Als Disk Operating System [dɪsk ˈɒpəɹeɪtɪŋ ˈsɪstəm] (kurz DOS) werden kleine und einfache Betriebssysteme für Computer bezeichnet, deren Hauptaufgabe die Verwaltung von magnetischen Speichermedien wie Disketten und Festplatten ist. Andere Funktionen des Rechners, wie zum Beispiel Grafik, Ton, Druckersteuerung, Netzwerkfunktionalität, Speicherverwaltung, Verwaltung mehrerer Benutzer etc. werden nicht oder nur rudimentär von DOS-Betriebssystemen übernommen. Diese Zusatzaufgaben müssen stattdessen durch direkten Zugriff der Anwendungsprogramme auf die Hardware realisiert werden.
DOS-Systeme kamen bis Mitte der 1990er-Jahre auf den meisten Heimcomputern und Personal Computern zum Einsatz, danach nur noch vereinzelt. Bis heute werden sie wegen ihrer Kleinheit, Einfachheit und relativ hohen Betriebssicherheit im Bereich eingebetteter Systeme genutzt.
Derzeit (2007) wird fleißig an FreeDOS und Enhanced Dr-DOS gearbeitet. Beide Projekte haben einen offenen Quellcode, FreeDOS ist sogar unter GPL, sodass die beiden Betriebssysteme von einigen sehr ambitionierten Entwicklern laufend verbessert werden. Folgender Text gibt einen geschichtlichen Hintergrund.
Inhaltsverzeichnis |
MS-DOS und kompatible Systeme gelten als veraltet und werden heute praktisch nur noch auf Altsystemen, für den Betrieb alter MS-DOS-Software in Emulatoren oder in Nischenmärkten eingesetzt sowie für ein BIOS-Update.
In den 1960er-Jahren wurde von IBM das /360-DOS („Disk Operating System“) als Betriebssystem für Großrechneranlagen als Nachfolger und Weiterentwicklung des TOS („Tape Operating System“) ausgeliefert. Unter DOS war es erstmals möglich, ohne IPL mehrere Programmabläufe – sogenannte Batch-Jobs – quasi parallel zu verarbeiten. Das Ur-DOS hatte drei Partitions, nämlich F1 (Foreground 1, höchste Priorität), F2 und BG (Background, geringste Priorität). Diese Partitions hatten festgelegte Speichergrößen sowie per Assign fest zugeordnete Peripheriegeräte (Drucker, Lochkartenleser, Plattenspeicher etc.). Allerdings konnten diese Zuordnungen in bedingtem Umfang vom Konsoloperator des Systems verändert werden.
Im Laufe der Zeit und unter dem Druck des immer stärker zum Einsatz kommenden und variableren Betriebssystems OS wurde von drei Mitarbeitern von IBM ein E-DOS („Extended DOS“) entwickelt, das die Verwaltung von mehr als drei Partitions erlaubte. Dies allerdings kam bei IBM nie recht zum Einsatz, sondern wurde von Nixdorf, nachdem IBM-Leute von dort abgeworben worden waren, unter dem Namen NIDOS zum Einsatz gebracht; hier konnten bis zu 15 Partitions verwaltet werden.
IBM reagierte mit der Entwicklung von DOS/VSE, das mitunter heute noch auf entsprechenden Großrechnern im Einsatz ist.
In den 1970er-Jahren gab es auch auf den Rechnern HP 1000 von Hewlett-Packard ein Einzel-Benutzer-Betriebssystem (engl. Single User OS) namens DOS.
MS-DOS Version 1.0 erschien 1981 als Nachbildung von CP/M, einem ähnlichen, aber nicht kompatiblen Betriebssystem, welches ab 1974 von Digital Research entwickelt worden war. CP/M wird daher oft als geistiger Vorgänger von MS-DOS betrachtet, zumal wesentliche Merkmale des Dateisystems und der Dateiverwaltung identisch waren.
Als Antwort entwickelte Digital Research das DR-DOS, welches bis heute weiterentwickelt (Novell DOS, Caldera OpenDOS ...) wird und nun als das führende DOS gilt. Die letzte eigenständige MS-DOS Version 6.22 erschien 1994, die letzte in Windows integrierte Version 8.0 erschien im Jahr 2000 in Windows ME und wurde seitdem vom Markt genommen und nicht mehr weiterentwickelt, nicht zu verwechseln mit einem DOS-Fenster (Wiederherstellungskonsole) unter Windows.
Das FreeDOS-Projekt ist entstanden, um den Fortbestand und die Weiterentwicklung des DOS-Systems zu gewährleisten. Es wurde ins Leben gerufen, als Microsoft 1994 verkündete, MS-DOS in Zukunft nicht weiterzuentwickeln und die Kunden-Unterstützung einzustellen.
Für verschiedene Betriebssysteme gibt es heute Emulatoren wie DOSBox und, nur für Linux: DOSEMU.
Siehe Hauptartikel: DOS-Emulator
Es wurden viele grafische Benutzeroberflächen (engl. GUI, Graphical User Interface) für MS-DOS und dazu kompatible DOS-Versionen entwickelt. Bis heute weiterentwickelte und erhältliche grafische Bedienoberflächen sind PC/GEOS, OpenGEM (eine freie Weiterentwicklung des originalen GEM von Digital Research) sowie die Entwicklungen um MatrixOS, Qube3P und SEAL.
Auch viele inzwischen vom Markt genommenen Windows-Versionen basierten auf MS-DOS. In allen Versionen von Windows 95 und Windows 98 und in Windows Me war MS-DOS integraler Bestandteil, obwohl sich Microsoft alle Mühe gegeben hatte, das DOS vor dem Anwender zu verbergen. Modernere Windows-Versionen wie Windows NT, Windows 2000, Windows XP, Windows Server 2003 und Windows Vista hingegen auf dem Betriebssystemkern des 1991 vorgestellten Betriebssystems Windows NT 3.1, das damals vollkommen neu entwickelt wurde und keine „DOS-Wurzeln“ besitzt. Diese Betriebssysteme sind aber mit einem Teilsystem (im Windows-Jargon Subsystem genannt) ausgestattet, das die weitgehende Kompatibilität zu MS-DOS-Anwendungen sicherstellt.
Unter DOS werden häufig sogenannte Batchdateien (deutsch auch „Stapelverarbeitungsdateien“) benutzt, um automatisch Abfolgen von Befehlen auszuführen. Da manche DOS-Systeme keine Einstellungen speichern können und diese daher nach einem Neustart verfallen, werden Batchdateien benutzt, um diese bei jedem Systemstart erneut zu setzen (zum Beispiel mittels AUTOEXEC.BAT, einer Batchdatei, die DOS beim Starten ausführt).
Adelung-1793: System, das · Welt-System, das · Linien-System, das · Nerven-System, das
Brockhaus-1809: Das System des Gleichgewichts · das Ptolemäische System · Das physiokratische System · Das System
Brockhaus-1837: System · Lymphatisches System
Brockhaus-1911: Pennsylvanisches System · Metrisches System · Takonisches System · System · Lymphatisches System · Fellsches System · Fagging system · Irisches System · Frankfurter System
Eisler-1904: System C · System R · System · C-System. · Ideal-System
Herder-1854: Physiokratisches System · System · Lymphatisches System · Pennsylvanisches System
Kirchner-Michaelis-1907: System der vorherbestimmten Harmonie · System des physischen Einflusses · System · System der gelegentlichen Ursachen
Lueger-1904: System [3] · System [2] · Tertiärformation, -periode, -system · System [4] · System [1] · Flüssiges System · Bracket-plate-System · Metrisches System · Materielles System
Meyers-1905: Fellsches System · Fagging-System · Gablonzer System · Frankfurter System · Auburnsches System · Altonaer System · Bertillonsches System · Bertholds System