| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Rhein-Lahn-Kreis | |
| Verbandsgemeinde: | Diez | |
| Koordinaten: | 50° 22′ N, 8° 1′ O | |
| Höhe: | 110 m ü. NN | |
| Fläche: | 12,41 km² | |
| Einwohner: | 10.936 (30. Juni 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 881 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 65582 | |
| Vorwahl: | 06432 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EMS | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 41 029 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Louise-Seher-Straße 1 65582 Diez |
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| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Franz Klöckner (SPD) | |
Diez ist eine Stadt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz, unmittelbar an der Grenze zu Hessen. Diez ist Sitz der Verbandsgemeinde Diez. Zur Stadt Diez gehört auch der Ortsteil Freiendiez.
Inhaltsverzeichnis |
Die Landschaft um Diez gehört zum Rheinischen Schiefergebirge. Das Lahntal bildet dabei die Grenze zwischen den Mittelgebirgen des nördlich gelegenen Westerwaldes und des nach Süden ansteigenden Taunus. In der Diezer Pforte verlässt die Lahn das Limburger Becken und geht, von ansteigenden Terrassenfluren begleitet, bei Fachingen in das Untere Lahntal. Die Stadt Diez liegt an der Mündung der, im Taunus entspringenden, Aar in die Lahn.
Die Böden in der Region Diez gehören überwiegend zu den Braun- bzw. Parabraunerden. [1][2]
Partnerstadt von Diez ist Bad Düben.
Erste menschliche Siedlungsspuren für die Altsteinzeit (20.000-12.000 v. Chr.) ergaben sich durch Funde im Höhlensystem der Wildweiberlei (zwischen Diez und Altendiez][3][4] Auch in keltischer Zeit war der Diezer Raum weiterhin besiedelt. Davon zeugen Hügelgräber und Funde von latenèzeitlicher Keramik.
Der Ortsname Diez macht eine Wandlung vom fränkischen Theodissa über Thidesse/Diedisse und Dietz hin zu der heutigen Schreibweise Diez durch.
Die Siedlung Theodissa wurde bereits 790 in einer Urkunde Karls des Großen , als Besitztum der Abtei Prüm erwähnt. In der nach-karolingischen Zeit gehört Diez, im Bereich des Niederlahngau, zum Herrschaftsbereich der Konradiner. In der Nachfolge der Konradiner entsteht dann in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts die Grafschaft Diez, der Bau des Grafenschlosses fällt ebenfalls in diese Zeit. Die Grafen von Diez werden im Jahr 1073 zum erstenmal namentlich in einer Verkaufsurkunde von Gütern in Bodenheim erwähnt. Heinrich II. von Diez (1145-1189) begleitete Barbarossa auf dessen Italienzügen und war dort an diplomatischen Verhandlungen beteiligt[5]. Sein Sohn Heinrich III. gehörte dem Regentschaftsrat und dem Erzieherkreis Heinrich VII. an. Graf Gerhard IV.(1276-1308) gründete 1289 ein Kollegiatsstift am Fuße des Burgbergs. Die Gründungsgemeinschaft stammte aus dem Chorherrenstift Salz. Es wurde nach der Patronin der Kirche "Sankt Marien Stift" benannt.
Die Stadt Diez erhielt durch Ludwig dem Bayern 1329 das Stadtrecht. Eine Stadtbefestigung mit Mauer und fünf Toren wurde daraufhin errichtet (Reste davon sind noch sichtbar erhalten). Die Dynastie der Grafen von Diez ist bereits 1386 erloschen. Seit dieser Zeit sind die Landgrafen von Hessen Träger des Grafentitels und der Titel Graf zu Diez (Dietz) ist bis heute Bestandteil des Familiennamens im Haus Hessen.
Die Stadt wurde später der Stammsitz der Grafen von Nassau-Diez, die im 17. und 18. Jahrhundert als Statthalter in den Niederlanden Dienst taten und auf die das heutige niederländische Königshaus zurückgeht.
1806 ging die Grafschaft Nassau-Diez im Herzogtum Nassau auf. 1702 wird die Linie Nassau-Diez beerbt durch die Linie Nassau-Oranien.
16./17. September 1796 kommt es im Zuge des 2. Koalitionskrieges zwischen Österreichern und Franzosen in der Gegend zwischen Diez und Limburg (vor allem in der Diersteiner Aue) zur Schlacht. Diez wird wechselnd sowohl für Österreicher wie auch Franzosen Einquartierungsort.
Ende des 18. Jahrhunderts gingen alle linksrheinischen Gebiete an Frankreich über und das Fürstentum Oranien entstand. 1866 wurde das Nassauer Land und damit auch Diez preußisch.
An die Hinrichtung von 16 jungen Luxemburgern im Herbst 1944[6] erinnert im Rudolf-Heck-Park ein Denkmal. Unmittelbar daneben befindet sich ein Gedenkstein für die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Die Stadt Diez ist der römisch-katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu in Diez zugeordnet und gehört mit ihr zum Pastoralen Raum Diez, welcher selbst wiederum dem Bezirk Limburg im Bistum Limburg eingegliedert ist.
Auf evangelischer Seite ist die Kernstadt der Stiftkirchengemeinde Diez und der Stadtteil Freiendiez der Kirchengemeinde St. Jakobus, jeweils im Dekanat Diez der Propstei Süd-Nassau in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zugehörig.
Einwohner jüdischen Glaubens lassen sich in Diez bereits im Mittelalter nachweisen (1286 bzw. 1303). In den Jahren 1337 und 1348/49 ist auch die jüdische Bevölkerung in Diez von Pogromen betroffen. Die Höchstzahl von jüdischen Einwohnern wird 1895 mit 130 Personen gezählt. Zunächst ist Diez auch der Sitz des Bezirksrabbinates, ab Ende des 18. Jh. dann Sitz des Landesrabbiners von Nassau-Oranien. Ab 1860 gehört dann die jüdische Gemeinde in Diez zum Rabbinatsbezirk Ems.[7]
In Diez bestand ein Deutsch-israelitisches Kinderheim bis zu seiner Schließung im Jahr 1935. Eine Gedenktafel auf dem Schloßberg (oberhalb der Schloßbergtreppe) erinnert an die Vertreibung und Deportation der Kinder und ihrer Erzieher(innen) am 20. August 1935.[8]
Die Synagoge wurde in den Novemberprogromen 1938 geschändet, die Inneneinrichtung zerstört. Nach dem Krieg wurde das Gebäude 1951 abgebrochen. Ein alter jüdischer Friedhof (angelegt Anfang 17. Jh.) wurde in der Nationalsozialistischen Zeit eingeebnet. Auf dem Grundstück befindet sich heute das Finanzamt. Ein neuerer jüdischer Friedhof (angelegt Ende 19. Jh.) liegt auf dem Guckenberg in Diez.[9]
Die nächstgelegenste Moschee befindet sich in Limburg.
Beherrscht wird das Stadtbild vom hochmittelalterlichen Grafenschloss Diez, dessen älteste Teile im 11. Jahrhundert erbaut wurden. Von 1743 bis 1784 wurde das Grafenschloss als nassauisches Amtshaus genutzt, danach diente es als Strafanstalt beziehungsweise Zuchthaus bis 1927.
Seit 24. Juni 2006 ist es ein Jugendgästehaus des DJH und wird auch ab 3. Oktober 2007 dem neuen Regionalmuseum Raum bieten.
Unterhalb des Grafenschlosses liegt die mittelalterliche Stiftskirche. Erbaut von Graf Gerhard 1289. Sie war Maria geweiht und Sitz eines Chorherrenstifts.
Am nördlichen Stadtrand liegt das Barockschloss Oranienstein, das 1684 Fürstin Albertine Agnes (1634 - 1696) auf den Ruinen des Benediktinerklosters „Dierstein“ errichten ließ. Ihre Nichte Henriette Amalie von Nassau-Diez, eine geborene Prinzessin von Anhalt-Dessau gestaltete das Schloss 1696 zu einem Barockschloss um. Unter ihr wurde der Bau dann endgültig nach 21 Jahren im Jahr 1705 fertig gestellt.
Das Museum Nassau-Oranien in Schloss Oranienstein, bietet regelmäßige Führungen durch die barocken Räumlichkeiten des Schlosses an und zeigt die Bezüge von Diez, über das Adelsgeschlecht der Oranier, zum heutigen niederländischen Königshaus auf.
Das Regionalmuseum Diez im Grafenschloss Diez, wird am 3. Oktober 2007 seine (Neu-) Einweihung feiern. Themen der Daueraustellung: Vor- und Frühgeschichte, Geschichte des Grafenschlosses, Stadtgeschichte Diez (vom Mittelalter bis heute).
Diez ist Bundeswehrstandort (siehe dort) und verfügt über verschiedene Kleinindustrie. Von Bedeutung war die Kalk- und Marmorindustrie, doch wurden die meisten Steinbrüche in den siebziger Jahren stillgelegt.
Nach dem Vorbild des nordamerkianischen Konzept des "Business Improvement District" hat sich 2006/2007 eine Genossenschaft in Diez zusammengeschlossen, um als private Immobilien- und Standortgemeinschaft die Innenstadt von Diez zu beleben und (mit-)zu entwickeln. Eine Basis dazu bietet auch die intensive Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Diez. Auf diese Weise werden synergetisch private und kommunale Ressourcen genutzt werden, um auch neue Möglichkeiten der Entwicklung für den Geschäfts- und Dienstleistungssektor der Stadt umsetzen zu können.
Die Initiativ-Gruppe "Oraniertisch", von Diezer Bürgerinnen und Bürgern, ist ein nichtgewerblicher Zusammenschluß zur Entwicklung der Lebenswelt der Stadt und Region Diez. Diese Arbeit findet in sechs bestehenden Arbeitskreisen statt, die sich innerhalb ihres Themengebietes Arbeitsschwerpunkte und Projekte wählen und bearbeiten.
Arbeitskreis 1 Handel – Gewerbe – Wirtschaft / Arbeitskreis 2 Freizeit + Tourismus / Arbeitskreis 3 Bürger – Gesundheit – Soziales / Arbeitskreis 4 Städtebau + Verkehr / Arbeitskreis 5 Kunst + Kultur / Arbeitskreis 6 Umwelt /
Die Bundesautobahn (BAB) 3 bzw. A 3, mit der Anschlußstelle 41 Diez und die Bundesstraßen B 54 und B 417 stellen die Hauptverkehrsadern für Diez dar.
Diez ist über die Bahnstrecke Koblenz-Gießen (Lahntalbahn) an das deutsche Bahnnetz angeschlossen. Und wird sowohl von der Vectus Verkehrsgesellschaft mbH, als auch der Deutschen Bahn AG bedient. Weitere Bahnlinien: Oberwesterwaldbahn und Unterwesterwaldbahn mit Haltepunkt Diez-Ost stellen die Verbindung in den Westerwald her.
Zahlreiche Buslinien im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) verbinden Diez im ÖPNV mit dem Umland.
Die Stadt ist eine Station an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route der Lahn-Ferien-Straße und dem Rheinischen Sagenweg.
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