfte. Lediglich Frankreich wehrte sich erfolglos gegen den Wortteil Reichs, da man Bezeichnungen, die an das Reich erinnerten, aus dem Wortschatz tilgen wollte. Bei einem anderen Namen der DDR-Staatsbahn hätte es aber durchaus zum Schritt der Westalliierten kommen können, der Reichsbahn in West-Berlin komplett die Betriebsrechte zu entziehen.
Hinzu kam das nicht offiziell protokollierte Bestreben der Sowjetadministration, die Rechte der SBZ (später DDR) zu begrenzen, um die eigene Machtposition zu erhalten. Die Transportabteilung der SMAD war noch lange Zeit gegenüber der Deutschen Reichsbahn weisungsbefugt. Auch wirtschaftliche Erwägungen vor allem bezüglich der hohen Kosten, mit denen eine Namensumstellung verbunden gewesen wäre (beispielsweise neue Schilder, Drucksachen, Änderung bestehender Verträge auf einen neuen Namen usw.), spielten eine Rolle. Den Eisenbahnern und der Bevölkerung in der DDR wurde dieser Grund meist vorgegeben, wenn die Bezeichnung Deutsche Reichsbahn zur Diskussion stand. Ebenso erhoffte sich die DDR einen Zugriff auf ausländisches Reichsbahnvermögen. Einen Teil hatte beispielsweise die Bundesbahn (stillschweigend) übernommen. Etliche Immobilien gingen in andere Hände über.
Auch nach dem Mauerbau 1961 behielt die Deutsche Reichsbahn weiterhin die Betriebsrechte für den Eisenbahn- und S-Bahnverkehr in West-Berlin. Schließlich gab es ein großes Interesse seitens der DDR-Staatsführung an einer gesicherten Präsenz in West-Berlin, die auch für politische und administrative Aktivitäten außerhalb des Bahnbetriebes nützlich waren.
Zudem gab die Preispolitik der S-Bahn der DDR die Möglichkeit zur politischen Propaganda, indem die als kapitalistisch bezeichneten Tarife der BVG angeprangert wurden. Ab 1972 stiegen die S-Bahntarife analog zu den BVG-Fahrgeldern in die Höhe. 1980 kam es zu einem zweiten Streik der West-Berliner Eisenbahner, nachdem die DR den Fahrplan der S-Bahn vorgelegt hatte. Dieser hätte unter anderem einen Betriebsschluss um 21:00 Uhr auf allen Strecken in den Westsektoren, mit Ausnahme dem Streckenabschnitt Berlin-Friedrichstraße (Grenzübergangsstelle nach Ost-Berlin) und Berlin-Charlottenburg bedeutet, als Folge für die Eisenbahner hätte das den Wegfall der Nachtzulage in den Lohntüten sowie Personalabbau bedeutet.
Die Reichsbahn nutzte den Streik, um weitere Einschränkungen im West-Berliner S-Bahn-Netz vorzunehmen. So wurden nach dem Streik nur noch die Abschnitte „SI“ Berlin-Friedrichstraße – Berlin-Zoologischer Garten – Berlin-Wannsee, „NI“ Berlin-Frohnau – Berlin-Friedrichstraße (unten) – Lichtenrade sowie „NII“ Berlin-Heiligensee – Berlin-Friedrichstraße (unten) – Lichterfelde-Süd wieder in Betrieb genommen. Außer auf dem Abschnitt Friedrichstraße – Zoo war wieder um 21:00 Uhr Betriebsschluss. Nach dem Streik kam es bei allen Dienststellen der DR in den Westsektoren Berlins zu Massenentlassungen. Im Jahre 1984 gab die DR die Betriebsrechte für die S-Bahn in West-Berlin an den Berliner Senat ab. Schon lange war der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr interessant. Die hohen Betriebskosten konnten von den Einnahmen nicht mehr gedeckt werden. Durch die Entspannungspolitik war der Betrieb der S-Bahn in West-Berlin als Mittel des Kalten Krieges nicht mehr tauglich.
Im Zuge der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurden die DR und die Verwaltung des ehemaligen Reichsbahnvermögens VdeR zu Bundeseisenbahnvermögen und bildete nunmehr das Sondervermögen Deutsche Reichsbahn der Bundesrepublik Deutschland. Teile der West-Berliner Liegenschaften kamen von der VdeR direkt in die Verwaltung des Bundeseisenbahnvermögens. Die Mitarbeiter der früheren Transportpolizei wechselten zum Bundesgrenzschutz (BGS).
Ein massiver Personalabbau seit Beginn der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 und Pläne zur Entlassung von 60.000 der 240.000 Reichsbahner bis 1995 führten zu viel Unmut und im November 1990 sogar zu einem kurzfristigen Streik. Ein weiterer Grund für den Arbeitskampf waren die im Vergleich zur Deutschen Bundesbahn (DB) bei der Deutschen Reichsbahn gezahlten geringeren Löhne. Der Streik führte zur Unterbrechung fast des gesamten Fern- und Güterverkehrs in den neuen Bundesländern. Zu starken Einschränkungen des Verkehrs kam es auch in Richtung Westdeutschland und Osteuropa. Der Arbeitskampf wurde am 29. November 1990 mit einem Kompromiss zwischen der Gewerkschaft der Eisenbahner Deutschlands (GdED) und der Deutschen Reichsbahn beendet: Der neue Tarifvertrag sah vor, dass bis Mitte 1991 kein Reichsbahner entlassen wird. Nach einer am 26. April 1991 getroffenen Regelung erhielten die Mitarbeiter der Deutschen Reichsbahn vom 1. Juli 1991 an 60 Prozent der bei der Deutschen Bundesbahn gezahlten Löhne. Tatsächlich schrumpfte der Personalbestand der DR von 253.000 Beschäftigten Mitte 1990 auf 138.000 bis Ende Dezember 2003. Das war ein Rückgang um 45 Prozent.
Am 1. Januar 1991 erhöhte die DR zum ersten Mal nach mehr als 40 Jahren die Fahrpreise. Der Kilometerpreis stieg in der 2. Klasse von 0,08 auf 0,12 Deutsche Mark und in der 1. Klasse von 0,12 auf 0,18 Deutsche Mark. Am 4. Januar 1991 trafen in den Betriebswerken Mannheim 1 und Dortmund die ersten von 50 Elektrolokomotiven der Baureihe 243 der Deutschen Reichsbahn ein. Das Reichsbahnausbesserungswerk Dessau übernahm im Februar 1991 die Instandsetzung von DB-Lokomotiven der Baureihen 110, 140 und 150. Außerdem erhielten die Reichsbahnausbesserungswerke Eberswalde, Potsdam und Zwickau Aufträge der Deutschen Bundesbahn.
Die Entscheidung für ein einheitliches Triebfahrzeug-Kennzeichnungssystem der DR und DB fiel am 3. Mai 1991. Die Reichsbahn zeichnete daraufhin zum 1. Januar 1992 ihre Lokomotiven und Triebwagen um. Am 2. Juni 1991 trat nach vier Jahrzehnten Unterbrechung wieder ein gesamtdeutsches Kursbuch in Kraft. Die Einführung eines einheitliches Nummernsystems für die Strecken in Ost- und Westdeutschland erfolgte erst am 31. Mai 1992. Ab 1992 wurde bei der Deutschen Reichsbahn die von der Deutschen Bundesbahn bekannte Dienstkleidung eingeführt. Am 2. Mai des Jahres begann man mit der Einkleidung der Reichsbahner. Am 1. Februar 1993 ging der Betrieb auf den Schmalspurstrecken des Harzes an die Harzer Schmalspurbahn GmbH (HSB) über. Damit hatte die DR die erste ihrer Schmalspurbahnen regionalisiert.
Mit den Lückenschlüssen zwischen dem Netz der Deutschen Reichsbahn und dem Netz der Deutschen Bundesbahn, der durchgehenden Elektrifizierung und den verwirklichten Verkehrsprojekten „Bahnbau Deutsche Einheit“ wurde der Ost-West-Reiseverkehr dem Westniveau angepasst. Zu folgenden Lückenschlüssen kam es zwischen dem 3. Oktober 1990 und dem 31. Dezember 1993:
Im Winterfahrplan 1990/1991 verkehrten die ersten InterRegios zwischen Ost- und Westdeutschland: drei Zugpaare Berlin-Köln sowie je ein Zugpaar Erfurt-Kassel-Aachen, Leipzig-Nürnberg und Leipzig-Nürnberg-München. Seit dem 2. Juni 1991 waren Berlin und Hamburg bereits durch zwei InterCity-Paare verbunden. Die Deutsche Bundesbahn verlängerte ihre InterCity- und InterRegio-Linien bis Berlin, Leipzig und Dresden. Der am 31. Mai 1992 eingeführte Fahrplan brachte der Deutschen Reichsbahn - wie 1991 der Deutschen Bundesbahn - die größte Umstellung seit Jahrzehnten. Fünf IC-Linien verbanden die Netze beider Bahnen. Die Zahl der Euro- und InterCitys stieg auf 88. Am 23. Mai 1993 wurde die ausgebaute und elektrifizierte Strecke Marienborn-Magdeburg wieder in Betrieb genommen und Berlin mit der Linie 6 an das ICE-Netz angebunden.
Am 1. Januar 1994 trat die Bahnreform in Kraft. Aus den Behörden Deutsche Reichsbahn und Deutsche Bundesbahn entstand die ausschließlich unternehmerisch zu führende Deutsche Bahn AG (DB AG), die sich vollständig in Bundeseigentum befand. Der neugefasste Artikel 87 d des Grundgesetzes bestimmte die Zuständigkeit des Bundes für die Eisenbahnverkehrsverwaltung. Dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) oblagen fortan die hoheitlichen Aufgaben wie Planfeststellung, Eisenbahnaufsicht und Bauaufsicht. Am 5. Januar 1994 ließ sich die DB AG in das Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg eintragen, denn Sitz der Gesellschaft ist Berlin.
Die DR wurde von einem Generaldirektor (GD) geleitet, der meist auch Verkehrsminister der DDR war. Der 1. Stellvertreter des Ministers war dabei ausschließlich für die Eisenbahn zuständig.
Generaldirektoren der DR waren:
Zum 1. Juni 1992 wurde ein gemeinsamer Vorstand der DR mit der Deutschen Bundesbahn gebildet, der ebenfalls von Heinz Dürr geleitet wurde.
Die zentrale operative Betriebsleitung erfolgte durch die Hauptdispatcherleitung (Hdl), aus Sicherheitsgründen in einem Dienstobjekt in Berlin-Spindlersfeld. Heinz Krüger war Betriebsleiter und Chef des Stabes der operativen Betriebsleitung. Die Hdl war mit allen Oberdispatcherleitungen (Odl) bei den Reichsbahndirektionen mittels der bahninternen Fernkonferenzwechselsprechanlage (FKWA) verbunden.
Höchste Bildungsstätte für die Ausbildung von Diplomingenieuren, Diplomtransporttechnologen u. a. war die Hochschule für Verkehrswesen (HfV) in Dresden, die direkt dem Ministerium für Verkehrswesen unterstand. Daneben gab es noch eine Fachschule in Dresden (Fachschule für Verkehrstechnik „Erwin Kramer“) - im Volksmund auch „Schaffnerschule“ genannt - sowie in Gotha die Ingenieurschule für Transportbetriebstechnik für die Ausbildung von Ingenieuren. Die Berufsausbildung wurde von den Betriebsberufsschulen, die einzelnen Dienststellen zugeordnet waren, verantwortet.
Die Deutsche Reichsbahn war regional gegliedert in die:
Die Eisenbahnfährverbindung Saßnitz Hafen – Trelleborg unterstand direkt der Leitung und Kontrolle der Reichsbahndirektion
Zusätzlich gab es in Berlin die Direktion der Ausbesserungswerke der Deutschen Reichsbahn (Rbd Aw) und die Reichsbahnbaudirektion (Rbbd). Reichsbahnausbesserungswerke (Raw) für umfangreiche Reparaturen, Hauptuntersuchungen und auch Neubauten gab es u. a. in Berlin, Cottbus, Delitzsch, Dessau, Görlitz, Halberstadt, Halle, Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), Meiningen, Potsdam, Stendal, Wittenberge und Zwickau.
Jede Reichsbahndirektion wurde von einem Präsidenten und mehreren Vizepräsidenten geleitet. Die Reichsbahndirektionen untergliederten sich wiederum in die Reichsbahnämter. Ihnen unterstellt waren die Bahnhöfe.
Bahnbetriebswerke (BBw), Bahnstromwerke (Bsw), Starkstrommeistereien (Stm) gehörten zum Hauptdienstzweig Maschinenwirtschaft und waren direkt der Rbd unterstellt.
Weitere Dienststellen waren:
Brockhaus-1809: Die deutsche Union · Der Deutsche Fürstenbund
Brockhaus-1837: Deutsche Kunst, Literatur und Wissenschaft · Deutsche Kaiser
Brockhaus-1911: Deutsche Reichspartei · Deutsche Reichsfechtschule · Deutsche Schutzgebiete · Deutsche Ritter · Deutsche Rechtspartei · Deutsche Philosophie · Deutsche Reichsbank · Deutsche Reformpartei · Russisch-Deutsche Legion · Preußisch-Deutsche Befestigungsmanier · Warenhaus für deutsche Beamte · Union Deutsche Verlagsgesellschaft · Deutsche Volkspartei · Deutsche Sprache · Ludwig der Deutsche · Englisch-Deutsche Legion · Deutsche Philologie · Deutsche freisinnige Partei · Deutsche Farben · Deutsche Herren · Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur · Deutsche Bank · Deutsche Adelsgenossenschaft · Deutsche Befreiungskriege · Deutsche Befestigungsmanier · Deutsche Mundarten · Deutsche Literatur · Deutsche Partei · Deutsche Mythologie · Deutsche Kolonien · Deutsche Kolonialgesellschaft · Deutsche Legion · Deutsche Kunst
Goetzinger-1885: Deutsche Reiter · Deutsche Gesellschaften
Herder-1854: Deutsche Musik · Deutsche Mundarten · Deutsche Philosophie · Deutsche Mythologie · Deutsche Literatur und Wissenschaft · Deutsche Concordate · Deutsche Alterthümer · Deutsche Kunst · Deutsche Geschichtsquellen