Die Elfen

Dieser Artikel befasst sich mit dem Roman Die Elfen. Für die Beschreibung der Fabelwesen, siehe Elfen.
Auf Grund der engen inhaltlichen Verknüpfung behandelt dieser Artikel auch die Bücher Elfenwinter und Elfenlicht von Bernhard Hennen

Die Elfen ist ein deutscher Fantasyroman von Bernhard Hennen und James Sullivan aus dem Jahr 2004. Er zog die Anfang 2006 erschienene Fortsetzung Elfenwinter nach sich, die ausschließlich von Bernhard Hennen geschrieben wurde. Ein dritter Teil mit dem Titel Elfenlicht ist im Dezember 2006 erschienen.

Die Resonanz der Fantasyleserschaft auf Die Elfen war weitgehend positiv, selbst unter „eingefleischten Herr der Ringe-Fans“.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Der Roman ist nach Die Zwerge von Markus Heitz eine weitere deutsche Antwort auf die Romantrilogie Die Orks vom englischen Autor Stan Nicholls. Diese Serie wurde im Frühjahr 2006 von Christoph Hardebusch mit seinem Erstlingsroman Die Trolle fortgesetzt. Obwohl keinerlei Absprache zwischen den einzelnen Autoren stattfand, versucht jedes Buch, ein Volk aus J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe herauszugreifen und dieses im Verlauf der Handlung zu charakterisieren. Dabei werden stets einige von Tolkien erdachte Eigenschaften des jeweiligen Volkes übernommen, andere ergänzt und vertieft.

Zum fiktiven Universum der Romane

Die Handlung spielt in drei verschiedenen Welten; der Menschenwelt, der Zerbrochenen Welt und Albenmark, der Heimat der Elfen. Daneben werden noch zwei weitere Welten genannt, wovon die eine wohl das Mondlicht (s. nächster Absatz) ist und die zweite nicht näher beschrieben wird. Die Welten werden durch die sogenannten Albenpfade miteinander verbunden. Die Albensterne bilden die Schnittpunkte dieser Pfade und stellen torgleiche Öffnungen zwischen den Welten dar. Sie können nur durch starke magische Kräfte geöffnet werden. Je mehr Albenpfade sich in einem Albenstern treffen, desto wichtiger ist dieses Tor, da es von mehr Punkten aus erreichbar ist, und desto einfacher und sicherer ist es auch, ein Tor zu öffnen. Das Netz der Albenpfade wurde vom Ahnenvolk der Elfen, den Alben, gewoben. Diese haben inzwischen die bekannte Welt verlassen. In der Romantrilogie gelten die Alben als Begründer der Völker der Elfen, der Zwerge und sogar der Trolle. Auch die Kentauren, Minotauren, Kobolde und Faune gehören zu den Albenkindern, die Menschen allerdings nicht.

Die Seele eines Elfen wird solange in einem neuen Körper wiedergeboren, bis sie ihre Bestimmung gefunden hat und "ins Mondlicht geht" (vgl. buddhistisches Nirvana). Elfen altern nach dem Ende ihrer Kindheit kaum und können daher nur durch Gewalteinwirkung umkommen. Elfen, die allzu häufig wiedergeboren werden, haben einen schlechten Ruf, da sie scheinbar häufig daran scheitern, ihre Bestimmung zu erfüllen.

Die Zerbrochene Welt war einst der Kriegsschauplatz der Auseinandersetzung zwischen den Alben und ihren Todfeinden, den Devanthar. In diesem Krieg wurden laut den Legenden alle Devanthar vernichtet und die Zerbrochene Welt bis auf wenige Inseln im Nichts zerstört.

Die Trolle wurden vor langer Zeit von den Elfen aus Albenmark verbannt und leben seither im äußersten Norden der Menschenwelt.

Handlung

Die Handlungen von Die Elfen, Elfenwinter und Elfenlicht überschneiden sich sowohl im erzählten Zeitraum als auch in der Handlung selbst, greifen ineinander über und beziehen sich aufeinander, sodass sie hier gemeinsam und chronologisch dargestellt werden.

Die Elfen Farodin und Nuramon werben am Hofe von Königin Emerelle seit Jahrzehnten um ihre Minneherrin Noroelle, was unter Elfen nicht unüblich ist. Eines Tages betritt Mandred als erster Mensch seit langem Albenmark und verlangt von den Elfen Hilfe gegen einen Dämon, der halb Mann, halb Eber ist und Mandreds Freunde umgebracht hat. Königin Emerelle verlangt als Gegenzug, die Erziehung von Mandreds ungeborenem Sohn Alfadas übernehmen zu dürfen. Diesem Handel willigt Mandred widerwillig ein.

Mit Farodin, Nuramon und einigen weiteren Elfen kehrt Mandred in die Menschenwelt zurück. Die drei Protagonisten stellen den Dämon schließlich in einer Höhle. Der Dämon, der sich im Weiteren als der letzte verbliebene Devanthar entpuppt, täuscht ihnen seinen Tod vor, flieht aber in Wirklichkeit nach Albenmark und verführt dort in Nuramons Gestalt Noroelle.

Noroelles Sohn wird von Emerelle als Kind des Devanthars erkannt, doch Noroelle flieht aus Liebe zu ihrem Sohn in die Menschenwelt und versteckt ihn dort vor den Häschern der Königin. Daraufhin verurteilt Emerelle Noroelle zum Exil in der zerbrochenen Welt, von wo aus kein Elf den Weg ins Mondlicht finden kann. Noroelle nimmt die Strafe an.

Durch einen Trick des Devanthars sind Jahrzehnte vergangen, als Mandred, Farodin und Nuramon nach Firnstayn, Mandreds Heimatdorf, zurückkommen. Die drei gehen nach Albenmark, um der Königin Bericht zu erstatten. Dort erfahren sie von der List des Devanthars und Noroelles Verbannung. Um das Urteil gegen Noroelle aufzuheben, machen sich die drei zusammen mit Mandreds erwachsen gewordenen Sohn Alfadas auf die Suche nach Noroelles Sohn.

Nach langer Suche finden sie ihn schließlich als geistlichen Wunderheiler Guillaume, dessen Heilmagie Elfen jedoch den sofortigen Tod bringt. Nuramon möchte entgegen den Anweisungen der Königin den jungen Menschen nicht umbringen, doch auf der Flucht vor plötzlich erscheinenden Soldaten, die den Wunderheiler suchen, kommt dieser dennoch gewaltsam ums Leben.

Der Suchtrupp kehrt nach Firnstayn zurück, wo sich Alfadas entschließt, bei den Menschen zu bleiben, während Mandred weiter mit den Elfen wandert. Zurück in Albenmark ist Emerelle erzürnt darüber, dass die Elfen nicht selbst den Dämonensohn umgebracht haben und prophezeit schlimme Konsequenzen. Des weiteren verwehrt sie die Freilassung Noroelles. Farodin, Nuramon und Mandred verlassen Albenmark, um selbst nach einem Weg zu suchen, Noroelle vom Bann der Königin zu befreien.

Die folgende Geschichte Alfadas' ist Grundlage des Romans Elfenwinter: Die Trolle schicken eine mächtige Flotte nach Albenmark und versuchen, das Land, aus dem sie vertrieben wurden, zurückzuerobern. Bei einer Schlacht wird Emerelle schwer verletzt und fällt in eine art Starre. Sie wird von ihrem Schwertmeister Ollowain und der Zauberin Lyndwyn nach Firnstayn in die Menschenwelt gebracht. Alfadas, der inzwischen zum Jarl des Dorfes aufgestiegen ist, bekommt von seinem König den Auftrag, mit einem kleinen Heer den Elfen beizustehen. Sie schließen sich der Verteidigung der Festung Phylangan an, einem Bollwerk der Elfen in Albenmarks kälterster Region, der Snaiwamark, und früher im Besitz der Trolle. Obwohl die Trolle es schaffen, die stark befestigte Burg durch ihre gewaltige Überzahl einzunehmen, gelingt es Ollowain, der den Oberbefehl über die Truppen inne hat, den Großteil des Menschenheeres lebend aus der Schlacht zu bringen.

Doch als er seine Geliebte Lyndwyn, die sich an der magischen Verteidigung Phylangans beteiligt, in einer waghalsigen Schlittenfahrt evakuiert, wird er bei einem Unfall ohmächtig. Um ihn vor herannahenden Trollen zu schützen, stellt sich Lyndwyn diesen und wird von deren Schamanin Skanga gefoltert. Sie kann so lange durchhalten, bis Ollowain sie findet, um sich von ihm zu verabschieden.

Trotz der ihres Sieges erleiden die Trolle empfindliche Verluste und sind gezwungen, sich in die Menschenwelt zurückzuziehen. Im Laufe des Krieges erkennen sie jedoch Orgrim, der sich als der versierteste Feldherr der Trolle zeigt, als die Wiedergeburt eines ihrer ehemaligen Herzöge wieder und überlassen ihm die Festung Nachtzinne nördlich von Firnstayn. Dort greifen sie nun Firnstayn und das umliegende Fjordland an. Alfadas, mit seinem Heer in die Menschenwelt zurückgekehrt, kann mithilfe der Elfen die Trolle abermals zurückdrängen, doch erst nachdem diese eine Schneise der Verwüstung gezogen haben. An ihrem letzten Sammelpunkt, der nur notdürftig befestigt ist, gelingt es ihnen dann endlich, die Bestien zu besiegen. Alfadas wird König des Fjordlandes, doch verliert er seine Frau und Tochter, die mit den anderen Frauen, Kindern und Alten in die Wälder geflohen sind, wo die Flüchtlinge von Trollen gestellt werden und nur die wenigsten entkommen können.

Chronologisch direkt im Anschluss folgt die Handlung von Elfenlicht:
Die Trolle haben sich neu formiert und nähern sich durch das Netz der Albenpfade Emerelles Pallast. In ihrer verzweifelten Lage zertrennt die Königin den Pfade, auf dem sich die Trolle befinden und stürzt Tausende Trollkrieger in das Nichts. Doch ihre Handlung hat noch etwas zur Folge: Die Albenpfade sind von einem Zauber umgeben, der die im Nichts lebenden Schattenwesen, die Yingiz, davon abhält, Reisende anzugreifen oder die Tore zu den Welten zu durchschreiten. Und Emerelle hat mit dem Trenen eines Pfades nun ein Loch in diesem Schild erzeugt, durch das es einige Yingiz es geschafft haben, nach Albenmark zu gelangen. Da die Königin die Schatten nicht besiegen kann, schickt sie Ganda aus dem Volk der Lutin, Kobolde mit Fuchsköpfen, zusammen mit dem Schwertmeister Ollowain in die verborgene Bibliothek von Iskendria, um einen Weg zu finden.

Die Schamanin Skanga kann sich und den Trollkönig, mit dem sie den Heereszug angeführt hat, aus dem Nichts retten, doch istder Verstand des Herrschers von den Yingiiz zerstört worden. Skanga töten ihren König, um ihm durch eine Wiedergeburt das Leben in seinem gebrochenen Körper zu ersparen.

Währenddessen begegnet Ulric, der Sohn von König Alfadas, bei einem nächtlichen Ausflug Bruder Jules, der sich später als der Devanthar herausstellt. Der Priester verwirrt den Jungen mit Bemerkungen über die Überlegenheit des Gottes Tjured und gibt ihm drei Figuren, die Ulric, seine Freundin und spätere Frau Halgard und seinen Hund Blut darstellen. Halgard findet später in kleinen Fächern in den Holzfiguren je einen Faden, die sie als ihre Lebensfäden deutet, die nach dem Glauben der Fjordländer vom Schicksalsgott Luth gewoben werden. Bluts Faden ist nur ein wenig kürzer als die der beiden Kinder, was sie zur Annahme bringt, ihr Leben werde nur wenig länger als das des Hundes dauern.

In Iskendria bringt ein böser Gestaltenwandler in Form eines Meisters des Wissens, einem Verwalter der Bibliothek, Ollowain beinahe dazu, dass er den Verstand verliert, indem er ihn gezielt über die schrecklichen Ereignisse von Phylangan befragt, während Ganda ein vielversprechendes, wenn auch gefährlich begehrtes Buch über die Albenpfade findet. Der Gestalttenwander greift dahr zu härteren Masnahmen und die Gesandten der Königin müssen über das Netz der Albenpfade fliehen, wobei Ganda schwer verletzt wird und einen Fehler beim Öffnen des Tores macht.

Die Religion des Gottes Tjured, der auch Noroelles Sohn Guillaume angehört hatte, verwandelt sich durch dessen Tod in eine fanatische Lehre, die sämtliche Andersgläubige bekehren möchte und nach und nach die Königreiche der Menschen unter ihre Kontrolle bringt. Geführt werden die Tjured-Anhänger von weiteren Dämonensöhnen, die der im Verborgenen bleibende Devanthar mit Menschenfrauen zeugt. Währenddessen erlernen Farodin und Nuramon die Kunst, auch über schwache Albenpfade zwischen den Welten zu reisen. Da sie den Zauber jedoch nicht hundertprozentig beherrschen, werden sie öfters ein Opfer der Zeit und springen infolgedessen einige Jahre oder Jahrzehnte nach vorn.

Zwischenzeitlich trennen sich Farodin und Mandred von Nuramon. Nuramon lernt die Kinder der Dunkelalben kennen: Die Zwerge. Farodin und Mandred befreien indessen elfische Kriegsgefangene aus der Festung Nachtzinne.

Schließlich steht der Angriff der Tjured-Anhänger auf Firnstayn bevor. Dieser führt zu einem Bündnis von Elfen und Trollen gegen die fanatischen Menschen, die die Elfen als böse ansehen. Nach gewonnener Schlacht stellen Farodin, Nuramon und Mandred den Devanthar in der zerbrochenen Welt. Nach einem weiteren Zeitsprung stehen die Tjured-Anhänger bereits in Albenmark.

Während der letzten Schlacht kappt Emerelle mithilfe der Albensteine der Zwerge und Trolle, ihrem eigenen und dem der dem Devanthar gehörte, die Verbindungen zwischen Albenmark und der Menschenwelt. Während der Schlacht stirbt Mandred. Farodin und Nuramon werden von der Königin auf den letzten Albenpfad in die Menschenwelt geschickt, um Noroelle zu retten. Noroelle entscheidet sich schließlich für Farodin, woraufhin die Beiden ins Mondlicht eingehen. Nuramon bleibt als einsamer, aber doch nicht allzu unglücklicher Wanderer in der Menschenwelt zurück.

Literatur

Quelle:
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