Dipol-Molekül

Ein Dipol-Molekül ist ein elektrisch neutrales Molekül, in dem die Elektronen unsymmetrisch verteilt sind und sich daher einen Dipol ausbildet. Der Schwerpunkt der positiven und der negativen Ladung fallen also örtlich nicht zusammen, so dass das Molekül eine Polarität mit einem positiven und einem negativen Pol aufweist.

Neben polaren Atombindungen tragen auch freie Elektronenpaare zur Polarität bei.

Das Produkt aus Ladungsdifferenz und Ladungsabstand bezeichnet man als Dipolmoment.

Das Wassermolekül ist das bekannteste Beispiel eines Dipol-Moleküls. Neben zwei polaren H-O-Bindungen tragen hier auch zwei freie Elektronenpaare zum Dipolmoment bei.

Allgemein kann man sagen: Moleküle mit einem asymmetrischen Aufbau und einem delta-EN (EN = Elektronegativität) größer 0,4 und kleiner 1,7 erscheinen als Dipol, d.h. sie sind zwar nach außen elektrisch neutral, haben aber ein Dipolmoment.

Allerdings sind hier die Grenzen 0 < ΔEN < 1,7 als Richtwerte anzusehen, da es hier auch Fälle gibt, die dem widersprechen. Zum Beispiel hat die Bindung C-H (Kohlenstoff-Wasserstoff) ein Delta-EN von 0,4 hat aber trotz eines asymmetrischen Aufbaus kein Dipolmoment. Deswegen wirken zwischen Alkanen und ähnlichen Verbindungen auch Van-der-Waals-Kräfte und nicht Dipol-Dipol-Wechselwirkungen. Dies lässt sich leicht an den Siedepunkten von Alkanen feststellen. Kohlenstoffdioxid als Beispiel für ein symmetrisches Molekül mit ΔEN = 1,0 hat ebenfalls kein Dipolmoment.

Andererseits gibt es auch Verbindungen wie Aluminiumchlorid mit ΔEN =n 1,5. Dies deutet eigentlich auf ein Molekül hin. Wenn man es aber in Wasser gibt, so kann man eindeutig Ionen nachweisen.

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