Die Wertschöpfung eines Dienstleistungsunternehmens sind keine physischen Güter wie in der Produktion, sondern die Erbringung von Diensten (engl. "Services"). Im Gegensatz zur Produktion herkömmlicher Güter werden bei Dienstleistungen vor allem die Produktionsfaktoren Zeit und Humankapital eingesetzt. Eine Verlagerung von Dienstleistungsunternehmen ins Ausland ist durch das Internet zwar ebenfalls möglich, aber je nach Art der Dienstleistung schwerer als in der herkömmlichen Produktion.
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Aufgrund ihrer sehr viel geringeren Anlagenintensität stehen Dienstleistungsunternehmen vor einer sehr viel größeren bilanzpolitischen Herausforderung als produzierende Gewerbe. Zu Verdeutlichung die Situation eines beliebigen Reiseveranstalters: Ein Sprachreise-Veranstalter hat eine umfangreiche Webseite selbst produziert, darf diese als immateriellen Vermögensgegenstand aber nicht bilanzieren. Für die Wertschöpfung wird ansonsten vor allem Humankapital benötigt, welches ebenfalls nicht bilanzierbar ist.
Zur Etablierung des Geschäfts ist aber ein bestimmter Betrag an Fremdkapital notwendig, der vor allem in die Bezahlung des Personals und der selbsterstellten Leistungen fließt. Dieses Fremdkapital erscheint auf der Passivseite der Bilanz.
Für Dienstleistungsunternehmen ist es daher eine sehr viel größere Herausforderung auf eine ausgeglichene Bilanz zu achten, da bei Insolvenzverschleppung im Falle einer überschuldeten Bilanz die Geschäftsführung persönlich haftbar gemacht werden kann.